Donnerstag, 30. Juni 2022
Markenname soll erhalten bleiben

Onkyo am Ende – Klarstellung von Aqipa

Multimedia | Wolfgang Schalko | 20.05.2022 | | 4  
Die japanische Onkyo Corp. musste Insolvenz anmelden – der Markenname soll aber nicht verschwinden. Die japanische Onkyo Corp. musste Insolvenz anmelden – der Markenname soll aber nicht verschwinden. (© Onkyo) Der japanische Audiospezialist Onkyo – weltbekannt mit den Marken Onkyo, Pioneer, Pioneer Elite und Integra – musste diese Woche in Japan Insolvenz anmelden. Finanzielle Schwierigkeiten waren seit längerem bekannt und hatten u.a. zur Veräußerung der Consumer-Audio-Sparte an Voxx International und Sharp im Vorjahr geführt. Europa-Distributor Aqipa sieht das Geschäft dadurch nicht gefährdet oder beeinträchtigt.

Wie die Aqipa in einer aktuellen Aussendung bekannt gab, werde man Produkte der genannten Marken trotzdem weiterhin vermarkten. Aqipa werde sich auch weiterhin auf die Erfüllung des bestehenden Distributionsvertrags sowie die Lieferung der Produkte nach Europa mindestens bis Ende 2023 konzentrieren.

„Wir bedauern die Insolvenz von Onkyo überaus. Sie kam, aufgrund des Verkaufes im letzten Jahr, für uns nicht überraschend und wird keine unmittelbaren Auswirkungen auf unsere Geschäftsbeziehung mit VOXX haben, welcher unser derzeitiger Vertragspartner für den Master-Distributionsvertrag der Marken Pioneer, Onkyo und Integra ist”, so Klaus Trapl, Vice President of Global Sales Aqipa.

Derzeit sei allerdings nur eine begrenzte Anzahl von Modellen von Onkyo und Pioneer in Europa erhältlich, die über ausgewählte Partner und den offiziellen EU-Online-Store von Pioneer und Onkyo vertrieben werden.

Onkyo – Mobilgeräte und Streaming als Sargnägel

Onkyo wurde 1946 gegründet und war im Heimkino-Bereich insbesondere für HiFi-Verstärker und AV-Receiver, aber auch für Plattenspieler, Lautsprecher und Kopfhörer, bekannt. Mit dem Aufkommen von mobilen Geräten und Streaming-Diensten begann Onkyos Kerngeschäft jedoch zu leiden – kontinuierliche Umsatzeinbußen waren die Folge.

Bereits 2019 startete Sound United (Muttergesellschaft von Denon, Polk Audio, Marantz, Definitive Technology, HEOS, etc.) einen Übernahmeversuch, der allerdings kurzerhand wieder ad acta gelegt wurde.

2021 übernahmen schließlich Voxx International (bekannt für Marken wie Klipsch, Magnat, Heco und Jamo) und Sharp das Consumer AV-Kerngeschäft von Onkyo. Die Kopfhörer-Sparte stieß Onkyo ebenfalls noch 2021 an einen Investmentfonds ab.

Das Joint-Venture aus Sharp und Voxx will die Marke allerdings fortführen und weiter Produkte unter dem Namen Onkyo entwickeln. Onkyo selbst ist mit Verbindlichkeiten von umgerechnet rund 23 Mio. Euro aber am Ende.

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Kommentare (4)

  1. Aufgrund einer stets gewaltigen Betreuung durch Rene Mahler immer sehr beliebt und besonders im AV Segment gern verkauft. Mein 5.0 Focal System mit Pro-Ject Plattinger wird von einem 806er nach wie vor sauber angetrieben. Onkyo war für mich immer mit Rene und seinen roten Schuhen verbunden 🙂

  2. 1988 – erstes Lehrjahr – Köck, Keplerplatz. Mit großen Augen bin ich immer fasziniert in der HiFi-Abteilung, vorwiegend vor den Geräten von TECHNICS und ONKYO gestanden und hab alle Regler und Schieber und Tasten ausprobiert. Dazu geschalten meistens die PILOT ST-505 Lautsprecher, die ich mir dann auch endlich im 2ten Lehrjahr leisten konnte (in Mahagoni, und ich hab sie nach 34 Jahren immer noch). Aber das ist der Lauf der Zeit. Marken kommen und gehen. Um ONKYO ist es ewig Schade!

    1
  3. Schade, schade, schade ….
    eine mit sehr geliebte Marke geht! Nebst Technics und Maranz, früher auch Sony ein Topplayer und für Durchschnitzverdiener leistbar.

  4. In meinem letzten Onkyo steckte schon mehr Pioneer als vom Ursprungsprodukt drinnen.
    Irgendwie schade. Jetzt trifft es auch schon fernöstliche Traditionsmarken, dass sie nur noch als Marketinglabel herhalten dürfen.

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