Montag, 30. Januar 2023
Restrukturierung

devolo AG schließt Sanierung nach sechs Monaten ab

Multimedia | Julia Jamy | 10.10.2022 | |  
(© devolo) Die devolo AG beendet das Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung zum 31. Oktober 2022. Damit findet der von Sachwalter Rüdiger Weiß ausgearbeitete Insolvenzplan mit der Zustimmung der Gläubiger nach sechs Monaten seinen Abschluss. Auch das Amtsgericht Aachen hat der Einigung bereits zugestimmt.

Die Familie Harbers übernimmt mit eigenen Gesellschaften die Firmenanteile der devolo AG zum 1. November 2022. devolo stehe nach der Sanierung wieder auf einem stabilen finanziellen Fundament.„Die devolo AG geht aus dem Sanierungsverfahren als grundlegend restrukturiertes Unternehmen hervor“, so Sachwalter Rüdiger Weiß. „Damit verfügt die devolo AG wieder über eine sehr gute Ausgangslage für die Zukunft. Dies ist insbesondere das Verdienst von Mitarbeitern und Management, die es darüber hinaus in den vergangenen Monaten geschafft haben, im laufenden Sanierungsprozess neue Produkte zu entwickeln und erfolgreich am Markt zu platzieren.“

Restrukturierung

Während der vergangenen Monate wurden bereits eine Reihe wichtiger Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt. „Die klare Botschaft lautet: devolo ist auf Kurs! Mit unserem Investment hat devolo eine hervorragende strategische Perspektive – national wie international. Unsere Wachstumspläne werden in den nächsten Jahren Investitionen in Produkte, Technologie und Marke erfordern. Mit der nun gefundenen Lösung ist die Liquidität gesichert und devolo kann an den neuen Wachstumszielen mit voller Konzentration arbeiten“, sagt Heiko Harbers, CEO der devolo AG.

Mittel- bis langfristig rechnen Geschäftsführung und Stakeholder von devolo mit positiven Wachstumsperspektiven. „Unser Kerngeschäft sowie das operative Business sind gesund und devolo steht wieder auf einem tragfähigen finanziellen Fundament. Zudem sind die mittel- bis langfristigen Marktaussichten positiv“, erläutert Heiko Harbers, Vorstand der devolo AG. „Denn wir alle führen Videotelefonate im Home-Office, wir streamen Serien in HD, spielen online. Highspeed-Internet in jedem Winkel des Hauses ist dafür unverzichtbar und Heimvernetzung daher weiter ein Wachstumsmarkt.“

Begleitet werden die aktuellen und bevorstehenden Produkt-Launches von internationalen Marketingkampagnen, mit der die Bekanntheit und das Image der Marke devolo gestärkt werden soll. „Künftig werden integrierte Kommunikationsmaßnahmen eine entscheidende Rolle spielen. Die Marke devolo wird über Omni-Channel-Konzepte noch konsequenter vermarktet werden“, so Harbers.

Lockdown-Folgen

Hauptursache für das Restrukturierungsverfahren waren die Effekte der Corona-Lockdowns: Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Pandemiejahr 2020 und erwarteten Öffnungen des Flächeneinzelhandels im Frühjahr 2021 war zunächst von einer positiven Absatzentwicklung ausgegangen worden. Weitere pandemiebedingte Schließungen im Handel – speziell auf dem deutschen Markt – führten dann aber zu einem Nachfragerückgang ab dem zweiten Quartal 2021. Dem gegenüber standen hohe Warenzuflüsse aus den Produktionsstätten in Fernost. Hier müssen aufgrund des weiter anhaltenden Mangels an Bauteilen frühzeitig Lieferverpflichtungen eingegangen werden, die Anfang 2022 zu einem sehr hohen Lagerbestand und damit zu einem Liquiditätsengpass führten. Hinzu kam, dass devolo 2021 Umsätze mit Netzbetreibern im Ausland und im volumenstarken Projektgeschäft nicht realisieren konnte, weil spezifische Zulieferprodukte aufgrund des Chipmangels nicht verfügbar waren.

 

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