Sonntag, 28. November 2021
HV: Ein „Tal der Tränen“, das jetzt auf den Handel zukommt

Kollektiver Kaufrausch vor dem Lockdown – zumindest mancherorts

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 22.11.2021 | |  
Der Handelsverband zieht eine positive Bilanz nach letztem Einkaufssamstag vor dem Lockdown. Überdurchschnittliche Umsätze von rund +15% wurden gezählt - zumindest mancherorts. (Bild: Pixabay) Der Handelsverband zieht eine positive Bilanz nach letztem Einkaufssamstag vor dem Lockdown. Überdurchschnittliche Umsätze von rund +15% wurden gezählt - zumindest mancherorts. (Bild: Pixabay) Wie der Handelsverband berichtet, hätten die österreichischen Händler am letzten Einkaufssamstag vor dem verordneten bundesweiten Lockdown um ca. 10% erhöhte Frequenzen und auch überdurchschnittliche Umsätze von rund +15% im Schnitt (im Vergleich zu 2019) in den Geschäften verzeichnet.

Man hat erwartet, dass die Österreicher vor dem vierten Lockdown noch mal kräftig shoppen gehen. Der erhöhte Kundenandrang war quer durch ganz Österreich zu spüren, allerdings im Westen stärker ausgeprägt als in Ostösterreich, wie der Handelsverband berichtet. „In Westösterreich gab es mancherorts auch Schlangenbildung vor den Geschäften, insb. dort, wo großzügige Rabatte (-25%) oder vorgezogene Black Friday Specials angeboten wurden.“

Branchenvergleich: Elektro mitunter am stärksten nachgefragt

Im Branchenvergleich zählten die Elektro-, Spielzeug-, Sport-, Kosmetik-, Buch- und Modehändler zu den am stärksten nachgefragten Branchen. Was den Ort des Einkaufs angeht, hatten die Fachmarktzentren eindeutig die Nase vorn – „dies vor allem weil viele ‚Zielkäufer‘ unterwegs waren“, sagt der Handelsverband. „Bei den Shoppingcentern waren die Besucherzahlen ebenfalls großteils überdurchschnittlich, mancherorts aber auch durchwachsen.

Große Corona Demo in Wien spürbar

„In Wien waren die negativen Auswirkungen der großen Corona Demo im gesamten ersten Bezirk und auch auf der Mariahilfer Straße deutlich spürbar. Entsprechende Warnungen im Fernsehen und Radio, die Wiener City zu meiden, haben insbesondere dem Uhren-, Schmuck- und Modehandel im ersten Bezirk einiges an Umsatz gekostet. Angesichts der Umstände waren die Kundenzahlen dennoch zufriedenstellend. Abgesehen von der Wiener Innenstadt waren die Handelsumsätze auch regional sehr unterschiedlich verteilt. Insbesondere einige Bezirkshauptstädte in den Tourismusregionen mussten im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 auch Umsatzverluste verkraften“, berichtet der Verband.

Bundesweit stehen die heimischen Händler derzeit – über alle NonFood-Branchen hinweg – laut Handelsverband bei rund -25% Umsatz im Vergleich zum November 2019. Das sei insbesondere auf den „Lockdown für Ungeimpfte“ zurückzuführen, wie Handelsverband GF Rainer Will anmerkt. „Alle Kosten der Händler laufen jedoch normal weiter und konnten so kurzfristig gar nicht reduziert, geschweige denn storniert werden. Auch die doppelten Gehälter sind zu bezahlen, daher müssen auch die staatlichen Hilfen mit dem ersten Tag des Lockdowns fließen.“

Tal der Tränen

„Der letzte Einkaufssamstag vor dem harten Lockdown war in vielen Bereichen ein guter. Allerdings kann er in keiner Weise das Tal der Tränen wettmachen, das jetzt auf den Handel zukommt. Zielkäufer haben den gestrigen Tag dominiert. In Wien wurde die Einkaufslaune durch eine Demo getrübt, die in der Innenstadt vielerorts zu heftigen Umsatzausfällen geführt hat“, so das Fazit von Rainer Will.

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