Freitag, 9. Dezember 2022
Sonderthema Smart Home aus der Sicht der BSH

Ganzheitlicher Anbieter

Hausgeräte | Dominik Schebach | 20.06.2022 | |  Markt
Smart Home erschöpft sich für die BSH Hausgeräte nicht in der Vernetzung der Geräte. Vielmehr geht es um das Gesamtpaket, denn der Hersteller wandelt sich zunehmend zu einem Anbieter von Hausgeräten, Lösungen und Content – wie z.B. in diesem Fall die integrierte Rezept-App „kitchen stories“, welche mit den Küchengeräten der BSH kommunizieren. Smart Home erschöpft sich für die BSH Hausgeräte nicht in der Vernetzung der Geräte. Vielmehr geht es um das Gesamtpaket, denn der Hersteller wandelt sich zunehmend zu einem Anbieter von Hausgeräten, Lösungen und Content – wie z.B. in diesem Fall die integrierte Rezept-App „kitchen stories“, welche mit den Küchengeräten der BSH kommunizieren. (© BSH Hausgeräte GmbH) BSH Hausgeräte sieht das Smart Home in einem breiteren Kontext. Denn mit der zunehmenden Vernetzung wandelt sich das Unternehmen von einem reinen Hardwarehersteller zu einem Anbieter von Services, Funktionen und Inhalten. Der Zug zum Smart Home wird allerdings durch die derzeitige Chip-Krise gebremst.

Die Corona-Krise ist auch hier beteiligt – und das gleich mehrfach. Zum einen haben die Endkunden in den vergangenen zwei Jahren mehr Zeit zu Hause verbracht. Deswegen wurde mehr in höherwertige Hausgeräte investiert und die Konsumenten haben sich auch vermehrt mit ihren Geräten auseinandergesetzt. Dies ließ sich auch an den zunehmenden Anmeldungen zur Home Connect-App ablesen. Andererseits stellt der derzeitige Engpass bei der Produktion und Lieferung von Halbleitern auch die BSH Hausgeräte vor massive Herausforderungen.

„Als Hersteller von modernen Hausgeräten ist auch die BSH von diesem Engpass betroffen. Wir haben große Anstrengungen unternommen, um die Auswirkungen auf unsere Handelspartner und Konsumenten zu minimieren. Aufgrund der anhaltenden Knappheit bei Vorprodukten (wie z.B. Halbleitern) müssen wir das Produktsortiment situativ entsprechend anpassen. Das bedeutet, dass wir teilweise nicht das komplette Produktsortiment produzieren und ausliefern können. In manchen Fällen bieten wir beispielsweise Modelle ohne Home Connect oder gewisse Features an, um eine schnellere Lieferung der Geräte zu ermöglichen“, erklärte dazu Ulrike Pesta, Geschäftsführerin BSH Österreich.

Nicht nur Hardware

Das heißt allerdings nicht, dass für den Zug zum Smart Home alle Signale auf Stopp stehen. Das Unternehmen verfolgt vielmehr einen ganzheitlichen Ansatz, um durch die Kombination aus herausragenden Marken, innovativen Hausgeräten sowie erstklassigen Lösungen die Lebensqualität der Endkunden zu verbessern. „Dazu wandeln wir uns von einem reinen Hausgerätehersteller hin zu einem Unternehmen, das neben exzellenten Hausgeräten personalisierte digitale Funktionen, Services und Inhalte anbietet“, so Pesta.

Und das berührt unmittelbar die Frage nach dem Smart Home. Aus Sicht der BSH ist es für den Erfolg von Smart Home wesentlich, dass die Endkunden den Nutzen dieser Lösungen für ihren persönlichen Alltag kennen und schätzen. Da spielt auch der Fachhandel mit kompetenter Beratung eine wichtige Rolle. Die BSH setzt daher bei dem Thema auf mehreren Ebenen an – angefangen vom POS, über Schulungen für die Partner im Fachhandel bis zu den Endkunden selbst, u.a. im Rahmen von Werbekampagnen. Aber auch der eigene Online-Assistent (https://www.home-connect.com/at/de/), der pro Gerätekategorie einen Überblick über die vielseitigen Benefits gibt und den Mehrwert von vernetzten Geräten erklärt, soll die Möglichkeiten von Smart Home bzw. der Heimvernetzung den Kunden näherbringen.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen laufend an der Weiterentwicklung von Geräten und Services. Ein nächster Meilenstein soll der Launch von Produktneuheiten sein, welche im kommenden Herbst vorgestellt werden.

Die Sache mit der App

Die BSH beschränkt sich bei ihrer Smart Home-Strategie allerdings nicht nur auf die eigene Hardware. Als Ergänzung zu innovativen Hausgeräten und der Ökosystemmarke Home Connect bringt die BSH auch digitale Services auf den Markt, wie z.B. die neue App foodfittery.

Diese bietet modulare Rezepte, die sich mit wenig Aufwand an die Bedürfnisse des Nutzers anpassen lassen. Ob klassisch, vegan, vegetarisch, mit Zutaten, die man noch zu Hause hat, oder für Unverträglichkeiten: Bei foodfittery findet man das passende Rezept. Die Rezepte von foodfittery sind einfach, gesund und schnell zubereitet. Der Clou ist allerdings, dass sich BSH-verbundene Backöfen über Home Connect ganz einfach direkt aus der App heraus steuern lassen. Die App ist in Deutsch und Englisch derzeit nur für iOS verfügbar, weitere Sprachen und die Android-Version sollen aber in Kürze folgen.

Die foodfittery App ist zugleich ein gutes Beispiel, wie digitale Services bei der Nachhaltigkeit helfen – in diesem Fall, weil weniger Lebensmittel verschwendet werden. Dazu schlägt die App kreative Rezeptideen auf Basis der im Haushalt vorhandenen Lebensmittel vor.

Ferndiagnose

Ferndiagonse ist eines der Anwendungsfelder von Smart Home mit den größten Auswirkungen für den Endkunden: Denn damit lassen sich im Falle eines Problems Zeit und Kosten sparen.

Ein anderes Beispiel, wie die BSH mit Home Connect ihren Kunden den Alltag vereinfacht, ist die Möglichkeit zur Ferndiagnose durch den Kundendienst. Laut dem Hersteller sind 15 bis 20 % der Kundendienst-Einsätze auf Bedienfehler zurückzuführen. Bei vernetzten Geräten können diese Probleme oft aus der Ferne gelöst werden, womit sich die Kunden viel Zeit und Geld ersparen.

Datenschutz

Dies erfolgt unter strengsten Informationssicherheits- und Datenschutzmaßnahmen, wie Pesta versichert. Konsumenten haben dank eindeutiger Auswahlmöglichkeiten immer die Kontrolle über die Erfassung, Verwendung und Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten. Dazu hat die BSH klare Richtlinien sowie effektive technische und organisatorische Verfahren entwickelt, um den Datenschutz gemäß den gesetzlichen Anforderungen sicherzustellen.

Die BSH schützt außerdem vernetzte Hausgeräte durch ein umfassendes Sicherheitskonzept vor unbefugter Manipulation oder Kontrolle. Dazu nutzt sie Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren, die auf dem aktuellen Stand der Technologie und Kryptoforschung beruhen. Das Sicherheitskonzept für die Home Connect Plattform wird regelmäßig von externen IoT-Security-Firmen analysiert und bewertet. Die Home Connect App (iOS/Android) trägt das TÜV TRUST IT-Siegel „Trusted App“.

Herstellerübergreifend

Gegenüber herstellerübergreifenden Standards für das Smart Home wie „Matter“ zeigt man sich bei der BSH recht offen. „Konsumenten sollen in der Lage sein, jedes Gerät über denselben Prozess und mit derselben App einzurichten, sodass der ganze Prozess so einfach ist, wie das Wechseln einer Glühbirne“, so die Geschäftsführerin BSH Österreich. „Matter wäre dann die „gemeinsame Sprache“ für den Informationsaustausch und die Grundlage für vernetzte Geräte. Wir sind als BSH davon überzeugt, dass die Beteiligung an Matter das Geschäft mit IoT/Home Connect ankurbeln wird, da die Integration von Geräten erleichtert wird und ein hoher Grad an Interoperabilität von Basisfunktionen besteht.“

Damit ließe sich der Informationsaustausch zwischen vernetzten Hausgeräten sowie der Energieverwaltung im Eigenheim umsetzen und Einzellösungen, deren Vernetzung einen großen technischen Aufwand erfordern, vermeiden. Aus Sicht der BSH lassen sich durch einen gemeinsamen Standard auch die Herausforderungen bei der Interoperabilität bei den Hausgeräten verschiedener Hersteller überwinden – was sich wiederum positiv auf den Vernetzungsgrad in den Haushalten auswirken sollte.

 

Diesen Beitrag teilen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

An einen Freund senden