Freitag, 19. August 2022
Doppelpack drängt Welser Unternehmen ins Aus

Mobile.com ist insolvent

Telekom | Dominik Schebach | 01.08.2022 | |  
(© Thorben Wengert/pixelio.de) Der Welser Telekom-Spezialist Mobile.com ist insolvent. Das Unternehmen betreibt insgesamt sieben Handyshops in Oberösterreich. Davon sind zwei auf Magenta sowie vier auf Drei gebrandet. Außerdem ist das Unternehmen Kooperationspartner von A1 und Liwest. Den Passiva von rund 2 Mio Euro stehen Aktiva in der Höhe von rund 1,3 Mio Euro gegenüber. Als Auslöser für die Insolvenz werden in einer Aussendung des Unternehmens die Malversationen des früheren GF sowie der Umsatzeinbruch in Folge der Corona- und Ukraine-Krise angegeben.

Am 21. Juni hat das Landesgericht Linz das endgültige Urteil gegen den ehemaligen Welser Apple-Händler verkündet: Nachdem seine Nichtigkeitsbeschwerde vom OGH abgewiesen wurde, ist er nun wegen betrügerischer Krida und schwerem Betrug zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Damit wurde der Strafrahmen um ein halbes Jahr gegenüber dem ursprünglichen Urteil herabgesetzt. Eine Spätfolge seiner Malversationen wird allerdings jetzt erst sichtbar. Der Welser Telekom-Spezialist mobile.com ist insolvent.

Das 2014 gegründete Unternehmen gehörte bis 2019 zur Unternehmensgruppe des Welsers. Bereits 2019 war das Unternehmen völlig überschuldet und konnte nur durch eine massive Finanzspritze der Unternehmerfamilie Hofstätter gerettet werden. Allerdings hat die Bewältigung der Corona-Pandemie weiteres Kapital erfordert, welches noch aufgebracht werden konnte. Den finalen Ausschlag hat allerdings laut mobile.com die Ukraine-Krise und die dadurch bedingten Teuerungen gegeben, womit ein kostendeckendes Arbeiten nicht mehr möglich war. Allein im Geschäftsjahr 2020/21 sei ein minimaler Gewinn erwirtschaftet worden.

„Wir haben 2019 viel Geld in das Unternehmen gesteckt, um die Schulden zu bezahlen. Seither gab es fünf Lockdowns und das Weihnachtsgeschäft ist uns zwei Mal ausgefallen – und wir haben wieder Geld reingesteckt und Restrukturierungsmaßnahmen gesetzt. Allerdings ändert sich das Kaufverhalten der Kunden und es dauert immer länger, bis wir das auch alles wieder zurückverdienen. Da muss ich jetzt die Reißleine ziehen, sonst laufen die Kosten weiter“, erklärte Eigentümer Alfred Hofstätter gegenüber elektro.at. „Das steht nicht mehr in Relation zum Aufwand.“

Laut Hofstätter gibt es für die Shops bereits Interessenten. Von der Insolvenz sind 35 Dienstnehmer betroffen. Die Anzahl der betroffenen Gläubiger wird mit 47 angegeben. Eine Fortführung des Unternehmens ist nicht mehr geplant.

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