Montag, 18. Oktober 2021
Multimedia-Kommentar E&W 10/2021

Unterm Radar

Multimedia | Wolfgang Schalko | 10.10.2021 | Bilder | |  
(© Hama) In der vorigen Ausgabe ist es an dieser Stelle um ein eklatantes Informationsdefizit des heimischen Elektrofachhandels gegangen. Daran möchte ich aus gegebenem Anlass anknüpfen: Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür – und damit die Frage im Raum, worauf man sich als Händler besonders konzentrieren sollte.

Man muss kein großer Prophet sein, um in den nächsten Wochen eine erhöhte Nachfrage nach TV-Geräten vorauszusagen. Diese werden einmal mehr den größten Brocken des Umsatzes ausmachen, denn wie wir mittlerweile wissen, kann nicht einmal ein eventueller Lockdown das Geschäft merklich bremsen. Was auch hinlänglich bekannt sein dürfte, ist der Umstand, dass sich in Nischen lukrativ verkaufen lässt. Doch welche sind das derzeit? Wonach giert die Masse? Wenn schon keine konkreten Antworten für Österreich gebend, dann erlaubt der – ebenfalls bereits in der vorigen Ausgabe angesprochene – Home Electronics Markt Index (HEMIX) der deutschen gfu zumindest einige hilfreiche Aufschlüsse. Dazu nach einem kurzen Exkurs gleich mehr.

Ich erinnere mich noch an meine Kindheit bzw. Jugend, als man in der Vorweihnachtszeit einmal so richtig groß einkaufen fuhr. Idealerweise alles auf einmal, meistens in die Bezirksstadt – und weil‘s alle anderen genauso machten, war selbst am Land ein Hauch von Shopping-Hölle spürbar. Jedenfalls freute ich mich immer auf den Besuch beim Elektrohändler, denn dort konnte man stöbern – in CDs und vor allem Games. Also dem, was die Elterngeneration damals pauschal als „Computerspiele” abtat und zumeist den Aufdruck „Nintendo” trug. Sie wissen schon, Gameboy und so. Leider nicht mehr so genau kann ich mich an den Zeitpunkt erinnern, an dem die Spiele-Konsolen anderen Beschäftigungen in meiner Freizeit Platz machen mussten. Aber auch das ist schon lange her und zu dieser Zeit ging man als „Gamer” auch nicht mehr zum Elektrohändler.

Genau das könnte – und sollte! – sich heute wieder ändern. Denn ein Blick auf den HEMIX für das erste Halbjahr 2021 verrät, dass drei Produktgruppen massive Zuwächse verzeichnen: Erstens Wearables, wo die Absatzzahlen um fast 23% und die Umsätze sogar um knapp 36% stiegen (auf 3,2 Mio. Stück bzw. über 580 Mio. Euro). Zweitens Tablets, die bei Stück um 47% und beim Wert um 55% zulegten (auf über2,6 Mio. Geräte bzw. 1,05 Mrd. Euro). Und drittens „Videogames Konsolen”, wo die Absatzzahlen um knapp 10% und die Umsätze um 38% wuchsen (auf gut 800.000 Stück und 260 Mio. Euro). Dass sich mit Kopfhörern und anderen Peripherie-Geräten ebenso gute Umsätze erzielen lassen, sei nur der Form halber erwähnt. Fakt ist: Der Bereich Gaming boomt und hat sich zu einer milliardenschweren Industrie gemausert, die mittlerweile Hollywood locker hinter sich lässt. Für den Elektrohandel bietet sich gerade im Vorweihnachtsgeschäft die Chance, auf diesen fahrenden Zug aufzuspringen – denn noch scheint das Ende der Fahnenstange lange nicht erreicht zu sein.

Bilder
(© Hama)
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