Sonntag, 26. Juni 2022
Bundesverband zeigt Lösungswege zum effizienten Netzausbau

PV Austria: „Keine Energiewende ohne Stromnetzwende“

Photovoltaik | Julia Jamy | 09.06.2022 | |  
Der Bundesverband Photovoltaic Austria  zeigt Lösungswege zum effizienten Netzausbau. Der Bundesverband Photovoltaic Austria zeigt Lösungswege zum effizienten Netzausbau. (© PV Austria) Der Photovoltaikausbau hängt unter anderem vom Ausbau der Netzinfrastruktur ab. Jedoch befürchtet die PV-Branche bereits jetzt eine Auslastung des Stromnetzes. „Österreich hat den umfassenden Netzausbau, den wir alle für eine 100% erneuerbare Stromversorgung brauchen, in den letzten Jahren vollkommen verschlafen.", sagt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria).

Die Stromnetze der Zukunft müssen laut dem Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) eine weit größere Anzahl an Teilnehmern integrieren können, denn neben Strombeziehern, gebe es auch immer mehr Personen, die selbst produzierten Strom ins Netz einspeisen. Für die Energiewende und die Energieunabhängigkeit muss laut dem Bundesverband insgesamt ungleich mehr Sonnenstrom durch Österreichs Netze fließen als heute.

„Österreich hat den umfassenden Netzausbau, den wir alle für eine 100% erneuerbare Stromversorgung brauchen, in den letzten Jahren vollkommen verschlafen. Es kann nicht sein, dass wir den gerade erst geschafften Ausbauschwung wieder verlieren, weil die Infrastruktur nicht im gleichen Tempo ausgebaut wird. Jetzt heißt es anpacken und investieren – und zwar in unser aller Zukunft“, zeigt sich Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria), alarmiert.

Bremshebel beim Stromnetz lösen

PV Austria präsentiert daher notwendige Lösungswege, um den Bremshebel beim Stromnetz zu lösen:

1. Transparenz: Die PV Austria fordert mehr Transparenz seitens der Netzbetreiber. Netzkapazitäten müssen in Zukunft transparent einsehbar werden. Dies wäre eine Win-Win- Situation für Alle, da sich so die Anzahl der Anfragen bei Netzbetreibern verringert. Wird diese Transparenz mit einer klar geregelten Vergabe der freien Netzkapazitäten kombiniert, würde die Planbarkeit von PV-Anlagen enorm gesteigert werden, so der Bundesverband.

2. Ausbauplan: Zudem hält die PV Austria einen öffentlich zugänglichen Ausbauplan des Stromnetzes bis zu den untersten Netzebenen für ausschlaggebend. „Es muss klar sein, wann und wo Netzkapazitäten vorhanden sind. Nur so kann sichergestellt werden, dass möglichst viele erneuerbare Energieanlagen darin Platz haben.“

3. Klar geregelter Netzzutritt: Die PV Austria fordert außerdem ein einfaches, automatisiertes und österreichweit einheitliches Verfahren für den Netzzutritt mit einer PV-Anlage. Darüber hinaus müssen die Kosten vorab transparent sein. „Die aktuelle Situation erschwert das Arbeiten für die Branche enorm, weil völlig unklar ist, wo noch Kapazitäten verfügbar sind, wie lange die Beantwortung der Anfrage dauert und falls das Netz voll ist, wie es zu neuen Kapazitäten kommt.“, sagt Paierl.

Neues Strommarktgesetz

Aktuell wird das „Strommarktgesetz NEU“ erstellt. „Genau hier und jetzt müssen die aufgezeigten Punkte des PV Austria, die einen sicheren, effizienten Netzausbau und einen fairen Netzzutritt für zukünftige PV-Anlagen-Betreiber garantieren, geregelt werden. Das Energieministerium muss die bestehenden Hindernisse anerkennen und die Weichen für PV-fitte Netze der Zukunft im neuen Strommarktgesetz stellen.“, so die PV Austria und stellt klar, dass die Branche dieses richtungsweisende Strommarktgesetz noch im Herbst 2022 benötigt.

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