Land NÖ will Image der Lehre weiter stärken
Gemeinsam das Image der Lehre weiter stärken. V.l.: Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, Rauchfangkehrermeisterin Janine Petermann, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und AK NÖ-Präsident Markus Wieser. (© Anja Grundböck)
Das Image der Lehre verbessern und dem Fachkräftemangel entgegenwirken- dieses Ziel hat das Land Niederösterreich, die Wirtschaftskammer und die Arbeiterkammer. Gemeinsam hoben sie heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Bedeutung der Lehre für den Wirtschaftsstandort NÖ hervor.„In den kommenden Wochen steht bei 16.000 Jugendlichen, die nächstes Jahr die Pflichtschule abschließen, die Entscheidung an, welchen Karriereweg sie einschlagen“, so Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger. Eine Entscheidung, die das Leben beeinflusse. Er hoffe, dass sich viele von diesen für eine Lehre entscheiden. Die Lehre habe, so der Landesrat, vielfach den Ruf, nicht gut bezahlt zu werden, aber das sei falsch. Die Lehre biete gerade am Beginn des Berufslebens einen guten Verdienst. „Bei der Lehre handelt es sich um ein sehr durchlässiges System, das nicht nur Aufstiegsmöglichkeiten in den Betrieben, sondern auch Qualifizierungen in Form von Lehre mit Matura, Meisterabschluss und berufsbegleitendem Studium ermöglicht“, sagte er.
Auch in NÖ muss der Bedarf an Fachkräften gedeckt werden: „Aktuell gibt es in Niederösterreich fast 20.000 offene Stellen und 1.341 offene Lehrstellen, die unsere Betriebe auch mit viel Aufwand nicht besetzen können. Das sind drei Mal so viele offene Stellen und doppelt so viele offene Lehrstellen wie 2019 noch vor der Corona-Pandemie“, informierte Danninger. Dennoch sei ein Zulauf zur Lehre erkennbar, unterstrich WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker: „Mit Stand Ende November hatten wir 17.528 Lehrlinge in den niederösterreichischen Betrieben. Erfreulich ist auch, dass die Anzahl der Lehrbetriebe auf 4.518 Unternehmen gestiegen ist.“ Die meisten Lehrlinge gebe es mit 8.360 in der Sparte Gewerbe und Handwerk, gefolgt von Industrie mit 2.654 und dem Handel mit 2.591 Lehrlingen.
„Bessere Weg“
Für AKNÖ-Präsident Markus Wieser zeigen die von den Sozialpartnern und dem Land gesetzten Maßnahmen jedenfalls bereits Wirkung. „Das Image der Lehre weiter zu stärken, ist von wichtiger Bedeutung, denn Facharbeit und Qualifikation sind immer gefragt. Um Jugendliche für einen Lehrberuf zu begeistern, setzt die Arbeiterkammer eine Reihe an Maßnahmen um, sowohl mit der Wirtschaftskammer als auch mit dem Land Niederösterreich. Dazu zählen unter anderem die Berufsorientierung, eine App sowie die Aktionen ‚Berufe zum Angreifen‘ und ‚Zukunft.Arbeit.Leben.‘“
Janine Petermann, Rauchfangkehrer-Meisterin und ehemalige Studentin der Donau-Universität Krems, sagte: „Für mich war die Lehre der bessere Weg.“ Neben dem guten Verdienst in jungen Jahren habe man heutzutage andere Möglichkeiten, unter anderem „Lehre mit Matura“, Weiterbildungen und Studium. Es gehe laut Petermann darum, „die jungen Leute anzusprechen. Ich gehe gerne in Schulen und zu Bildungsmessen, um den Beruf vorzustellen.“ Sie hoffe, dass sich „viele Jugendliche für die Lehre entscheiden, weil es der viel bessere Weg ist.“
