Montag, 18. Oktober 2021
Nach EAG und ökosozialer Steuerreform:

Energiewende: OVE fordert konkrete Maßnahmen

Energiezukunft | Julia Jamy | 13.10.2021 | |  
Werner Steinecker, Generaldirektor der Energie AG, OVE-Präsident Kari Kapsch und Herbert Popelka, Vorstandsvorsitzender der OVE Energietechnik bei der OVE-Energietechnik-Tagung in Linz. Werner Steinecker, Generaldirektor der Energie AG, OVE-Präsident Kari Kapsch und Herbert Popelka, Vorstandsvorsitzender der OVE Energietechnik bei der OVE-Energietechnik-Tagung in Linz. (© OVE/Fürthner) Bis zum Jahr 2030 sollen 100 % des Strombedarfs in Österreich aus erneuerbaren Energieträgern gedeckt werden. Damit dies allerdings in der vorgesehenen Zeit gelingen kann, müssen nun konkrete Maßnahmen folgen, fordert der Österreichische Verband für Elektrotechnik (OVE) anlässlich der OVE-Energietechnik-Tagung in Linz.

Viel zu lange Genehmigungsverfahren würden derzeit noch die Umsetzung dringend notwendiger Projekte für einen raschen Umbau des Energiesystems verzögern, kritisiert OVE-Präsident Kari Kapsch. Das bestätigt auch Werner Steinecker, Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich: „Damit wir die zusätzlichen 27 TWh Ökostrom noch in diesem Jahrzehnt auf die Strecke bringen, brauchen wir optimale Rahmenbindungen. Es sind daher Pragmatismus und Technologieoffenheit anstelle bürokratischer Gesetze und Verbote gefragt“, so Steinecker. Auch bei zahlreichen bevorstehenden Gesetzen (z.B. die europaweit verbindliche Biodiversitätsstrategie, der „Fit-for-55“-Maßnahmenkatalog der Europäischen Kommission, das Bundes-Energieeffizienzgesetz sowie das Klimaschutzgesetz) werde entscheidend sein, dass diese unbürokratisch und ohne unverhältnismäßige Einschränkungen für die Enabler der Energiewende umgesetzt werden.

Versorgungssicherheit

Die Notwendigkeit, das System als Ganzes zu betrachten, betont Herbert Popelka, Vorstandsvorsitzender der OVE Energietechnik. Nur mit einem entsprechend leistungsfähigen Stromnetz sei die Integration von deutlich höheren Anteilen an Erneuerbaren Energien möglich und gleichzeitig die Versorgungssicherheit auf dem gewohnt hohen Niveau zu gewährleisten. „Für die erfolgreiche Energiewende werden neben der Errichtung von Erzeugungsanlagen aus Erneuerbaren von rund 18 GW bis 2030 und deren Netzintegration leistungsfähige Stromnetze, Speichermöglichkeiten sowie Flexibilitätsoptionen und innovative Technologien benötigt. Dabei ist insbesondere das Gesamtsystem und das Zusammenwirken mit anderen Sektoren zu berücksichtigen“, so Popelka.

Neue Anreize

Die neue ökosoziale Steuerreform soll den Unternehmen künftig neue Anreize bieten, in umweltfreundliche und nachhaltige Technologien zu investieren. Folgen nun noch zielgerichtete Förderungen, dann sei die Energiewende eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich, betont Kapsch: „Förderungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien können ein wichtiger Beschäftigungsmotor sein, wenn heimische Entwicklungen, Produkte und Dienstleistungen genutzt werden und dies im Förderprogramm berücksichtigt wird.“ Im Rahmen des Erneuerbaren- Ausbau-Gesetzes ist eine Verordnung vorgesehen, die die regionale Wertschöpfung stärkt, indem sie diese bei den Förderkriterien berücksichtigt und so Wettbewerbsverzerrungen ausgleicht. Diese Verordnung müsse nun rasch in die Umsetzung gehen, fordert Kapsch.

Fachkräftemangel

Neben den rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen spielt für den Erfolg der Energiewende auch die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften eine ausschlaggebende Rolle. Der Fachkräftemangel sei derzeit ein großes Problem, sind sich die Branchenvertreter einig. Damit die Energie- und Klimaziele zeitgerecht umgesetzt werden können, habe die Energiebranche einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskräften. Kapsch fordert daher eine Ausbildungsoffensive, um Qualifikationen im Bereich Elektrotechnik und Informationstechnik massiv zu fördern.

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