Sonntag, 28. November 2021
Hintergrundkommentar E&W 11/2021

Schrauben anziehen

Hintergrund | Dominik Schebach | 14.11.2021 | Bilder | |  

Dominik Schebach
Eigentlich will ich nicht mehr über die Corona-Krise und COVID-19 schreiben. Im Endeffekt wurde zu dem Thema bereits alles gesagt. – Sollte man meinen.

Dass wegen der ständig steigenden Inzidenz-Zahlen nun die 2G-Regel eingeführt wurde, enttäuscht mich persönlich. Eigentlich müsste jedem schon seit Umsetzung der 3G-Regel klar sein, dass die Situation ernst ist und eine gemeinsame Anstrengung erfordert. Und dass ein weiterer Weihnachts-Hauptsaison-Lockdown samt den negativen Folgen für den österreichischen Wintertourismus nicht mehr tragbar ist, sollte jeder von selbst verstehen. Das gilt besonders für Unternehmer, welche nun bereits durch den zweiten Corona-Herbst – und wahrscheinlich -Winter – navigieren müssen.

Nun also 2G und wenn sich nicht bald etwas ändert 2G+ – geimpft oder genesen und getestet. Danach bleibt eigentlich überhaupt nur noch 1G und 1G+. Die Situation einfach mit einer Führungsschwäche der Politik abzutun, ist zu wenig, obwohl man sich hier auf Landes- und Bundesebene wahrlich nicht mit Ruhm überhäuft hat. Es hilft auch kaum, einfach den Druck auf die Impfverweigerer weiter zu erhöhen. Viele von ihnen haben sich meiner Meinung so in ihre Position verstiegen, dass sie da nicht mehr leicht herauskommen.

Die Schrauben müssen wir leider bei uns selbst anziehen. Jeder muss seinen Beitrag zur Überwindung der Corona-Krise leisten. Als Unternehmer sollte man zusätzlich derzeit alles daransetzen, dass es nicht zu einem weiteren Lockdown kommt. Zwar hat der EFH in den vergangenen Monaten von der Krise profitiert, aber das heißt nicht, dass die Branche die Welle ins Unendliche reiten kann. Irgendwann kippt die Stimmung und dann sitzt auch der EFH auf dem Trockenen. Außerdem sollte man die Gefahr nicht unterschätzen, die von einem Quarantäne-Bescheid ausgeht, sollte plötzlich bei mehreren Mitarbeitern COVID-19 festgestellt werden.

Wenn in den kommenden Wochen Mitarbeiter im Verkauf deswegen ausfallen, dann wird davon der Betrieb ins Mark getroffen. Zudem hat jeder von uns Angehörige oder Freunde, die trotz Impfung keine oder nur geringe Abwehrkräfte gegen COVID-19 aufgebaut haben. Auch die will man nicht gefährden. Deswegen meine ich, sollte jeder Unternehmer, jede Unternehmerin mit gutem Beispiel vorangehen und die Einhaltung der COVID-19-Schutzmaßnahmen in seinem Unternehmen vorleben – und natürlich auch auf deren Einhaltung bestehen. Denn nur wenn die Unternehmensführung hinter diesen Maßnahmen steht, werden auch die Mitarbeiter die COVID-19-Schutzmaßnahmen mittragen. Das ist mühsam, unangenehm und erfordert ständige Aufmerksamkeit. Außerdem ist es moralisch schwer durchzuhalten, denn die meisten Unternehmer, die ich kenne, haben sich ja impfen lassen. Einige bieten ihren Mitarbeitern regelmäßige Testmöglichkeiten. Dass man von einer Minderheit hier gezwungen wird, die ungeliebten Protokolle aufrechtzuerhalten, geht an die Nieren. Es gibt allerdings keine annehmbare Alternative.

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