Sonntag, 28. November 2021
Erfahrung hilft

4. Corona-Welle: Kooperationen geben sich gewappnet

Die Branche | Dominik Schebach | 18.11.2021 | |  
Maskenpflicht und 2G im Handel. Der neue Lockdown für Ungeipfte stellt den Handel vor Probleme. Maskenpflicht und 2G im Handel. Der neue Lockdown für Ungeipfte stellt den Handel vor Probleme. 3G am Arbeitsplatz, Lockdown für Ungeimpfte – angesichts der dramatischen Lage in den Krankenhäusern wegen der Corona-Pandemie überschlagen sich die Aktionen der Bundesregierung. Bei den Kooperationen behält man derweil kühlen Kopf. Nach den Erfahrungen der vergangenen 20 Monate weiß man inzwischen, wie man mit der Krise umzugehen hat.
Erfahrung hilft, ist Expert-GF Alfred Kapfer überzeugt: „Inzwischen haben wir Erfahrung mit Lockdowns.“

In Wels sieht man die Situation gelassen – so weit dies in der jetzigen Situation möglich ist. „Grundsätzlich laufen die Geschäfte hervorragend. Die Mitglieder zerbrechen sich weniger der Kopf über Corona, als über die derzeitige Warensituation, bzw. den Mitarbeiter-Mangel. Teilweise wird es schon schwierig, die Serviceleistungen wie Lieferung & Aufstellung zu erbringen“, erklärt Expert-GF Alfred Kapfer gegenüber elektro.at.

Ansonsten sei die Stimmung unter den Mitgliedern derzeit gut – mit der Einschränkung, dass die Mitglieder nun schon seit bald zwei Jahren wegen der Krise unter Strom stehen. Das schlage sich natürlich bei manchem aufs Gemüt. Auch glaubt Kapfer nicht, dass es mit dem derzeitigen 2G-Bestimmungen im Handel, bzw dem Lockdown für Ungeimpfte schon getan sei: „Persönlich glaube ich, dass wir hier auf einen Lockdown zusteuern, sollte sich die Dynamik nicht ändern. Tatsache ist, dass weiterhin viele Menschen in Österreich nicht geimpft sind. Da werden die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen.  Wir wissen allerdings, wie Lockdown geht. Wir kennen die Situation und können damit umgehen. Spannende Frage ist allerdings, ob dann die Ungeimpften in den Lebensmittel- und Online-Handel abwandern werden.“

3G am Arbeitsplatz

Die größte Unsicherheit für alle Betriebe bleibe natürlich die Gesundheit der Mitarbeiter. Persönlich findet es Kapfer sehr bedauerlich, dass auch nach 20 Monaten Pandemie in viele Regionen abseits von Wien die Tests noch immer nicht funktionieren. „Wenn die Mitarbeiter in Quarantäne müssen, dann hat das natürlich Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft. Deswegen muss jeder Unternehmer wieder Vorsicht walten lassen“, so Kapfer. „Auch wir in der Zentrale setzen Maßnahmen, um den Betrieb auch im Falle des Falles aufrecht zu erhalten. U.a. forcieren wir wieder Home Office und bieten unseren Mitarbeitern Testmöglichkeiten an. Man muss halt auch als Geimpfter vorsichtig sein, damit man niemanden ansteckt bzw angesteckt wird und dann COVID in den eigenen Betrieb einschleppt. Ansonsten bin ich guter Dinge, dass wir das Weihnachtsgeschäft gut meistern werden. Wir brauchen nichts mehr neu erfinden – wir haben inzwischen Erfahrung mit Lockdowns.“

Das Thema schlechthin

„Letztendlich müssen wir klaren Kopf bewahren und mit den Maßnahmen entsprechend umgehen“, erklärt Red Zac Vorstand Brendan Lenane.

Auch bei Red Zac gibt man sich bezüglich weiterer Lockdowns vorbereitet. „Die Frage nach einem möglichen Lockdown ist natürlich DAS Thema schlechthin im Moment! Ich persönlich vertraue der Wissenschaft und hoffe auf die richtigen Entscheidungen & Maßnahmen der Politik. Letztendlich müssen wir klaren Kopf bewahren und mit den Maßnahmen entsprechend umgehen“, erklärt dazu  Red Zac Vorstand Brendan Lenane.

Die Stimmung unter den Mitgliedern sei verhalten. Die aktuelle Entwicklung mache natürlich wenig Laune und die Unsicherheit sei mitunter groß. „Selbstverständlich gibt es Ängste was die vermeintlichen Auswirkungen (aktueller und möglicher zukünftiger) Maßnahmen auf das Weihnachtsgeschäft betrifft“, erklärt Lenane.  Red Zac trifft aktuell eine Vielzahl an Vorbereitungen, wie der Vorstand weiter berichtet. So werden natürlich die Maßnahmen in der Kooperationszentrale verschärft. „Es ist für uns sehr wichtig die Robustheit unserer Organisation entsprechend abzusichern, um für Händler und Industriepartner lückenlos erreichbar zu sein. Außerdem hat die Gesundheit der Kollegen in der Zentrale höchste Priorität.“ Zudem werden Werbemaßnahmen für mehrere mögliche Szenarien ausgearbeitet – dies, um kurzfristig agieren zu können, wie der Vorstand sagt. Zuguterletzt ist (und bleibt) Ware und Verfügbarkeit ein Thema. Auch hierzu werde ein klarer Fokus gesetzt, sagt Lenane.

Vorausschauendes Handeln statt Aktionismus gefordert

ElectronicPartner-Geschäftsführer Michael Hofer spart angesichts der aktuellen Covid-Entwicklung nicht mit Kritik: „Es würde sehr helfen, wenn die Politik vom Aktionismus zum vorausschauenden Handeln finden würde. Bis dato sind wir leider immer hinterher und es gibt keine stringenten Maßnahmen bzw. keine klar erkennbare Zielsetzung hinter den Maßnahmen. Das hat zur Folge, dass das Vertrauen in die Politik zunehmend schwindet – und für einen Lockdown würde derzeit das Verständnis fehlen”, so Hofer, der insbesondere darüber ärgert, dass ein drohender Lockdown in die wichtigste Umsatzzeit des Handels fallen würde. Außerdem vermisst er aufgrund der uneinheitlichen Maßnahmen und Regelungen in den einzelnen Bundesländern die Planungssicherheit für die Privatwirtschaft.

ElectronicPartner-Geschäftsführer Michael Hofer fordert von der Politik klare Ansagen und vorausschauendes Handeln statt Aktionismus.

Seitens der Kooperationszentrale sei man jedenfalls „vorbereitet und für alles gerüstet”, betont Hofer. „Wir könnten von heute auf morgen in den ‚Lockdown-Modus‘ wechseln.“ Lobende Worte findet er für die Mitglieder: „Ich bin stolz darauf, mit welch positiver Energie unsere Händler diese Situation meistern. Doch man darf sich nicht wundern, dass auch unter diesen das Verständnis sinkt.”

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