Donnerstag, 18. August 2022
95 Prozent weniger Importe

APG: Wochenweise 100 Prozent Stromdeckung durch Erneuerbare

Energiezukunft | Julia Jamy | 29.06.2022 | |  
(© APG/APA Auftragsgrafik) Dank des wärmeren Wetters hat die Stromerzeugung durch nachhaltige Energiequellen im Mai gegenüber den Vormonaten wieder zugelegt. Rund 90 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs konnten durch Erneuerbare gedeckt werden. Das zeigt die APG-Factbox im Mai.

Der Anstieg an erneuerbarer Stromerzeugung im Mai wurde hauptsächlich durch die Erzeugung aus Laufwasserkraftwerken möglich, die sich mit 2.929 GWh um rund 34 Prozent gegenüber dem Vormonat steigern konnte, im April waren es nur 2.179 GWh. Das ist eine saisontypische Entwicklung, meint Gerhard Christiner, technischer Vorstand der APG: „Gerade im Frühling und Sommer, wenn es wärmer wird, erkennt man auch eine steigende Produktionskraft der Erneuerbaren, vor allem bei der Laufwasserkraft“.

Die gute Erzeugung durch erneuerbare Energien war Grund dafür, dass im Mai an mehr als der Hälfte der Tage (17 Tage) Strom bilanziell exportiert werden

konnte. Abzüglich der importierten Strommenge von insgesamt 279 GWh an den restlichen 14 Tagen, ergibt das im Mai eine Stromimportmenge von 24 GWh. Ein Monat zuvor im April mussten mit einer Summe von 477 GWh noch 20-mal mehr Strom importiert werden. „Dieser signifikante Rückgang an Stromimport im Mai ist ebenso nur durch den starken Anstieg der Laufwassererzeugung möglich, die in Österreich einen Großteil der erneuerbaren Energien darstellt,“ sagt Thomas Karall, kaufmännischer Vorstand der APG.

Stärkere Kapazitäten

Um Überlastungen im Stromnetz zu verhindern und um die sichere Stromversorgung zu gewährleisten, wird mit sogenannten Redispatch-Maßnahmen der Stromfluss gesteuert. Darunter versteht man den gezielten und kontrollierten Eingriff mittels Einsatz thermischer und hydraulischer Kraftwerke, sowie auch flexible Verbraucher.

Diese Eingriffe in das Stromnetz zeigen laut APG einerseits die vorhandenen Kapazitätsdefizite in der Strominfrastruktur auf und verursachen andererseits Kosten, die am Ende dem Stromkunden zur Last werden. „Die notwendigen Redispatch-Maßnahmen haben den österreichischen Stromkunden bis Ende Mai rund 27 Millionen Euro gekostet“, erklärt Karall.

„Um die Redispatch-Kosten weiter zu senken, ist es essenziell jetzt in den Netzausbau zu investieren, damit die Strominfrastruktur genug Kapazität hat, um den Strom österreichweit optimiert managebar zu machen, Zugang zu günstigem Strom zu ermöglichen, sowie die Energie in hoher Qualität zum/vom Prosumer zu transportieren.“, sagt Christiner.

Energieaustausch

Das überregionale Stromnetz der APG soll für eine sichere Stromversorgung Österreichs sorgen. Über das jeweilige Verteilernetz eines Bundeslandes kann dieses überschüssig produzierten Strom in das APG Netz speisen und somit österreichweit nutzbar machen. Im Mai haben die Bundesländer mit rund 991 GWh beinahe genauso viel Strom in das APG Netz eingespeist, wie sie mit rund 989 GWh entnommen haben. Die Bundesländer mit der größten Einspeisung in das Netz waren Oberösterreich (252 GWh) und Tirol (206 GWh), während Vorarlberg (281 GWh) und Wien (228 GWh) die Bundesländer waren, die im Mai den meisten Strom aus dem Netz entnommen haben.

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