Montag, 30. Januar 2023
Kurzstudie zeigt: Bedeutung der Lehrlinge in den Unternehmen steigt

CEOs FOR FUTURE fordert Reform der Lehrlingsausbildung

Hintergrund | Julia Jamy | 16.11.2022 | |  
Hartwig Hufnagl (ASFINAG), Silvia Angelo (ÖBB-Infrastruktur AG), Birgit Kraft-Kinz (CEOs FOR FUTURE und KRAFTKINZ), Peter Weinelt (Wiener Stadtwerke) und Manfred Stanek (Greiner Packaging). Hartwig Hufnagl (ASFINAG), Silvia Angelo (ÖBB-Infrastruktur AG), Birgit Kraft-Kinz (CEOs FOR FUTURE und KRAFTKINZ), Peter Weinelt (Wiener Stadtwerke) und Manfred Stanek (Greiner Packaging). (© CEOs FOR FUTURE/LIEB.ICH Productions) Die Bedeutung der Lehrlinge in den Unternehmen steigt. Dabei stellen veraltete Lehrplänen an den Berufsschulen die Unternehmen vor großen Herausforderungen. Das zeigt eine Kurzstudie von CEOs for future, die gestern bei einem Pressegespräch präsentiert wurde.

Unter „CEOs for Future“ (C4F) engagieren sich 55 Mitgliedsunternehmen für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung mit der Jugend. Ein zentrales Thema ist dabei, die teils veraltete Ausbildung in den Berufsschulen zu reformieren. Bei unseren Unternehmen gewinnen die Lehrlinge und jungen Mitarbeiter eine steigende Bedeutung: Die Lehrlinge von heute sind die Fachkräfte von morgen, sagt Birgit Kraft-Kinz, Unternehmerin und CEOs FOR FUTURE Obmann-Stellvertreterin, und ergänzt: „Deshalb müssen die Lehrpläne in Ausbildungen generell und in den Berufsschulen auf Zukunftsthemen ausgelegt werden: Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema.“

Wie wichtig, zeigt eine kurze Umfrage unter 31 Unternehmen. Demnach wünschen sich die Befragten unter anderem Lehrpläne, die auf dem neuesten Stand sind und den neuen Erkenntnissen und Entwicklungen Rechnung tragen. Mit einer 64-prozentigen Zustimmung sehen die Befragten in veralteten Lehrplänen von Berufsschulen die größte Hürde in der Ausbildung der Lehrlinge. 21 Prozent sehen auch in der mangelnden Basisausbildung der Lehrlinge eine Hürde. 83 Prozent der befragten Unternehmen unterstützen daher eine Anpassung der Ausbildungspläne der Berufsschulen in Richtung einer zukunftssichernden Nachhaltigkeitslehre.

Nachhaltige Lehrlingsausbildung

Für eine Modernisierung von Lehrberufen setzen sich unter anderem ÖBB, Wiener Stadtwerke, Greiner Packaging International und ASFINAG ein. Mit rund 2.000 Lehrlingen und 27 Lehrberufen zählt die ÖBB zu eine der größten Lehrlingsausbildner des Landes. Als eines der größten Klimaschutzunternehmen Österreichs sind wir Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel. Wir setzen auf 100 % erneuerbare Energie. Hier nutzen wir die Natur und produzieren nachhaltigen Grünstrom aus Wasserkraft, Solarenergie und seit neustem aus Windkraft, so Silvia Angelo, Mitglied des Vorstands ÖBB-Infrastruktur AG und ergänzt: „Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsthemen fließen bei uns schon in die Lehrausbildung ein: Die Green-Jobs Energietechnik und Kälteanlagentechnik bilden wir selbst aus.“ Das Unternehmen engagiert sich, um im eigenen Haus bessere Voraussetzungen zu schaffen. So sagt Angelo, dass „etwa 80 Prozent der Lehrlinge nach der Ausbildung bei der ÖBB bleiben“

Die Wiener Stadtwerke bilden derzeit 470 Lehrlinge aus. Um noch mehr Lehrlinge selbst ausbilden zu können, werden zwei neue Ausbildungszentren für die Wiener Linien und Wien Energie eröffnet. Auch dem Verpackungsunternehmen Greiner Packaging, der als Vorreiter für die Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft mit nachhaltigen Produktlösungen gilt, liegt eine nachhaltige Ausbildung der jungen Mitarbeiter und 74 Lehrlingen am Herzen. „Viele Jugendliche halten es nicht für sexy, mit Kunststoff zu arbeiten“, so Manfred Stanek, Geschäftsführer von Greiner Packaging. Wer vom Wissen und vom Verhalten her zum Unternehmen passe, werde auch übernommen, betonte Stanek.

Bei der ASFINAG werden rund 90 Prozent der Lehrlinge nach der Lehre übernommen, erklärte Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl. Die ASFINAG versteht sich nach eigenen Angaben als nachhaltiger Mobilitätspartner. Die ASFINAG beweist jeden Tag, dass Mobilität und Nachhaltigkeit in keinem Widerspruch zueinander stehen. Daher sind Schulungen zu Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Mobilität ein fixer Bestandteil in der Ausbildung unserer Lehrlinge. Junge Menschen sind die Zukunft, bei uns können und sollen sie diese Zukunft aber auch gestalten und sich nachhaltig für den Klimaschutz einbringen, so Hufnagl.

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