Donnerstag, 30. Juni 2022
Hausgerätevernetzung für mehr Nachhaltigkeit

Miele im Smart Home

Hausgeräte | Stefanie Bruckbauer | 17.06.2022 | |  
Auch immer mehr Hausgeräte halten Einzug in das Smart Home und Miele zieht mit. Inzwischen ist mehr als die Hälfte aller Geräte aus dem Miele-Portfolio vernetzungsfähig - Tendenz weiter steigend, wie Marketing Director Elisabeth Leiter berichtet.

Der ungebrochene Trend, mehr in das eigene Zuhause zu investieren, hat auch eine indirekte Auswirkung auf den Absatz vernetzter Hausgeräte bei Miele. „Dies allein schon aus dem Grund, weil inzwischen mehr als die Hälfte aller Geräte aus dem Miele-Portfolio vernetzungsfähig sind – Tendenz weiter steigend“, sagt Marketing Direktorin Elisabeth Leiter.

Das Interesse der Kunden an den Anwendungen sei sehr unterschiedlich ausgeprägt – „angefangen bei der einfachsten Form der Vernetzung von Dunstabzug und Kochfeld, wobei die Kochfeldeinstellungen die Absaugleistung der Haube automatisch regulieren. Andere Kunden möchten ihre Hausgeräte über Sprachassistenten in sogenannte Routinen einbinden, etwa dass zum Frühstück, die Rollladen hochfahren, in der Küche das Licht angeht und der Miele-Kaffeevollautomat schon aufheizt. Wieder andere schätzen den Fernzugriff per App auf ihre Geräte, beispielsweise um nachzuschauen, ob das Kochfeld wirklich ausgeschaltet ist“, erklärt Leiter.

Auf die Frage, welche Rolle herstellerübergreifende Verbindungsstandards spielen, erklärt die Marketing Direktorin: „Wenn Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner automatisch mit grünem Strom starten, ist das wesentlich wirtschaftlicher und auch ökologischer als der Betrieb über Netzstrom. Dieses Beispiel zeigt auch, dass Hausgeräte und andere Haustechnikkomponenten immer stärker zusammenwachsen. Insofern fördern branchenübergreifende Plattformen das Interesse der Kunden am smarten Zuhause.“

Und welcher Teilbereich ist derzeit das Zugpferd der Entwicklung? Leiter sagt: „Großes Potenzial steckt sicherlich in den Themenfeldern gesunde Ernährung und Energiemanagement. Das Konzept beruht darauf, den Eigenstromverbrauch der hauseigenen Photovoltaikanlage zu optimieren. Miele arbeitet hier mit verschiedenen Kooperationspartnern zusammen und diese werden laufend ausgebaut.“

Smart Home Integrations – Hausgerätevernetzung für mehr Nachhaltigkeit

Das Stichwort bei Miele heißt „Smart Home Integrations“ und es soll insbesondere Besitzern einer Photovoltaikanlage Möglichkeiten eröffnen, ihre persönliche Ökobilanz deutlich zu verbessern.

Das Funktionsprinzip: Geht es nach Mieles Nachhaltigkeitsvorstellungen, dann werden smarte Miele-Hausgeräte und andere Stromverbraucher mit einem „intelligenten“ Energiemanager verbunden. Der Anwender belädt morgens Waschmaschine, Trockner oder Geschirrspüler und gibt eine Zeit vor, bis wann beispielsweise die Wäsche fertig sein muss. Die Miele-Geräte übermitteln dann das gewählte Programm, die voraussichtliche Laufzeit und den geschätzten Strombedarf an den Energiemanager. Der kennt auch die Bedarfe anderer Komponenten, weiß etwa, dass das Elektroauto gerade auflädt, und startet den Waschvorgang automatisch, wenn genügend Solarstrom vorhanden ist. Sollte im Tagesverlauf nicht genügend selbsterzeugter Strom vorhanden sein, wird mit Netzstrom gewaschen. In jedem Fall ist aber sichergestellt, dass der grüne Strom optimal genutzt wurde, was immer sinnvoller und wirtschaftlicher ist als die Einspeisung in das Netz des Energieversorgers. In das beschriebene Szenario können alle vernetzungsfähigen Miele-Geräte eingebunden werden, wobei Automaten wie Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler prädestiniert sind, weil bei diesen Produkten weniger relevant ist, wann der Prozess abläuft, sondern vielmehr, wann er beendet sein soll.

Technisch basiert Smart Home Integrations auf der Miele-Cloud-Schnittstelle (3rd Party API), über die die Miele-Geräte Daten mit dem Energiemanager austauschen. Am Markt gibt es diverse Anbieter von Energiemanagement-Systemen, die mit der Miele-Technologie harmonieren. Die technische Dokumentation der Miele-Cloud-Schnittstelle ist auf der Webseite developer.miele.com veröffentlicht.

Bedienung per Sprachassistent

Viele Nutzer von Miele-Hausgeräten bevorzugen die Bedienung der Geräte mittels Sprache. So heißt es zB wenn der volle Bräter schwer in beiden Händen wiegt: „Alexa, sage Miele, öffne die Backofentür“. Da Miele Amazon Alexa bereits seit Jahren unterstützt, beherrscht der Sprachassistent ein riesiges Repertoire individueller Anwendungen. In den kommenden Monaten arbeitet Miele eng mit Google zusammen, sodass mit dem Google Assistant ein zweiter Partner hinzukommen wird, was die Sprachsteuerung für viele Miele-Kunden weltweit noch attraktiver machen soll. Neben der Bedienung einzelner Geräte sind bei beiden Systemen einfach zu programmierende Routinen sehr beliebt. Ein Beispiel: Auf den Zuruf, „Hey Google, ich verlasse das Haus“, schalten sich Kaffeevollautomat und Licht der Dunstabzugshaube automatisch aus und der Saugroboter Scout RX 3 nimmt seine Tätigkeit auf. Der Google Assistant ist derzeit in der Testphase.

HyperFocal: 0

Geht es hingegen um Rezepte, soll die Miele App nicht zu toppen sein. Denn die schrittweise Anleitung mit Fotos auf dem Smartphone oder Tablet sei für das Nachkochen der Lieblingsspeise viel übersichtlicher.

Smarte Anwendungen auch nach Jahren zukaufbar

Zukünftig werden neue Anwendungen und Services, sogenannte Smart Features, direkt aus der App zukaufbar sein. Erste Beispiele dafür sind Smart Food ID und Smart Browning Control. Mit Smart Food ID erkennt die eingebaute Kamera im Backofen die Speisen automatisch und schlägt das passende Programm vor. Der Garprozess läuft im Anschluss gelingsicher ab. Miele sagt: „Die beschriebenen Anwendungen sind auch aus Gründen der Nachhaltigkeit sinnvoll, weil sie noch nach Jahren der Gerätenutzung über die App zugekauft werden können. Die Produkte werden dann von Kunden wieder gerne verwendet, erfahren quasi ‚ein zweites Leben‘. Und eine lange Nutzung ist das Beste, was Verbraucher im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen tun können.“

Übrigens: In Dänemark und Großbritannien sind Smart Food ID und Smart Browning Control bereits verfügbar, ein Datum für die Markteinführung in Österreich steht derzeit noch nicht fest.

 

Diesen Beitrag teilen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

An einen Freund senden