Dienstag, 28. September 2021
FEEI Wirtschaftsbericht 2020

Elektroindustrie legte heuer starken Start hin

Hintergrund | Julia Jamy | 09.09.2021 | |  
,,Die Branche hat ihre Krisenfestigkeit bewiesen. ,,Die Branche hat ihre Krisenfestigkeit bewiesen.", sagt Marion Mitsch, Geschäftsführerin des FEEI (© FEEI/ APA-Fotoservice/Schedl) 2020 konnte die österreichische Elektro-und Elektroindustrie trotz enormer Herausforderungen ihre Krisenfestigkeit unter Beweis stellen. Die zweitgrößte Industriesparte Österreichs erwirtschaftete im vergangen Jahr mit knapp 67.000 Mitarbeitern mehr als 17 Milliarden Produktionswert. Trotz der schwierigen Situation konnte der Großteil der Beschäftigten gehalten werden. 2021 ist Erholung in Sicht. Dies geht aus dem FEEI Wirtschaftsbericht hervor, der heute präsentiert wurde.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch in der heimischen Elektro- und Elektronikindustrie ihre Spuren hinterlassen. Die EEI erzielte 2020 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang in der Produktion von -7,9% auf 17,17 Mrd. Euro. Als einzige Sparte konnten die Elektronischen Bauelemente ihre Produktion sogar geringfügig ausbauen (+3,2 %). Leichte Rückgänge verglichen mit 2019 gibt es 2020 bei den Auftragseingängen (-5%) und -beständen (-12%) sowie bei den Umsätzen (-6,6%). Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen ist es den Unternehmen gelungen, den Großteil der Beschäftigten in den Betrieben zu halten. Mit 66.903 Beschäftigten per Jahresende 2020 beläuft sich das Minus auf nur 2,7%. „Damit hat die Branche nicht nur ihre Krisenfestigkeit bewiesen, sondern gleichzeitig auch ihr Zukunftspotenzial. Ist sie doch wie keine andere Branche eng mit der Gestaltung der Zukunft verbunden. Ihre Innovationen und Technologien stellen die Lösungen bereit, um den Wirtschaftseinbruch auszugleichen und Wertschöpfung am Standort Österreich zu generieren“, ist Marion Mitsch, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie überzeugt.

Positive Erwartungen und Herausforderungen

Laut dem aktuellen FEEI-Branchenbarometer vom Mai 2021 wird von der Mehrheit der 218 befragten Unternehmen die wirtschaftliche Entwicklung in Hinblick auf Auftragseingänge, Produktionsleistung und Umsätze für das Jahr 2021 als steigend bzw. stark steigend eingeschätzt. Gefragt nach den größten Herausforderungen nannten die Mitgliedsunternehmen des FEEI die Aufrechterhaltung der Lieferketten, gefolgt von den Rohstoffpreisen und dem Fachkräftemangel.

Aufschwung hält an

Die Aufzeichnungen der ersten vier Monate 2021 sowie die Prognosen für den Rest des Jahres zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend. So konnte die Produktion in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 15,9% gesteigert werden.

Das Eigenpersonal hält sich mit -0,9% weiterhin stabil, während beim Fremdpersonal große Zuwächse zu verzeichnen sind (+30,7%). Die Umsätze holen auf und haben das Vorkrisenniveau bereits leicht übertroffen. Die Exportquote liegt bei 84,8%. Bei den Auftragsbeständen ist ebenfalls ein Aufwärtstrend zu erkennen. Sie erholen sich langsam, liegen aber sowohl im In- als auch im Auslandsbereich weiterhin unter den Vorjahreswerten und noch weit unter dem Vorkrisenniveau.

Die Auftragseingänge wiederum wachsen sehr stark. Diese haben sowohl den Vorjahreswert als auch das Vorkrisenniveau bereits nach dem ersten Quartal weit überschritten.

Enabler

Gerade im Bereich Klima sei die Elektroindustrie laut FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun der „Enabler“ – wenn man sie lasse. Eines der Ziele der Elektro- und Elektronikindustrie ist es, die österreichischen Entwicklungen hin zur Kreislaufwirtschaft und zur Energiewende zu beschleunigen und einen merk- und messbaren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten. Die dafür notwendigen Produkte kommen zum Großteil aus der EEI  – von energieeffizienten Chips und Sensoren über Wechselrichter, Ladesäulen, Steuerungen von Windkraftanlagen, Industrieanlagen, Energie- und Motorsystemen, Verkehrssteuerung, Bahnsystem, Smart Cities, Energietransport und -verteilung etc.

Die beste Möglichkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, ist neben Energie einzusparen, die Digitalisierung und somit die zunehmende Vernetzung. „Die Digitalisierung ist der entscheidende Schlüssel und gleichzeitig Treiber für den Übergang. Ohne intelligente digitale Systeme könnten die in den Klimazielen definierten Herausforderungen nicht erreicht werden. Gleichzeitig kann ohne Digitalisierung auch der Erfolg nicht gemessen werden“, so Hesoun.

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