Dienstag, 9. August 2022
Säule der Energiewende

Klima- und Energiefonds evaluiert „Speicherinitiative”

Photovoltaik Energiezukunft | Wolfgang Schalko | 22.12.2021 | |  Wissen
Wie leistungsfähige und nachhaltige Speicher konkret in unser Energiesystem erfolgreich integriert werden können und welche relevanten Anwendungen empfohlen werden, beleuchtet ein aktueller Bericht der „Speicherinitiative“ des Klima- und Energiefonds. Als wesentliche Aktionsfelder wurden „Energiewirtschaft“, „Industrie & Gewerbe“, „Haushalte“ und „Neue Player“ definiert und dazu zehn Zielbilder erarbeitet, die aus Sicht der 150 involvierten Experten für das Gelingen der Energiewende am wesentlichsten sind.

Das größte Potenzial in Hinblick auf das Gelingen der Energiewende wird im Bereich der Energiewirtschaft, konkret bei der direkten und indirekten Nutzung von Strom- und Wärmespeichern durch Energieversorger erkannt. Zum Einsatz kommen sollen dabei neben eigens errichteten großen Strom- und Wärmespeichern auch private und gewerbliche Speicher, etwa bei Energiegemeinschaften.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Die Energiewende ist ein wichtiger und erforderlicher Schritt für mehr Klimaschutz in Österreich. Keine Frage – es ist noch viel zu tun, um Österreich bis 2040 fossilfrei zu machen. Die Energiewende ist dabei vor allem eine Chance, die es zu nutzen gilt. Nur so können wir in Österreich und weltweit eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz einnehmen und österreichische Unternehmen zu Weltmarktführern bei Strom- und Wärmespeichern machen. Wo wir konkret ansetzen müssen, das zeigen uns die nun vorliegenden Ergebnisse der Speicherinitiative.“

Folgende Zielbilder wurden, gereiht nach Potenzial (in absteigender Reihenfolge), erarbeitet:

  1. Direkte und indirekte Nutzung von Strom- und Wärmespeichern durch Energieversorger zur Optimierung des Gesamtsystems (Energiewirtschaft)
  2. Stromspeicher zur Lastspitzenreduktion (Industrie & Gewerbe)
  3. Saisonale Stromspeicher (Energiewirtschaft)
  4. Saisonale Wärmespeicher (Neue Player)
  5. Netz- und systemdienliche Nutzung privater Strom- und Wärmespeicher – Power-to-Heat (Haushalte)
  6. Gemeinschaftliche Nutzung von (zentralen) Stromspeicher in EnergieGemeinschaften (Haushalte)
  7. Wärmespeicher zur Abwärmenutzung (Industrie & Gewerbe)
  8. Elektromobilität zur lokalen Netzstabilisierung (Neue Player)
  9. Lokale Stromspeicher als netz- und systemdienliche Betriebsmittel für Netzbetreiber (Energiewirtschaft)
  10. Die Energiegemeinschaft als virtuelles Kraftwerk bzw. virtueller Speicher (Neue Player)

In Bezug auf die Umsetzungsmaßnahmen setzten die Experten auf eine ganzheitliche Betrachtung von Speichern: Um die Energiewende erfolgreich und langfristig umzusetzen brauche es u.a. entsprechende rechtlich bzw. regulatorische Rahmenbedingungen, neue Geschäftsmodelle, technologische Innovationen und Bewusstseinsbildung bei allen gesellschaftlichen Akteuren.

Dazu die beiden GF des Klima- und Energiefonds, Theresia Vogel und Ingmar Höbarth: „Strom- und Wärmespeicher spielen eine zentrale Rolle bei der Energie- und Mobilitätswende. Als ‚Enabler‘ von Klimaschutzaktivitäten in Österreich zeigen wir durch unsere Speicherinitiative relevante Themen in diesem Bereich auf und gießen sie anschließend in konkrete Förderungen. Dabei haben wir stets das Gesamtsystem im Blick und betrachten (volks-) wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Technologiefolgen.“

Über die Speicherinitiative

Um den Status quo unterschiedlicher Speichertechnologien und -anwendungen zu dokumentieren, die Möglichkeiten einer nachhaltigen Integration ins Energiesystem zu identifizieren sowie potenziellen Marktteilnehmern fundierte Informationen darüber bereitzustellen, startete der Klima- und Energiefonds 2015 die Speicherinitiative. Gemeinsam mit etwa 150 Experten wurden damals knapp 100 konkrete Handlungsempfehlungen für Forschungs- und Umsetzungsaktivitäten erarbeitet und im „Abschlussbericht der Speicherinitiative Startphase“ zusammengefasst.

Basierend auf diesen bereits identifizierten Handlungsempfehlungen startete im Herbst 2019 die 2. Phase der Speicherinitiative. Dabei wurden aktuelle/geänderte Entwicklungen evaluiert, weiterentwickelt und geclustert. Der jetzt vorliegende Abschlussbericht umfasst 10 Zielbilder für den Einsatz von Energiespeichersystemen in Österreich für das Jahr 2030 und 10 konkrete Umsetzungsmaßnahmen. Die Autoren des Berichts stammen von der Fachhochschule Technikum Wien und der Energy Changes Projektentwicklung GmbH.

Detaillierte Informationen finden Sie unter www.speicherinitiative.at.

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