Montag, 28. November 2022
Strom-Stresstest

APG: Stromversorgung in Österreich gesichert

Energiezukunft | Julia Jamy | 10.11.2022 | |  
(© APG) Österreich wird diesen Winter mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Mangel an Strom haben und auch ein Blackout ist sehr unwahrscheinlich. Das zeigt ein Stresstest, den der heimische Übertragungsnetzbetreiber, Austria Power Grid (APG), durchgeführt hat.

Für den Stresstest wurden ingesamt drei Szenarien ausgerechnet, wobei eine Vielzahl an Einzelfaktoren, wie Niedrigwasser, Reduktion von Kraftwerkskapazitäten in Polen, Finnland, Frankreichs und die Laststeigerungen aufgrund erhöhten Verbrauchs im Zuge eines kalten Winters angenommen wurde. „Übergeordnetes Ziel des Stresstests ist es kritische Situationen, welche zu möglichen stundenweisen Strommangellagen führen können, zu identifizieren. Nur mit einer derartigen Analyse ist es möglich ein gezieltes Monitoring der Versorgungslage während der nächsten Monate durchzuführen und im Falle drohender Versorgungslücken weiteren Eskalationen frühzeitig gegenzusteuern“, sagt Gerhard Christiner, Vorstand der APG.

Insgesamt kann die energiewirtschaftliche Gesamtsituation für den kommenden Winter aus APG Sicht als herausfordernd bezeichnet werden. Aufgrund der bereits getroffenen Präventivmaßnahmen (u.a. gefüllte Gasspeicher in Österreich, gesetzliche Netzreserve) sei Österreich aber gut vorbereitet.

Im Detail

Das Szenario mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit ist das sogenannte „Kombinations-Szenario“ bei dem es aus aktueller Sicht „große aber beherrschbare Herausforderungen für die sichere Stromversorgung für Österreich gibt“. Für dieses Szenario wurde eine reduzierte Atomkraftwerksleistung in Finnland und Frankreich, aber keine Einschränkungen in der Stromproduktion durch Gas angenommen. Laut APG gibt es in diesem Szenario beherrschbare Herausforderungen für die sichere Stromversorgung in Österreich, zu keiner Zeit eine sogenannte Lastunterdeckung, bei der es mehr Stromnachfrage als Angebot gibt.

Die beiden darüber hinaus gehenden Szenarien („Kombinations-Szenario kritisch“ und „Kombinations-Szenario sehr kritisch“) weisen bis zu 815 Stunden an identifizierter möglicher Lastunterdeckung für Österreich aus. Diese beiden Szenarien haben aus heutiger Sicht geringe bzw. sehr geringe Eintrittswahrscheinlichkeiten für den Winter 2022/2023, so APG. Aktuell und in Zusammenhang mit den Szenarien sieht APG kein erhöhtes Blackoutrisiko. Dennoch sei ein sorgsamer Umgang mit Strom, Gas & allen Energieformen erforderlich.

Die APG plant in den kommenden Wochen darüber hinaus die Publikation von wöchentlichen Monitoring-Analysen der dann jeweils aktuellen Versorgungsituation Strom in Österreich sowie tagesaktuellen Lastkurven. „Mit diesen zusätzlichen Instrumenten schaffen wir Transparenz über die jeweils aktuelle Versorgungslage. So können wir bevorstehende kritische Situationen noch früher erkennen, um dafür eine öffentliche Sensibilität zu erreichen und somit auch ein gemeinsames breites Verständnis und Involvement der Bevölkerung für etwaige notwendige Maßnahmen zu schaffen“, so Christiner abschließend.

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