Mittwoch, 28. September 2022
„E-Auto laden immer noch günstiger als Tanken von Benzin oder Diesel"

BEÖ: Preisdschungel bei E-Mobilität?

Elektromobilität | Julia Jamy | 12.08.2022 | | 2  
Für die Preis- und Marktanalyse der Arbeiterkammer wurden 28 Tarife von 16 Anbietern untersucht. 
Mit Haushaltsstrom lädt man demnach am günstigsten (€ 5,57) Für die Preis- und Marktanalyse der Arbeiterkammer wurden 28 Tarife von 16 Anbietern untersucht. Mit Haushaltsstrom lädt man demnach am günstigsten (€ 5,57) (© Michael Soder, AK Wien) Wo kann man sein Elektrofahrzeug am günstigsten aufladen? Laut einer Preis- und Marktanalyse der Arbeiterkammer (AK) ist diese Frage schwer zu beantworten. Wegen eines "Dschungels" an Tarifmodellen bei öffentlich zugänglichen Ladestationen gäbe es kaum Transparenz. Der Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) bezieht nun Stellung. „Wer an einer öffentlichen E-Ladestationen sein E-Auto auflädt, bezahlt deutlich weniger als an der Tankstelle für Benzin oder Diesel.“, so Andreas Reinhardt, Vorsitzender des BEÖ.

In Österreich gibt es derzeit 15.000 öffentliche Lademöglichkeiten. Aber wo kann man sein Elektrofahrzeug am günstigsten aufladen? Laut Arbeiterkammer (AK) ist diese Frage nur schwer zu beantworten. Wegen eines „Dschungels“ an Tarifmodellen bei öffentlich zugänglichen Ladestationen gäbe es kaum Transparenz, beklagt die AK in einer Preis- und Marktanalyse. Dafür wurden 28 Tarife von 16 Anbietern untersucht und berechnet, welche Kosten für das Zurücklegen einer Strecke von 100 km entstehen.

Große Unterschiede

So fand die AK heraus, dass man mit Haushaltsstrom am günstigsten (€ 5,57) lädt. Das ist rund 47 % günstiger als beim Laden an öffentlich zugänglichen und gewerblich betriebenen Ladestationen. Trotz starkem Strompreisanstieg im Zuge der Energiekrise sei das Laden von Elektrofahrzeugen aber noch immer deutlich günstiger als das Tanken von Diesel (€ 13,23; + 25,2 %) oder Benzin (€ 14,28; +34,8 %). Der Preisvorteil des Elektroantriebs hänge aber stark vom jeweiligen Tarifmodell ab. Während Tarifverträge, die das dominante Abrechnungsmodell sind, im Schnitt pro 100 Kilometer Kosten von 5,93 Euro verursachen, sind es bei Pauschaltarifen mit 10,95 Euro schon fast doppelt so viel. Die AK fordert daher die Umsetzung einer einheitlichen und vergleichbaren Abrechnung (kWh) für das Laden an öffentlich zugänglichen und gewerblich betriebenen Ladestationen.

Der Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) zeigt sich dennoch erfreut über das Ergebnis. „Wer an einer öffentlichen E-Ladestationen sein E-Auto auflädt, bezahlt deutlich weniger als an der Tankstelle für Benzin oder Diesel,“ so Andreas Reinhardt, Vorsitzender des BEÖ. Dem Vorwurf, es gäbe beim ‚E-Laden für Konsumenten einen Preis-Dschungel‘, kann Reinhardt nicht nachvollziehen. „Bei den Mitgliedsunternehmen des BEÖ bekommt man detaillierte Auskünfte über die Tarifmodelle und kann diese auf deren Websites auch vergleichen. Außerdem bieten diese Tarife extrem hohe Preisstabilität über lange Zeit im Unterschied zum täglichen Wechsel der Preise an den Zapfsäulen.“

Gesetzgeber gefordert

Um rechtskonform Strom zu laden, sei nun der Gesetzgeber gefordert. Denn in Österreich gebe es derzeit für öffentliche Ladeinfrastruktur „keine Verpflichtung zur Verrechnung von elektrischer Energie“. „Die Kunden äußern allerdings verstärkt den Wunsch auf Umstellung von ‚zeitbasierter‘ auf ‚energiebasierte‘ Verrechnung nach Kilowattstunden (kWh).“, so der BEÖ-Vorsitzende. Dennoch verrechnten einige Unternehmen „ohne Rücksicht auf gesetzliche Regelungen bereits heute nach kWh.“ Dies stelle eine Wettbewerbsverzerrung dar, „vor allem gegenüber jenen, die rechtskonform handeln.“, sagt Reinhardt. „Für eine flächendeckende Abrechnung nach Kilowattstunden (kWh) fehlt derzeit die Rechtssicherheit sowohl für Konsumenten wie für Betreiber von Ladestellen.“

Der BEÖ hat bereits zu Beginn letzten Jahres den Gesetzgeber aufgefordert, die gesetzlichen Rahmenbedingungen schnellstmöglich zu adaptieren und praktikable Vorschläge eingebracht. „Diese und weitere Vorschläge sollen dazu führen, dass die Transparenz am Lademarkt sowohl für Konsumenten als auch für die Betreiber gegeben ist, um die notwendige Mobilitätswende voranzutreiben und die Klimaziele zu erreichen.“, so der  BEÖ-Vorsitzender abschließend.

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Kommentare (2)

  1. Der BEÖ versteckt die tatsächlichen Kosten geschickt hinter den unrealistischen Verbrauchsangaben. Moderne PKW sind bei max. 5 Litern Kraftstoff, also deutlich niedriger als 14,28 € pro 100 km. Im Gegensatz dazu sind 15 kWh beim E-Auto untertrieben. Für realistische 20 kWh ergibt sich somit ein wesentlich höherer Wert. Statt 10,57 € kommt man auf 14,09 €. Letztlich fährt man mit Benzin billiger und braucht kein teures E-Auto.

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  2. Jedes kleine Geschäft oder Verkaufsstand muß sein Warenagebot auspreisen nur bei Elektro Ladestationen ist das nicht möglich? Totalversagen unserer Regierung die die E-mobilität fordert und fördert

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