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Sonntag, 21. Juli 2024
Maßnahme gegen hohe Retourenquote

USA: Amazon warnt vor „häufig zurückgegebenen Artikeln“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 17.04.2023 | | 1  
Seit rund einem Monat warnt Amazon seine Kunden in den USA mit einem eigenen Hinweisfeld vor häufig zurückgeschickten Produkten. Damit soll die Zahl der Retouren reduziert werden. Ob das die Kunden tatsächlich vor Fehlkäufen bewahrt, muss sich noch zeigen. Wenn die Maßnahme zufriedenstellend anläuft, soll sie auch auf andere Länder ausgeweitet werden.

Die Zahlen der Retouren im Onlinehandel sind nicht in den Griff zu bekommen. Im Gegenteil, bedingt durch Corona und dem damit einhergehenden Onlineshoppingboom, ist die Zahl der zurückgeschickten Produkte weiter gestiegen. In Deutschland beispielsweise wird laut einer Schätzung der Universität Bamberg, fast jedes vierte online bestellte Produkt retourniert. Die Forscher rechnen in diesem Jahr mit mehr als 500 Millionen Rücksendungen. Dieser Retourenwahnsinn verursacht nicht nur erhebliche Kosten für den Handel, sondern auch Umweltschäden und Ressourcenverschwendung durch die doppelten Transporte und da ist dann noch die immer wieder angeprangerte Vernichtung gigantischer Warenberge …

Amazon möchte dem nun scheinbar entgegenwirken. In den USA werden registrierte Kunden seit Kurzem explizit darauf hingewiesen, wenn ein von ihnen betrachtetes Produkt besonders oft zurückgeschickt wird. Unter der Produktbeschreibung wird dann eine orange hinterlegte Box mit dem Hinweis „Häufig zurückgegebener Artikel. Lese die Produktdetails und Kundenbewertungen, um mehr über diesen Artikel zu erfahren“ eingeblendet.

Vorerst soll sich Amazon dabei auf Produkte beschränken, für die der Internetriese selbst Versand und Logistik übernimmt. Angeblich taucht die Warnung bislang besonders häufig bei Bekleidung auf. Aber auch bei Elektronikartikeln wie beispielsweise einem Plattenspieler sei die Warnung schon aufgepoppt. Ob das die Kunden tatsächlich in nennenswerter Anzahl vor Fehlkäufen bewahrt und unnötige Doppelbestellungen verhindert, wird sich erst noch zeigen. Wenn die Maßnahme zufriedenstellend läuft, soll sie auch auf andere Länder und Angebote von Dritten ausgeweitet werden. Eine Aussicht, die scheinbar nicht jedem Händler und Hersteller schmeckt, wie Medien berichten. Es gäbe schon erste Beschwerden aus den USA, die durch die Amazon-Maßnahme „eine unberechtigte Stigmatisierung und den Verlust von Umsatz und Kundenvertrauen“ befürchten.

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