Donnerstag, 30. Juni 2022
Reparaturbonus

Gegen die Wegwerfgesellschaft

Hintergrund | Julia Jamy | 24.04.2022 | Bilder | | 4  
(© Pixabay) Der Startschuss ist erfolgt: Ab kommenden Dienstag, 26. April 2022, kann in Österreich der Reparaturbonus für Elektro- und Elektronikgeräte eingelöst werden. Ziel ist es, die Nachfrage für die heimischen Reparaturbetriebe zu steigern und die Anzahl von Elektrogeräten, die eigentlich noch repariert werden können, im Müll zu senken. Eine Win-Win-Win Situation für heimische Betriebe, Kunden und die Umwelt.

Es soll ein Anreiz für Müllvermeidung und Nachhaltigkeit sein: Wer seine Elektrogeräte zukünftig reparieren lässt, statt sie wegzuwerfen, erhält einen Reparatur-Bonus von maximal 200 Euro. Damit soll in erster Linie der Elektroschrott pro Haushalt minimiert und die Reparierbarkeit der Haushaltsgeräte verbessert werden.

Wir werden oft dazu verleitet, uns neue Geräte zu kaufen, obwohl das zuvor benutzte Gerät noch einwandfrei funktioniert, oder auch kaputte Geräte einfach auszutauschen, anstatt diese zu reparieren. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch unser Geldbörserl. Mit dem Reparaturbonus soll nun der Wegwerfmentalität entgegengesetzt werden.

Dass es nahezu immer sinnvoll ist kaputte Geräte zu reparieren, zeigte vor Kurzem eine Studie des VKI (Verein für Konsumenteninformation). Es wurde untersucht, ob man für Haushaltsgeräte, die älter als zehn Jahre sind, Ersatzteile findet. Demnach sind Ersatzteile für ältere, langlebige Haushaltsgeräte oft noch gut erhältlich. 85 Prozent der Reserveteile waren am Markt noch erhältlich.

Aber nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht, bringt der Reparaturbonus viele Vorteile mit sich. So können auf Reparaturen spezialisierte Betriebe auf mehr Geschäft und zusätzliche Aufträge hoffen. Kaputtes zu reparieren statt wegzuwerfen, zahlt sich also in jedem Fall aus.

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(© Pixabay)
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Kommentare (4)

  1. Personalkosten werden bestimmt nicht für irgendwelche Gutschein- Gültigkeits- Überprüfungen, Termin – Abrechnungen, etc. verwendet. Auf die Gefahr hin, dass dann der Reparaturfall doch nicht dabei ist, und man durch die Finger schaut.

    Also „Seit’s ma ned bös“ … das sich dieser Blödsinn in der jetzigen Art und ´Weise rechnet, müsste sich vor dem Betrieb eine 10 KM lange, bettelnde Warteschlange bilden.

    Die ersten 5 Jahre Garantie ist ja schon fast der Regelfall. Überschreitet ein Produkt das Alter von 8 – 9 Jahren, möchte es zu 99 % der Fälle keiner mehr reparieren lassen ( man freut sich doch manchmal auch auf etwas Neues ) .

    Was bleibt dann übrig ? Ah..ja.. der € 30,– Reparatur – Bon für den Kostenvoranschlag. Wäre da dann noch was zum draufzahlen, na dann..

    Nachvollziehbarer wäre der Ansatz bei der Reparierbarkeit der Geräte.

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  2. …Win-Win Situation für heimische Betriebe?

    Darüber muss ich lachen:
    – der Reparaturbonus kann ausschließlich bei einer Reparaturwerkstätte mit Nachweis des reglementierten Gewerbes eingelöst werden – also im Unterhaltungselektronikbereich bei ein paar Wenigen!!!

    – der Handel bleibt ausgeschlossen – ja AUSGESCHLOSSEN
    … da es ja ein freies Gewerbe ist…

    Folgende Situation:
    Ein Kunde kauft (selten aber doch, weil er den Vor-Ort Service möchte) beim Händler in der näheren Umgebung einen hochwertigen deutschen Fernseher, lässt sich diesen liefern und montieren.
    Unglücklicherweise hat der TV nach ein paar Jahren einen Defekt.
    Nun hat aber unser Kunde vom Reparaturbonus gehört und wendet sich an den Händler seines Vertrauens.
    Schließlich hat dieser ihm den Fernseher ja vor ein paar Jahren super montiert und eingestellt.
    Der Spießrutenlauf beginnt:
    – der Händler kann ihm den Reparaturbonus-Bon nicht einlösen!
    – Die Reparatur-Werkstätte montiert den TV nicht von der Wand und/oder stellt ihn nicht mehr nach erfolgter Reparatur nach den Wünschen des Kunden ein: Würde mindestens eine Stunde mehr in Anspruch nehmen, die meist nicht eingeplant ist
    – bei oben genanntem Gerät handelt es sich um einen deutschen Fernseher.
    D.h. die Ersatzteile sprich Main-/Powerboard/G-Modul werden an den Vertragspartner – ja genau(!) – den Händler geschickt…
    ääähm: wie bekommt nun unser Kunde den TV mit dem Reparaturbonus-Bon repariert, montiert und eingestellt wie vor dem Defekt?

    Es ist an der Zeit, dass hier die Medien genauer recherchieren und publizieren:
    Eine Einlösung des Reparaturbonus ist bei Händlern nicht möglich!!!

    Ich jedenfalls habe es versucht, eine Registrierung zu erhalten.
    Natürlich ohne Erfolg – als Händler habe ich keine Berechtigung dazu, aber ich könnte Einspruch auf die Absage erheben…

    Mich wundert, dass man nicht den bewährten Reparaturbonus Salzburgs und einiger anderer Bundesländer als Vorbild genommen hat:
    Hier ist ausschließlich eine Registrierung des Handelsbetriebes notwendig – der Kunde wickelt den Bonus direkt mit dem Land ab und erhält den Betrag überwiesen.
    Ohne komplizierte Abwicklung für den Betrieb mit Bon-Überprüfung, Rechnungsstellung an den Bund, usw.

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    1. Hallo!
      Als Mitarbeiter eines gut besuchten News-Blogs-Magazin, welches Wirtschaft als eine Hauptrubrik hat, interessiert uns das sehr. Wir sind bekannt für einen kritischen Blick auf die Zeit und schreiben ggf. auch gegen den Einheitsbrei der Regierungsmedien an.

      Bez. des neuen (was ist nun wirklich daran neu?) Reparaturbonus (eine tolle Idee) haben wir die Erfahrung gemacht, dass div. Firmen schon vor vielen Jahren dabei waren – aber aufgrund bürokratischer Hürden nicht dabei blieben.
      Wir selbst ließen so manche IT-Geräte reparieren (und oder kaufen refurbed). Doch zu einem Bonus kamen wir nie, denn die Werkstätte, die dies machen konnten, waren nicht oder nicht mehr bei dem Bonusprogramm.

      Der Einwand bez. der Händler ist sehr interessant und passt zu manch weiterer Kritik (ausgeschlossene Dinge, Funktionsstörungen der Websites, Bürokratie, … etc.).
      Das gehört in jedem Fall publiziert!
      Ein paar Hinweise, wer wir sind, habe ich hinterlassen, wir freuen uns auf eine Zuschrift!

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