Donnerstag, 30. Juni 2022
Über das Glück im Berufsleben

selbst + ständig = zufrieden

Wolfgang Schalko | 19.06.2022 | Bilder | |  
(© Cisco) Schon vor einigen Wochen habe ich ich an dieser Stelle dem Thema Glück bzw. Zufriedenheit gewidmet. In der Zwischenzeit bin ich über eine Studie sowie einen Zeitungsartikel gestolpert, die sich speziell mit dem (selbständigen und hybriden) Berufsleben auseinandersetzen und als Fortsetzung förmlich aufdrängen.

Wer hätte das gedacht: „Wer ein Unternehmen führt, ist zufriedener”. Unter diesem Titel erschien kürzlich im Standard ein Artikel, der sich mit der Frage befasste, welche Auswirkungen die selbstständige Arbeit auf das Wohlbefinden hat – insbesondere im Vergleich mit Angestellten. Die Antworten lieferte eine globale Metastudie, die insgesamt 94 Studien aus 82 Ländern unter die Lupe nahm und Licht und Schattenseiten des Unternehmertums gegenüberstellte. „Insgesamt geht’s den Unternehmern besser”, brachte es Andreas Rauch von der JKU Linz, einer der Studienautoren, auf den Punkt. Allerdings sei eine hohe Varianz in den Daten feststellbar, räumte Rauch ein, d.h. das tatsächliche Wohlbefinden hängt von zahlreichen Faktoren ab, die vom betrachteten Teilbereich bis hin zum rechtlichen oder organisatorischen Kontext reichen. Besonders großen Einfluss hätten etwa die ökonomische Entwicklung und die Qualität der rechtlichen Institutionen.

„Unternehmer sind in Ländern deutlich glücklicher, die über hohen Wohlstand und ein ausgeprägtes Rechtssystem verfügen”, erklärte Rauch. Diese Länder würden einen besseren Kontext für Unternehmertum bieten, das wiederum der Selbstverwirklichung dient – die bekanntlich an der Spitze der Maslowschen Bedürfnispyramide steht. Auf der anderen Seite stünden Staaten, in denen Menschen, die keinen Job finden, in die Selbstständigkeit gedrängt würden. Österreich (und auch Deutschland) seien durch den sehr stark regulierten Arbeitsmarkt „nicht sehr günstig für die Selbstverwirklichung als Unternehmer”, betonte Rauch, aber immer noch „sehr deutlich auf der ‚hellen‘ Seite.” – im Gegensatz zu Staaten wie China oder Russland, wo noch deutlich stärker reguliert werde.

Glücklicher und produktiver dank Hybrid Work

Natürlich können (und wollen) jetzt nicht alle Unternehmer werden. Müssen sie auch nicht, wenn man der globalen Cisco-Studie „Employees are ready for hybrid work, are you?“ Glauben schenken will. Denn wie diese herausgefunden haben will, wurde durch Hybrid Work das Wohlbefinden, die Work-Life-Balance und die berufliche Leistung von Mitarbeitern auf der ganzen Welt verbessert.

Laut der Studie, bei der im Q1/2022 insgesamt 28.000 Beschäftigte aus 27 Ländern befragt wurden, bestätigten 79% der Arbeitnehmer weltweit, dass sich ihre Work-Life-Balance durch Hybrid Work verbessert hat. Rund 91% wollen in Zukunft entweder hybrid oder vollständig remote arbeiten. Allerdings ist nur jeder Vierte (23%) der Meinung, dass sein Unternehmen „sehr gut“ auf die Zukunft von Hybrid Work vorbereitet ist. In Österreich zeigte kürzlich übrigens eine ähnliche Studie, dass sich 43% der Österreicher eine dauerhafte Einführung des Konzepts wünschen.

Mehr als drei Viertel (78%) der Beschäftigten gaben an, dass Hybrid Work alle Aspekte ihres Wohlbefindens verbessert hat. Fast zwei Drittel (64%) der Befragten konnten durch flexiblere Arbeitszeiten und verkürzte oder ganz wegfallende Pendelzeiten mindestens vier Stunden pro Woche einsparen. Mehr als drei Viertel (76%) der Befragten sind der Meinung, dass sich auch ihr finanzielles Wohlergehen verbessert hat, da sie durch Remote Work Geld sparen konnten. Die durchschnittliche Ersparnis lag bei etwas mehr als 8.000 US-Dollar (rund 7.400 EUR) pro Jahr. Die größten Einsparungen lagen mit 87% bei geringeren Kosten für Treibstoff und/oder beim Pendeln, gefolgt von weniger Ausgaben für Lebensmittel und Unterhaltung (74%). Fast neun von zehn (86%) glauben, dass sie diese Einsparungen langfristig beibehalten können, 69% würden diese Einsparungen bei der Entscheidung hinsichtlich eines Arbeitsplatzwechsels berücksichtigen.

Außerdem gaben mehr als zwei Drittel (68%) der Befragten an, dass sich ihre körperliche Fitness verbessert hat. 71% treiben im Homeoffice mehr Sport, für 68% hat sich Hybrid Work positiv auf ihre Essgewohnheiten ausgewirkt. Angesichts des durch Hybrid Work gesteigerten Wohlbefindens gaben 82% der Beschäftigten an, dass die Möglichkeit, von überall aus zu arbeiten, sie glücklicher macht. Für über 60% hat sich auch die Qualität ihrer Arbeit und ihre Produktivität erhöht und drei Viertel (76%) glauben außerdem, dass sie ihre Aufgaben genauso erfolgreich remote erledigen können wie im Büro.

Nochmal zurück zur eingangs beschriebenen Studie: Darin heißt es auch „Unternehmer müssen selbstständig und aktiv darauf schauen, Erholung einzuplanen”. Wie gut also, dass der Sommer vor der Tür steht – und egal oder selbstständig oder angestellt: an dieser Stelle schon einmal schönen Urlaub!

Bilder
(© Cisco)
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