Donnerstag, 2. Dezember 2021
3G-Regel am Arbeitsplatz

„Impfzwang durch die Hintertür“

Hintergrund | Julia Jamy | 31.10.2021 | Bilder | | 1  
Ab morgen (1.November) gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Eines steht jetzt schon fest: Es besteht noch viel Aufklärungsbedarf. Ab morgen (1.November) gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Eines steht jetzt schon fest: Es besteht noch viel Aufklärungsbedarf. Lange wurde darüber diskutiert, jetzt ist es fix. Ab morgen (1. November) gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Damit muss man nun also auch im Job geimpft, genesen oder getestet sein. Sie soll Sicherheit bringen und Menschen zum Impfen bewegen. Aber eines steht jetzt schon fest: Es besteht noch viel Aufklärungsbedarf.

Corona. Immer noch. Und es macht leider nicht den Anschein, als würde sich die Situation so schnell wieder beruhigen. Die Infektionszahlen steigen in den letzten Tagen rasant an und die Schutzmaßnahmen werden wieder verschärft. So gilt ab 1. November die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Damit muss man nun also auch im Job geimpft, genesen oder getestet sein. Sollten auch die Zahlen auf der Intensivstation steigen, wovon Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein ausgeht, wird aus der 3G-Regel eine 2,5-Regel. Also geimpft, genesen oder PCR-getestet. Diese verschärften Maßnahmen sollen Sicherheit bringen und Menschen zum Impfen bewegen. Aber wie genau soll das funktionieren?

In Italien gilt die 3G-Regel bereits seit Mitte Oktober. Seitdem ist es immer wieder zu kleineren und größeren Protestaktionen gegen diese Maßnahmen gekommen. Aber es ist auch zu einem Andrang in den Impfzentren gekommen:  Seit Mitte September haben sich 1,8 Millionen Personen impfen lassen; im Monat zuvor waren es noch 1,2 Millionen Personen gewesen. Mindestens eine halbe Million Menschen haben sich demnach zu einer Impfung bewegen lassen, der sie sich ohne die Zertifikatspflicht am Arbeitsplatz wahrscheinlich nicht unterzogen hätten.

Ob die 3G bzw. 2,5 Regel am Arbeitsplatz auch bei uns in Österreich mehr Menschen zum Impfen bewegt, wird sich erst zeigen. Einige Skeptiker sprechen aber schon jetzt von einem „Impfzwang durch die Hintertür“ Aber ist das wirklich so? Das Impfthema hat in den letzten Monaten schon viele Gemüter erhitzt und zu der ein oder anderen Diskussion zwischen Impfbefürwortern und Impfskeptikern geführt. Was hier „richtig“ oder „falsch“ ist kann nur jeder für sich selbst beantworten.

Natürlich sollte jeder selbst entscheiden dürfen, ob er sich impfen lassen möchte oder nicht. Aber ich finde auch, dass es vor allem im Interesse der Betriebe sein sollte, eine sichere Arbeitsumgebung für ihre Mitarbeiter zu gewährleisten. Die Umsetzung dahingehend stelle ich mir aber für Arbeitgeber schwierig vor. In kleineren Unternehmen mit wenig Personal kann die Umsetzung der 3 bzw. 2,5G-Regel ja durchaus gut funktionieren. Aber in größeren Betrieben mit mehreren hundert oder tausend Mitarbeiter schaut das schon wieder ganz anders aus.

Ich glaube, dass sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Betrieben noch Aufklärungsbedarf besteht. Das zeigt auch eine Studie vom Jobportal karriere.at unter Arbeitnehmern und Unternehmen. Demnach gaben 62 Prozent der befragten Arbeitnehmer an, dass an ihrem Arbeitsplatz zwar auf die 3-G-Regel geachtet wird. 43 Prozent von ihnen haben jedoch „kein Problem“ damit, wenn diese Regel missachtet wird. Nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent) fühlt sich dabei unsicher. Zu locker genommen wird die 3-G-Regel derzeit auch auf der Arbeitgeber-Seite, wie die Studie zeigt. Während 55 Prozent der befragten Unternehmen den Vorschlag zur Einführung der 3-G-Regel am Arbeitsplatz begrüßen, ist für fast die Hälfte von ihnen (45 Prozent) deren Beachtung derzeit „(noch) kein Thema“. 55 Prozent der Unternehmen verlangen von ihren Beschäftigten auch keinen Impfnachweis. In den befragten Unternehmen hat die Impfung aktuell aber keine Priorität: Für mehr als die Hälfte von ihnen (57 Prozent) ist der Umgang mit nicht geimpften Mitarbeitern derzeit „kein Thema“, jedes vierte setzt dabei auf Gespräche und eine gemeinsame Lösung. Nur 1 Prozent würde deswegen ihre Arbeitskräfte kündigen.

Es besteht also noch viel Aufklärungsbedarf. In Zeiten des Fachkräftemangels sollte es aber im Interesse der Betriebe sein, eine sichere Arbeitsumgebung für ihre Mitarbeiter zu gewährleisten. Aber auch die Arbeitnehmer haben hier Verantwortung sich an die entsprechenden Maßnahmen zu halten. Denn eines steht fest: Wenn wir diese Situation, in der wir uns mittlerweile seit fast 19 Monaten befinden, hinter uns lassen wollen, schaffen wir das nur gemeinsam.

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Ab morgen (1.November) gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Eines steht jetzt schon fest: Es besteht noch viel Aufklärungsbedarf.
Ab morgen (1.November) gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Eines steht jetzt schon fest: Es besteht noch viel Aufklärungsbedarf.
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Kommentare (1)

  1. Was nützt es, wenn die Ungeimpften getestet sind, die Geimpften aber infektiös?
    Nach meiner Meinung, und da bin ich sicherlich nicht allein, hilft nur 1g, das heißt getestet und gilt für alle!

    13

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