Dienstag, 28. September 2021
Große Wertschätzung für den Handel

WKO Studie: Konsumenten sehnen sich nach Normalität

Hintergrund | Julia Jamy | 13.09.2021 | |  
Die Corona-Pandemie hat das Einkaufsverhalten stark verändert. ,,Die Bevölkerung sehnt sich zurück nach Altbekanntem. Viele wollen bummeln gehen und den Einkauf in den Geschäften wieder sinnlich erleben. Die Corona-Pandemie hat das Einkaufsverhalten stark verändert. ,,Die Bevölkerung sehnt sich zurück nach Altbekanntem. Viele wollen bummeln gehen und den Einkauf in den Geschäften wieder sinnlich erleben.", so Rainer Trefelik, Obmann der Bundesparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) (© Jamy) Die Corona Pandemie war und ist immer noch eine herausfordernde Zeit für den Handel. Das Einkaufsverhalten der Österreicher hat sich stark verändert: Niedrige Einkaufsfrequenz, kürzere Verweildauer in den Geschäften und kaum noch Spontankäufe. Auf der anderen Seite werden Werte wie Regionalität, Nachhaltigkeit und Gesundheit immer wichtiger. Das zeigt die Studie des österreichischen Gallup-Institus im Auftrag der Bundesparte Handel in der WKÖ.

Wie hat die Pandemie die Sicht der Konsumenten geändert? Wie wirkt sich das auf deren Kaufverhalten aus? Diesen und vielen weiteren Fragen ist das Gallup Institut im Auftrag der Bundesparte Handel in der WKÖ nachgegangen. „Die Corona-Pandemie hat das Einkaufsverhalten stark verändert. Niedrige Einkaufsfrequenz, kürzere Verweildauer in den Geschäften und kaum noch Spontankäufe auf der einen Seite, Wertschätzung von Regionalität, Nachhaltigkeit und Gesundheit auf der anderen – so vielfältig und zum Teil widersprüchlich sind die Trends im Handel. Die Bevölkerung sehnt sich zurück nach Altbekanntem. Viele wollen bummeln gehen und den Einkauf in den Geschäften wieder sinnlich erleben.“, so Rainer Trefelik, Obmann der Bundesparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

Regionalität

73 Prozent der Befragten nach, ob sie die Produkte wirklich brauchen. Erfreulich ist, dass 70 Prozent verstärkt bei lokalen Händlern einkaufen wollen und ganze 68 Prozent stärker als vor der Krise auf Regionalität und die Auswahl heimischer Produkte achten. Händler sollten diesen Trend der Nachhaltigkeit, der sich immer mehr verfestigt, zur Grundlage ihrer Angebotspalette und Geschäftsphilosophie machen, wie aus der Studie hervorgeht.

„Die Bevölkerung überlässt ihre Einkaufsentscheidung viel seltener dem Zufall. Die Einkäufe werden im Vorfeld geplant. Es werden also viel öfter nur jene Waren gekauft, die der Konsument als wirklich notwendig empfindet. Dadurch hat sich auch die Verweildauer in den Geschäften stark reduziert“, so Andrea Fronaschütz, COO und Studienautorin vom österreichischen Gallup-Institut.

Click&Collect

Außerdem geht aus der Studie hervor, dass jeder Zweite häufiger online eingekauft hat. Hier spielte vor allem das Click&Collect eine wichtige Rolle. 41% der Befragten haben bereits damit Erfahrung gesammelt, die im Wesentlichen positiv waren. Wer eine positive Erfahrung gesammelt hat, kauft auch zusätzlich ein. So war Cross Buying war bei jedem vierten Click&Collect Käufer der Fall.

Beim Online-Einkauf kann nur ein Drittel der Käufer stets sagen, ob eine besuchte Seite österreichischer Herkunft ist und jeder siebte Onlineshopper hat noch nie bei einem österreichischen Anbieter gekauft.

 Imagegewinn

Kompliment für den Handel: 9 von 10 der Befragten räumen dem Handel in der Krise Verantwortungsbewusstsein und mehr als ein Drittel bringen dem Handel nunmehr größere Wertschätzung entgegen. Auch die Schutzmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen hielten die Befragten im Wesentlichen für zufriedenstellend. Die Befragten schätzen gute Beratung und ein kompetentes, qualifiziertes Personal. Der Kundenservice hat uns während der Pandemie gefehlt, wie aus der Studie hervorgeht.

Ausblick

Die Pandemie bleibt auch weiter herausfordernd. Um wieder zurück zur Normalität zu kehren, sieht Trefelik die Impfung als „Gamechanger“: „Es gelingt umso leichter, alle Freiheiten zurückzugewinnen, je höher der Prozentsatz der geimpften Bevölkerung ist. Händler selbst haben es natürlich – gewissermaßen im eigenen Haus – in der Hand, ihre Attraktivität zu erhöhen, indem sie vermehrt auf Service setzen. Die Erwartungen in diesem Punkt sind angestiegen“, zitiert Trefelik aus einer kürzlich präsentierten JKU-Studie zum Thema Servitisation.

Die aktuelle Gallup-Erhebung bestätigt diesen Trend. So muss der Handel in Zukunft noch mehr Gewicht auf Beratung, Zustellung, Convenience und Omni-Channeling setzen.

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