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Dienstag, 23. April 2024
24,03 Millionen SIM-Karten

FMK: Mobilfunkwachstum hält weiterhin an

Telekom | Dominik Schebach | 27.04.2023 | |  
Volker Libovsky, Präsident des FMK und CTIO von Magenta Telekom und Margit Kropik, Geschäftsführerin des FMK berichteten über das vergangene Jahr 2022 und über aktuelle Themen im Mobilfunksektor. Volker Libovsky, Präsident des FMK und CTIO von Magenta Telekom und Margit Kropik, Geschäftsführerin des FMK berichteten über das vergangene Jahr 2022 und über aktuelle Themen im Mobilfunksektor. Das Wachstum im Mobilfunk hält weiter an. Das betrifft sowohl die Anzahl der SIM-Karten in den österreichischen Mobilfunknetzen, als auch das Datenvolumen, welches weiterhin stark zulegt. Einzig bei den Mobilfunkminuten wurde im Vorjahr ein Rückgang verzeichnet. Das geht aus dem heute von Volker Libovsky, Präsident des FMK und CTIO von Magenta, sowie Margit Kropik, Geschäftsführerin des FMK, vorgestellten Jahresbericht für 2022 des Forums für Mobilkommunikation hervor.

Das war wohl eine der überraschendsten Aussagen bei der heutigen FMK-Pressekonferenz: Mit Stichtag 31. Dezember 2022 waren 24,03 Millionen aktive SIM-Karten in den österreichischen Netzen im Umlauf. Damit hat die Anzahl der SIM-Karten gegenüber dem Vorjahr um ca. 3,2 Millionen zugelegt. „Das hat einerseits mit der wachsenden Anzahl an M2M-Karten (rund 10 Millionen), andererseits aber auch mit der stetig steigenden Anzahl von SIM-Karten in Tablets und Laptops zu tun“, wie Libovsky erklärte.

Zurückgegangen ist dagegen die Anzahl der übertragenen Gesprächsminuten. Zwar sorgt der Trend zum Home Office auch nach den Corona-Jahren mit 23,7 Milliarden Mobilfunk-Minuten für eine stärkere Nutzung als vor der Pandemie, aber das „Jahr des Lockdowns“  bleibt mit 29,1 Mrd. Mobilfunkminuten ein einsamer Rekord.

Erstmals über 4 Milliarden GB Daten via Mobilfunk

„Normalisiert“ hat sich laut Libovsky auch das Wachstum des Datenvolumens. Im Vorjahr wurde 4,061 Milliarden GB per Mobilfunk über tragen. Vor 10 Jahren, kurz vor der Einführung von LTE, betrug das Datenvolumen nur etwa ein Fünfzigstel. Dass der Datenzuwachs gegenüber 2021 nicht mehr so deutlich ausgefallen ist, wie in den Jahren davor (2021 wurden insgesamt 3,8 Mrd. GB daten mobil übertragen), liegt nach Ansicht des FMK-Präsidenten vor allem daran, dass die Mobilfunknutzer „Mitnahmeeffekte“ aus den Corona-Jahren 2020 und 2021 vorab „realisiert“ haben. Zusätzlich ist eine breite, technische Akzeptanz von 5G dort zu bemerken, wo der Ausbau schon fast abgeschlossen ist.

Inflationsmindernd

Daneben bestätigte sich, dass der harte Wettbewerb auf dem österreichischen Markt dem Preisauftrieb entgegenwirkt. 2022 verzeichneten die Mobilfunknetzbetreiber einen Gesamtumsatz von 3,375 Mrd. Euro. Damit sind die Umsätze nur marginal gestiegen (2021: EUR 3,290 Mrd.). Dennoch wurden 2022 mehrals ein Drittel des Umsatzes (insgesamt gesamt 881 Mio. Euro) in den Netzausbau investiert. Das gemeinsame Investitionsvolumen bis zum Vollausbau der 5G-Netze wird rund 3 Mrd.  Euro betragen.

Mit insgesamt rund 18.500 Mobilfunkanlagen verfügt Österreich über eine nahezu flächendeckende Mobilfunkversorgung. Mehr als 9.000 dieser Anlagen sind inzwischen schon mit 5G-Systemen ausgestattet. Damit stiegt der Anteil aller Österreicherinnen und Österreicher, der über zumindest einen Netzbetreiber mit 5G-Mobilfunk versorgt ist, von 67 % im Jahr 2021 auf 90 % 2022. Laut der Ausbauverpflichtung, die mit dem Kauf der Mobilfunkfrequenzen verknüpft ist, müssen bis Ende 2025 mindestens 93 % der Bevölkerung und 98 % aller Hauptverkehrswege mit mobilem Internet mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 30 Mbit/s versorgt sein.

„Dh, wir sind derzeit am Höhepunkt der Investments in 5G“, so Libovsky. „Die Auktionen brachten für die Betreiber auch Auflagen zur Erschließung von bisher unterversorgten Gebieten, die halten wir ein. Und diese Auflagen erfordern weiterhin hohe Investitionen, wenn sich auch die Abdeckung nur noch geringfügig erhöht.“ Davon profitieren auch über 1700 österreichische Katastralgemeinden, die heute noch über gar keine – oder zumindest keine mobile – Breitbandanbindung ans Internet verfügen.

Fortschreitende Digitalisierung

Es schreitet aber nicht nur der 5G-Ausbau voran. Auch die Digitalisierung und damit die Nutzung von Smartphones für immer mehr Anwendungsgebiete wie Bankgeschäfte, Einkäufe oder Behördenwege nimmt beständig zu. Das zeige eine MAKAM-Umfrage im Auftrag des FMK.

  • So führen 84 % der Österreicher ihre Bankgeschäfte vorwiegend digital, also auf Handy, Tablet und PC durch.
  • 55 % kaufen Güter des nicht täglichen Bedarfs wie beispielsweise Kleidung oder Möbel digital ein.
  • Auch Amtswege werden inzwischen von mehr als der Hälfte digital erledigt: 52 % (davon aber eher Männer als Frauen) geben das an.

    Im Vergleich zu 2017 verwendeten die Österreich im vergangenen Jahr noch intensiver und für mehr Bereiche. Einzig bei SMS gab es einen Rückgang. (Folie: FMK)
  • Dass sich das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften ebenfalls bei knapp der Hälfte durchgesetzt (47 %) hat, ist wenig überraschend, bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, dass inzwischen 41 % auch TV- und Radioprogramme überwiegend via Handy, Tablet oder Computer konsumieren.

Dabei stehen die Österreicher der Digitalisierung grundsätzlich positiv gegenüber, wie Kropik ausführte. Vor allem für die Entwicklung von Industrie und Wirtschaft (71 %), Gesundheitswesen (63 %), Bildung (60 %) und für den Arbeitsmarkt (57 %) seien sich die Österreicher darüber einig, dass die Digitalisierung positive Effekte hat und haben wird. 39 % beurteilen die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft positiv. 35 % befürchten allerdings auch negative Auswirkungen.

Mobilfunknutzung im Wandel

Das Forum Mobilkommunikation hat MAKAM 2017 mit einer umfassenden Mobilfunk-Umfrage zum Nutzungsverhalten der österreichischen Bevölkerung beauftragt und diese Studie Anfang des Jahres 2023 wiederholt. Gefragt wurde, welche Funktionen (neben dem Telefonieren) des Smartphones am häufigsten genutzt werden (siehe Folie). Wenig überraschend ist, dass Whatsapp, das Fotografieren und die Weckerfunktion noch immer on top stehen. Überraschender dabei ist, dass die schon 2017 sehr hohen Werte nochmals kräftig zulegen konnten:

  • So gaben 2017 66 % an, Messenger-Dienste am Smartphone zu nutzen, heute sind es 87 %, die explizit Whatsapp als beliebteste App/Nutzung überhaupt angeben.
  • Online-Banking-Apps auf dem Vormarsch / Ein Fünftel bezahlt auch mit dem Smartphone
  • Laut einer Studie aus dem Retail Banking Report 2017 nutzten damals immerhin schon 23 % der ÖsterreicherInnen Onlinebanking direkt auf dem Smartphone. Heute, so ergab die MAKAM-Studie, wird Online-Banking von 64 % der Österreicherinnen und Österreicher direkt mit dem Handy erledigt, wobei die höchste Affinität in der Altersgruppe der 30 – 49-Jährigen zu finden ist.
  • Auf die Frage, womit in Österreich telefoniert wird, lassen die Antworten keinen Zweifel: Über 97 % geben an, hauptsächlich mobil zu telefonieren, wobei das Smartphone einen Anteil von 95 % daran hat. Nur noch 2 % geben an, eher das Festnetz für Telefonate zu nutzen.

Glasfaser in den Gemeinden

In Richtung Gemeinden stellten Libovsky und Kropik abschließend noch klar, dass sich der 5G-Ausbau und die Erschließung der Gemeinden mit Glasfaser-Netzen nicht ausschließen. Damit reagierte das FMK auf die immer wieder von den Gemeinden geäußerte Befürchtung, dass nach einem 5G-Ausbau es keine Förderung für Glasfasernetze mehr gebe.

Die FMK-Vertreter verwiesen dazu auch auf ein Schreiben des Breitband-Büros, in dem hieß: „Die Mobilfunkverfügbarkeit hat im Zusammenhang mit der Initiative Breitband Austria 2030 keinen Einfluss auf die Erstellung der Förderkarten im Rahmen zukünftiger Ausschreibungen.“

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