Freitag, 9. Dezember 2022
Editor's ChoiceHandels-KV-Verhandlungen

HV bedauert: „Höchstattraktives 7%-Angebot für Beschäftigte ausgeschlagen“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 10.11.2022 | |  Wissen
Der Handelsverband bedauert, dass die GPA das „höchstattraktive“ 7%-Angebot für Beschäftigte im Handel ausschlägt, und reagiert mit Unverständnis, denn: „Die angebotene Erhöhung der KV-Gehälter um 4% plus steuerfreie Teuerungsprämie von 3% plus Anhebung des Einstiegsgehalts auf 1.900 Euro bringt ohnehin viele Betriebe an ihre Belastungsgrenze“, so Handelsverband GF Rainer Will.

Der Handelsverband reagiert mit Unverständnis auf die heutige Ablehnung des „attraktiven Angebotes“ der Arbeitgeber-Verhandler an die GPA für die 500.000 Handelsangestellten und Lehrlinge des Landes. Das Angebot einer 4%igen Gehaltserhöhung plus einer 3%igen steuerfreien Teuerungsprämie in Kombination mit einer Erhöhung des Einstiegsgehalts auf 1.900 Euro brutto sowie einer deutliche Anhebungen sowie einer außerordentlichen Erhöhung der Lehrlingseinkommen auf 800 Euro im ersten Lehrjahr überschreite bereits die Oberkante für viele von den Krisen belastete Handelsunternehmen.

„Wir bedauern, dass die GPA das höchstattraktive 7-Prozent-Angebot für die Handelsangestellten ausschlägt. Das Paket, das auch die Anhebung des Einstiegsgehalts auf 1.900 Euro und deutliche Erhöhungen für die Lehrlinge beinhaltet, bringt ohnehin viele Betriebe an ihre Belastungsgrenze – denn jedes zweite Unternehmen erzielt heuer Verluste“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Durch das 7%-Angebot würde den Arbeitnehmern künftig deutlich mehr netto vom brutto bleiben. „Immerhin entspricht das Arbeitgeber-Angebot beim (erhöhten) Einstiegsgehalt von 1.900 Euro einer Bruttoerhöhung von 10,56%. Vor dem Hintergrund der rauen wirtschaftlichen Lage sollte ein Verständnis bestehen, dass die Arbeitsplatzsicherheit im Vordergrund stehen muss, wenn Kostenblöcke durch die Decke gehen. Ein überzogen hoher KV-Abschluss würde ebendiese vielfach gefährden“, so Handelsverband-Präsident Stephan Mayer-Heinisch.

Nachdem die rollierende Inflation 6,9% beträgt, liege das Angebot der Arbeitgeber bereits deutlich über diesem Wert, wie Will sagt. Die Forderung der Gewerkschaft sei überzogen und würde die wirtschaftliche Existenz tausender Handelsunternehmen gefährden. „Die GPA lässt auch außer Acht, dass durch die staatlichen Kaufkraftstabilisierungsmaßnahmen bereits Gutteile der Teuerung auf Arbeitnehmerseite abgefedert werden“, sagt Will abschließend.

Auch WKÖ-Trefelik bedauert

Auch Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel und Chefverhandler der Arbeitgeber, ortet eine Blockade der Gewerkschaft. Mehr dazu lesen Sie HIER.

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