Donnerstag, 30. Juni 2022
Thomas Pöcheim im E&W- Interview

„Eine spannende Aufgabe“

Die Branche | Julia Jamy | 14.06.2022 | | 2  
Für die E&W Juni-Ausgabe sprachen wir mit Thomas Pöcheim u.a. über seine neue Aufgabe als Geschäftsführer beim Verein 
Digitalradio Österreich. Für die E&W Juni-Ausgabe sprachen wir mit Thomas Pöcheim u.a. über seine neue Aufgabe als Geschäftsführer beim Verein Digitalradio Österreich. (© W. Schalko) 29 Jahre war Thomas Pöcheim bei MediaMarkt-Saturn. Seither widmet sich der sympathische gebürtige Oberösterreicher neuen Herausforderungen. Seit Anfang Februar 2022 ist er Geschäftsführer beim Verein Digitalradio Österreich. Im E&W- Interview spricht er über den Reiz seiner neuen Aufgabe, die weitere Entwicklung von Digitalradio in Österreich und seine damit verbundenen Pläne.

Thomas Pöcheim ist seit Anfang  Februar 2022 neuer Geschäftsführer bei Digitalradio Österreich. Er will den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen und die zahlreichen Vorteile von DAB+ noch stärker kommunizieren,  wie er im Interview mit E&W verrät. 

E&W: Seit Februar 2022 sind Sie neuer Geschäftsführer bei Digitalradio Österreich. Wie hat das alles angefangen?

Thomas Pöcheim: Im Jahr 2015 kam der Verein Digitalradio Österreich auf Media-Saturn zu, ob wir nicht als Mitglied dabei sein wollen. Damals war DAB+ schon in ganz Europa im Aufbau und das Thema passte auch gut zum Unternehmen. Daraufhin haben wir zugesagt und sind Mitglied im Verein geworden, was für diesen natürlich ein enormer Hebel war, denn auf einmal hatten sie den Marktführer mit an Bord: MediaSaturn ist Mitglied im Verein von DAB+ geworden. Kurz vor dem Betriebsstart von DAB+ in Österreich wurde ich Obmann dieses Vereins und durfte dann zum Launch 2015 auch den „Start”-Button drücken. 

Im März 2020 habe ich dann zwar MediaSaturn hinter mir gelassen, der Kontakt zum Verein Digitalradio Österreich ist aber nie abgerissen, und so habe ich dann für den Verein einen Webshop für DAB+ Geräte entwickelt. Im Herbst vergangenen Jahres hat mich dann der Vorsitzende von Digitalradio Österreich, Wolfgang Struber, darauf angesprochen, ob ich nicht Geschäftsführer werden möchte.  

E&W: Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe?                               

Thomas Pöcheim: Man hat als Verein nur begrenzte Mittel zur Verfügung, aber genau das macht es auch reizvoll. Da muss man besonnen sein und gut überlegen, wie man mit dem, was man hat, einen maximalen Output generiert. Außerdem sind die Akteure, mit denen wir zusammenarbeiten, ganz tolle Menschen und es macht extrem viel Spaß, mit denen zu arbeiten – und deswegen mache ich es auch. Jetzt am Anfang muss ich erst ankommen und alles verstehen, da bin ich jetzt sozusagen mitten in der Discovery-Phase und verschaffe mir einen Überblick. 

 E&W: Welche Pläne haben Sie?                                      

Thomas Pöcheim: Wir feiern heuer drei Jahre Verfügbarkeit von DAB+ in Österreich. 83 % der Österreicher und Österreicherinnen können mittlerweile erreicht werden. Der Arbeitsschwerpunkt für dieses Jahr lautet eindeutig, die Geräteverbreitung weiter voranzutreiben. Ein riesiger Joker, der das Thema DAB+ in alle Munde bringt, ist eine EU-Verordnung: Seit Dezember 2020 muss jeder Neuwagen in Österreich, der ein Radio hat, mit DAB+ ausgestattet sein. Das ist ein starkes Zeichen seitens der EU und zeigt klar auf, in welche Richtung es geht. Das waren bis jetzt rund 300.000 Autos, die DAB+ mit an Bord haben. 

E&W: Was macht DAB+ so besonders?

Thomas Pöcheim: Wir sichern Arbeitsplätze und was man ebenfalls nicht vergessen darf: All das sind heimische Medien und keine US-amerikanischen Silicon Valley Konzerne, die die Botschaft dann verteilen. Nein, es handelt sich um österreichische Medienunternehmen, die österreichische Nachrichten und Inhalte bringen. Das darf man nicht unterschätzen und das ist auch gerade in Zeiten wie diesen ein wichtiger Punkt. Wir fördern mit DAB+ also die österreichische Wirtschaft, und auch die gesamten Steuern und Abgaben bleiben im Land. All das sollte man immer im Hinterkopf haben. 

E&W: Gibt es Pläne mit dem Fachhandel?

Thomas Pöcheim: Wir möchten die Regalsichtbarkeit in den Märkten nach vorne bringen und auch an den POS im Fachhandel gehen – und den Handel generell dafür begeistern, Leidenschaft für DAB+ zu entwickeln. Da ist noch zu wenig Information und Aufklärungsarbeit passiert. Das möchten wir jetzt wieder in den Vordergrund stellen und Bewusstsein schaffen. Man darf nicht vergessen: Der Elektrohandel kommt ja ursprünglich vom Radio, das Radio ist sozusagen der Ursprung des EFH. Die nächste Innovation nach UKW ist jetzt DAB+.

E&W: Mit dem dominierenden ORF steht und fällt sehr viel. Gibt es da konkrete Gespräche? 

Thomas Pöcheim: Da stoßen zwei Welten aufeinander: Auf der einen Seite die Privatradiosender, die nicht wollen, dass der ORF weitere Programme bekommt. Auf der anderen Seite der ORF, der über ein funktionierendes Ökosystem und eine fertige Infrastruktur verfügt und somit die Frage stellt, warum man groß in „neues” Radio investieren soll. In diesem Zusammenhang wird 5G Broadcast immer als die große Zukunftsvision präsentiert. 5G Broadcast wird für das Bewegtbild sicher eine große Rolle spielen, ob es für die Radioübertragung geeignet ist, ist mehr als fraglich. Radiogeräte mit 5G Empfangsmöglichkeit sind mir noch keine bekannt. Ehrlicherweise ist da der Gesetzgeber gefordert, damit dieser einen Rahmen schafft, der für alle passt und sowohl die Vielfalt unterstützt als auch dem ORF eine Möglichkeit bietet, sodass es insgesamt in die richtige Richtung geht. 

Das ganze Interview lesen Sie in der E&W Juni-Ausgabe. 

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