Montag, 28. November 2022
Ein Blick in die Zukunft

Endzeitstimmung?

Hintergrund | Julia Jamy | 25.09.2022 | Bilder | |  Meinung
(© Pixabay) Die Situation im heimischen Handel ist weiter angespannt. Sogar von „Endzeitstimmung" ist die Rede. Aber ein kurzer Blick in die Zukunft zeigt, dass es auch anders geht.

Der heimische Handel steht aktuell vor vielen Herausforderungen: Steigende Energiekosten, Lieferkettenproblematik, Rohstoff- und Fachkräftemangel und der Krieg Russlands gegen die Ukraine, um hier nur ein paar Beispiele zu nennen. „Die Energiekostensituation nimmt bereits existenzbedrohende Ausmaße an. Viele Händler können die Kostenexplosion nicht mehr allein stemmen“, sagte Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Die Krisenstimmung schlägt sich auch auf die Konsumlaune der Verbraucher, die aufgrund der hohen Inflation bei den Einkäufen sparen. Angesichts der aktuell schwierigen Situation fand daher Ende August ein Treffen von Vertretern aus allen Bereichen des heimischen Handels statt. Dem Vernehmen nach soll bei der Gesprächsrunde regelrechte „Endzeitstimmung” geherrscht haben.

Von „Endzeitstimmung“ war bei den diesjährigen Elektrofachhandelstagen nichts zu spüren. Sogar ganz im Gegenteil: Ich habe das Gefühl die Branche rückt näher zusammen. Nach zwei Jahren Pause war die Freude, sich endlich wieder persönlich zu treffen und interessante Gespräche zu führen, riesig. Wie wichtig das Zwischenmenschliche ist, erklärte auch Zukunftsforscher Tristan Horx am Handelstag.

 Trotz der Digitalisierung und optimierten Vernetzung werden wir laut Horx immer einsamer. Gesellschaftlich gesehen seien wir bereits am Höhepunkt der Digitalisierung der Zukunft angekommen. Er stellte dabei die These auf, dass wir uns bereits in einer „digitalen Korrekturschleife“ befinden und die Menschen im Zuge der Überdigitalisierung wieder nach echten Beziehungen suchen. Für den Handel heißt das: Bei aller Digitalisierung gibt es auch wieder eine „Renaissance der zwischenmenschlichen beratenden Funktionen“. 

Zudem sieht Horx, dass sich die Globalisierung schon längst weiterentwickelt hat und auf eine neue Stufe gesprungen ist: die Glokalisierung. Die Konsumenten  vertrauen vermehrt auf Produkte aus regionaler Herstellung. In einer Welt, in der binnen kurzer Zeit alles über das Internet verfügbar ist, Produkte weltweit vertrieben werden, zählt nun das Besondere, Herkunft und Charakter. Das Lokale gewinnt als Teil der Globalisierung in Zukunft immer mehr an Bedeutung.

Das macht die herausfordernde Zeit, in der sich der heimische Handel aktuell befindet vielleicht nicht einfacher, aber es lässt doch zumindest ein bisschen positiver in die Zukunft blicken…

Bilder
(© Pixabay)
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