Montag, 30. Januar 2023
Editor's ChoiceMöbel, Elektro & Schmuck am stärksten betroffen

HV: „Konsumklima im freien Fall“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 20.10.2022 | | 3  
Im September lag die Inflationsrate in Österreich laut Statistik Austria bei 10,5%. Laut einer Konsumentenbefragung von Mindtake Research im Auftrag des Handelsverbandes fürchten 86% der Österreicher, dass das Preisniveau in den kommenden Monaten weiter ansteigen wird. Die Konsumstimmung der Menschen sei im Keller, sagt der HV. Das schlage sich jetzt immer stärker auf die Verkaufszahlen im Handel durch - vor allem im Möbel- und Elektrohandel.

„Das Konsumklima befindet sich in ganz Europa im freien Fall“, sagt der Handelsverband und bezieht sich dabei auf Daten von Eurostat. Demnach stufen die privaten Haushalte in Österreich ihre wirtschaftliche Lage zurzeit noch pessimistischer ein als etwa zu Beginn der Corona-Pandemie. „Der Vertrauensindex hat einen neuen Tiefststand von -32 Punkten erreicht. Dieser Negativtrend bei der Verbraucherstimmung manifestiert sich auch im jüngsten Konsumbarometer des Handelsverbandes, das im dritten Quartal 2022 erneut zurückgegangen ist“, berichtet der HV.

Steigende Lebenshaltungskosten und explodierende Energiekosten dämpfen die Konsumlaune der Verbraucher erheblich. Dadurch verringert sich auch der finanzielle Spielraum sowohl für Konsumausgaben als auch zum Sparen. Mittlerweile bewerten nur noch 7% ihre aktuelle Lebensqualität besser als vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges“, sagt Handelsverband GF Rainer Will.

Hinzu komme: Die jüngsten Zinserhöhungen durch die EZB haben die monatlichen Tilgungsraten bei vielen Kreditnehmern um über +10% verteuert. Kreditnehmer mit längeren Laufzeiten zahlen also aufgrund der Leitzinserhöhung deutlich höhere monatliche Raten. Will sagt: „In Verbindung mit den rasant steigenden Energiepreisen tritt damit eine weitere Kostenlawine auf, die das finanzielle Überleben unzähliger privater Kreditnehmer sowie kleiner und mittlerer Unternehmen gefährdet und die Krisenfestigkeit schmelzen lässt. Aktuell kämpfen bereits vier von zehn Bürgern mit steigenden Schulden aufgrund der Teuerung (38%), rund ein Fünftel kann Kredite nicht mehr ordnungsgemäß bedienen (18%).

Die Konsumstimmung der Menschen ist im Keller, das schlägt sich jetzt immer stärker auf die Verkaufszahlen im Handel durch. Vor allem der Möbel-, Elektro-, Schmuck- und Mode-Handel sowie die Lebensmittelgeschäfte kämpfen inflationsbereinigt mit massiven Umsatzrückgängen. Die steigenden Kreditzinsen verschärfen die Lage zusätzlich“, fasst Will die aktuelle Lage zusammen.

HV fordert Energiepreisbremse

Die schlechte Verbraucherstimmung sei für die gesamte Handelsbranche eine Herausforderung. „Nach 2,5 schwierigen Pandemie-Jahren und Financial Long Covid (sinkende Eigenkapitalausstattung) müssen die Unternehmen zudem mit exorbitant steigenden Energie- und Beschaffungskosten zurechtkommen. Das gefährdet tausende unternehmerische Existenzen und Jobs. Laut KSV1870 sind die Insolvenzen im Handel 2022 deutlich im Steigen, sie werden gegenüber dem Vorjahr um 115% höher ausfallen. Bereits jetzt verzeichnet die Branche mehr Pleiten als in den Corona-Jahren 2020 und 2021 zusammen“, sagt Will.

Der Handelsverband (HV) fordere deshalb ein rasches, entschlossenes Handeln der Bundesregierung für eine Energiepreisbremse nach deutschem Vorbild. Zudem dürfe der Handel bei den staatlichen Unterstützungsleistungen nicht länger vergessen werden. „Förderinstrumente müssen so ausgestaltet werden, dass alle Betriebe, die von den steigenden Energiekosten existenziell betroffen sind, umfasst sind. Immerhin stehen 600.000 Arbeitsplätze im Handel auf dem Spiel“, so Will abschließend.

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Kommentare (3)

  1. Hoffentlich lesen das unsere Mitarbeiter und Kunden nicht!!! Die „Demotivationskampagnen“ des HV sind nicht mehr auszuhalten… 👎

  2. Na dann noch eine Leitzinserhöhung…dann wird alles besser.
    Wurde ja nur gemacht damit die Sparer endlich was davon haben… frag mich nur …..wer kann noch SPAREN?
    Und das die Inflationsrate gesenkt wird…lustig…. die haben wir wegen den explodierende Energiekosten und nicht weil die Leute alles kaufen und das Geld auf den Markt hauen.
    DAS IST ALLES NICHT MEHR NORMAL.
    Es wird bald alles explodieren …..

    2

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