Freitag, 12. August 2022
Twitter- Übernahme

Zu viel Macht in wenigen Händen

Über den Rand | Julia Jamy | 22.05.2022 | Bilder | | 6  Meinung
(© Pixabay) Der reichste Mann der Welt kauft sich mal eben eines der größten sozialen Netzwerke, um es privat zu betreiben. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch demokratiefeindlich.

Eines gleich vorweg: Die Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Gut. Diese Freiheit aber zu missbrauchen, um im Internet Hass und Hetze zu verbreiten und Nutzer gezielt mit falschen Informationen zu manipulieren, ist nicht nur gefährlich, sondern auch demokratiefeindlich. Deshalb halte ist es für äußerst bedenklich, wenn Elon Musk sagt, er wolle Twitter für 44 Milliarden Dollar übernehmen. Er möchte Twitter zu einer „globalen Plattform für Redefreiheit“ machen, sagt er. Twitter mag vielleicht nicht so eine große Reichweite, wie andere soziale Netzwerke haben. Aber Twitter ist eben auch der Ort, wo Schlagzeilen gemacht und verbreitet werden und Meinungen gebildet werden.

Facebook zeigt meiner Meinung nach sehr anschaulich, wie gefährlich eine Plattform sein kann, wenn nur eine Person alleine bestimmen darf. Immer wieder stehen Vorwürfe im Raum, dass Facebook eigene Gewinne über die Sicherheit von Menschen stellt – mit verheerenden Folgen für Demokratie und Gesellschaft. „Ich glaube, dass die Produkte von Facebook Kindern schaden, Spaltung anheizen und unsere Demokratie schwächen.“, sagte z.B. die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin und Whistleblowerin Frances Haugen.

Ein neues Gesetz soll nun in der EU für einheitliche Plattformregeln sorgen. Im Digitale-Dienste-Gesetz ist festgelegt, wann Hassrede gelöscht werden muss, ebenso haben Nutzer, die sich zensiert fühlen, die Möglichkeit Einspruch zu erheben. Ob dies in der Praxis genutzt wird, ist aber eine andere Frage.

Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass sich der reichste Mann der Welt einfach mal eine solche relevante Plattform kauft und nach seinen eigenen Wünschen umformen kann. Denn wir als Gesellschaft müssen die Regeln für große Plattformen vorgeben und nicht einigen wenigen Menschen überlassen, die vor allem immer nur ihre eigene Vorstellung von Meinungsfreiheit durchsetzen möchten.

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(© Pixabay)
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Kommentare (6)

  1. Ich mag diese Newsletter. Für mich persönlich stellen sie eine willkommene, abwechslungsreiche, teils humorvolle Unterhaltung dar. Das schätze ich sehr.
    Was ich hingegen nicht schätze und auch nicht verstehe, sind Leute, die Journalisten beleidigen, nur weil diese ihre persönliche Meinung äußern. Und was ich auch nicht verstehe, sind Leute, die am Wochenende ihre E-Mails öffnen, obwohl sie doch scheinbar am Wochenende nicht durch E-Mails gestört werden möchten.
    Kleiner Tipp: Man kann Handy, Tablet und PC auch einfach weglegen. Das tut manchmal richtig gut.

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  2. Mir ist völlig unbegreiflich, was dieses Thema in einem Elektro-Fachmagazin zu suchen hat. Traurig finde ich es, wenn sogar schon hier „Journalisten“ der Meinung sind, mit ihrer – wohlgemerkt unqualifizierten – persönlichen, politisch gefärbten Meinung ihre Leser zu belästigen, und das noch dazu am Wochenende. Für mich ein ganz klares No-Go.

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    1. Lieber Thomas,

      wir sind als Medium für Kritik gerne offen, jedoch halte ich diese im konkreten Fall für unangebracht – schon deshalb, weil die Beiträge im Sonntags-Newsletter ganz bewusst überwiegend aus Meinungen der Redaktion und „Off-Topic”-Themen bestehen. In dieser Hinsicht ist ein Artikel über einen Mann, der sein Vermögen v.a. mit dem Verkauf von Elektroautos gemacht hat und sich den „Twitter Share-Button” unter den Nagel reißen will, der sich bei allen Beiträgen auf elektro.at findet, eigentlich gar nicht so Off-Topic…

      Wie manipulativ sich Plattformen wie Twitter einsetzen lassen, hat Elon Musk ja selbst schon einige Male sehr eindrucksvoll bewiesen – jüngst, indem er mit einem „halblustigen” Tweet auf der Plattform, die er kaufen will, über die Plattform, die er kaufen will, den Preis für ebendiese von jetzt auf gleich um ein paar Milliarden Dollar gedrückt hat. Unter „Redefreiheit” versteht Musk übrigens nicht zuletzt, Menschen wie Donald Trump aus der sozial-medialen Versenkung zu holen und zu rehabilitieren – Prost-Mahlzeit kann ich da nur sagen.

      Wenn sich so einer eine derart bedeutende Plattform wie Twitter einverleibt, dann müssen beim Journalisten alleine aufgrund der medialen Machtkonzentration naturgemäß die Alarmglocken schrillen. Sich in weiterer Folge Gedanken über die potenzielle Gefährdung der Meinungsfreiheit zu machen, ist weder politisch gefärbt noch unqualifiziert, sondern sollte vielmehr als Weckruf verstanden werden bzw. als eine Mahnung, die beim Blick auf das aktuelle Weltgeschehen gar nicht oft und eindringlich genug wiederholt werden kann.

      Herzliche Grüße,
      Wolfgang Schalko

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    2. Und mir ist völlig unbegreiflich was so ein sinnloserund unqualifizierter Kommentar hier zu suchen hat. Hat der Herr Ollinger schlecht geschlafen oder war die Frau sauer?

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