Sonntag, 28. November 2021
RegioPlan-Analyse: Weihnachtsumsätze 2021

„Ein weiterer Tiefschlag für den stationären Einzelhandel“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 25.11.2021 | |  
Die Entwicklung der Weihnachtsumsätze in Österreich von 2011 bis 2021. In der Pandemie sind die Umsätze deutlich eingebrochen. (Grafik: RegioPlan) Die Entwicklung der Weihnachtsumsätze in Österreich von 2011 bis 2021. In der Pandemie sind die Umsätze deutlich eingebrochen. (Grafik: RegioPlan) RegioPlan analysierte, wie jedes Jahr, das kommende Weihnachtsgeschäft und stellte fest: Der Weihnachtsumsatz wird sich, wie im Vorjahr, vermehrt ins Netz verlagern. Zu den wirtschaftlich am stärksten Leidtragenden zählt einmal mehr der stationäre Einzelhandel.

Seit Montag, den 22. November 2021, gilt für das gesamte Land ein dreiwöchiger Lockdown, wie Regierungs- und Landesvertreter am 19. November 2021 verkündeten. Das zieht die bekannten Schließungen sowie ganztägige Ausgangsbeschränkungen nach sich. „Zu den wirtschaftlich am stärksten Leidtragenden zählt einmal mehr der stationäre Einzelhandel – vor allem angesichts des Weihnachtsumsatzes, der sich wie im Vorjahr vermehrt ins Netz verlagern wird“, sagt RegioPlan.

Vorausgesetzt, die stationären Geschäfte dürfen Mitte Dezember 2021 ihre Pforten wieder öffnen, belaufen sich die heurigen Weihnachtsumsätze aus heutiger Sicht laut RegioPlan-Prognose auf etwa 1,8 Milliarden Euro. Der Vergleichswert des Vorjahres, das ebenfalls schon unter dem Zeichen der Pandemie stand, betrug 1,75 Milliarden Euro. Der Zuwachs von rund 3% decke lediglich die Inflation ab, wie RegioPlan sagt. „Anno 2019 machten die Weihnachtsumsätze in Österreich 2,1 Milliarden Euro aus. In Relation dazu bricht das Jahr 2021 um circa 14% ein.“

Die größten Verlierer

Mit einem Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahr um -40% auf rund 60 Millionen Euro sind die Christkindlmärkte (inklusive Gastronomie) die größten Verlierer. Um die Relation zur Zeit vor der Pandemie herzustellen: „Alleine der berühmte Markt am Wiener Rathauspark erzielte 2019 einen Umsatz in der Höhe von etwa 100 Millionen Euro. Im Gegensatz dazu legt der Onlinehandel, der schon 2020 einen Zuwachs von +47% an den Weihnachtsumsätzen registrieren konnte, heuer nochmals um +7% zu.“

120 Millionen Euro Umsatzentgang täglich

Vorausgesetzt, die stationären Geschäfte dürfen Mitte Dezember 2021 ihre Pforten wieder öffnen, belaufen sich die heurigen Weihnachtsumsätze aus heutiger Sicht laut RegioPlan-Prognose auf etwa 1,8 Milliarden Euro. (Grafik: RegioPlan)

Generell mussten die heimischen Handelsunternehmen schon wegen des Anfang letzter Woche ausgerufenen „Lockdowns für Ungeimpfte“ mit einem Umsatzentgang in Höhe von etwa 30 Millionen Euro pro Tag kalkulieren, zeigt die RegioPlan-Analyse. „Aufgrund des harten Lockdowns und der Schließungen steigt dieser Wert auf rund 120 Millionen Euro täglich. Betroffen sind primär Innenstädte und Einkaufszentren.“

Turbo für den Onlinehandel

Für den Onlinehandel hingegen bedeutet die Schließung des stationären Einzelhandels einen Treiber. So werden die Österreicher während des Lockdowns laut RegioPlan zusätzlich um rund 1,4 Milliarden Euro im Netz einkaufen. „Das entspricht durchschnittlich etwa 160 Euro pro Person. Davon fließen 120 Euro in ausländische Onlineshops, primär nach Deutschland. Nur rund 40 Euro kommen der heimischen Wirtschaft zugute“, sagt RegioPlan.

Auf der Gewinnerseite

Neben Apotheken und Drogeriemärkten profitiert der Lebensmitteleinzelhandel vom neuerlichen Lockdown: Wegen Homeoffice und der Schließung der Gastronomie wird wieder mehr in den eigenen vier Wänden gekocht. Dafür sind Einkäufe nötig. Nicht zu vergessen, dass die Lebensmittelhändler Zusatzumsätze erwirtschaften, weil die Kunden Non-Food-Artikel wie Spiel- oder Schreibwaren derzeit nur bei ihnen stationär erstehen können.

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