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Montag, 2. Oktober 2023
Multimedia-Kommentar

Sommerloch im Frühling?

Julia Jamy | 04.06.2023 | | 1  
(© Pixabay) Wie jedes Jahr kam auch heuer wieder das Sommerloch verlässlich. Der anhaltende Fachkräftemangel macht die Sache nicht einfacher. Doch den Kopf in den Sand zu stecken bringt niemanden weiter.

Bis zum Start des traditionellen Sommerlochs dauert es zwar noch ein wenig, schaut man sich aber die aktuellen Marktzahlen an, bekommt man einen anderen Eindruck. Denn wie die deutsche gfu informiert, lag der Markt für Home Electronics-Produkte im ersten Quartal 2023 verglichen mit dem Vorjahres-Zeitraum mit 4,9 Prozent im Minus. So wurde in den Monaten Jänner bis März 2023 ein Gesamt-Umsatzvolumen von knapp 11,4 Milliarden Euro erreicht.

Im Bereich der Unterhaltungselektronik wurde im ersten Quartal 2023 mit Fernsehgeräten ein Umsatz von 795 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Minus von 12 %. Die verkaufte Stückzahl sank um 12,6 % auf rund 1,1 Millionen TV-Geräte. Dem gegenüber stieg der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Geräte leicht um 0,7 % auf 715 Euro an. Auch das Home Audio Segment verzeichnete einen Umsatzrückgang von 8,0 % auf 215 Millionen Euro. Mehr Freude hatten Hersteller und Händler mit der Produktsparte Audio-/Video-Zubehör. Mit einem Umsatz von 408 Millionen Euro erzielten sie einen Umsatzzuwachs von 9,1 %. Keine Frage: Die Pandemie-Jahre hatten der Branche ein unerwartetes Hoch beschert. Statt Urlaub und Restaurantbesuche haben viele Konsumenten mehr Geld für einen neuen Fernseher, PC oder Drucker ausgegeben. Diese Zeiten scheinen vorerst vorbei: Waren es zu Beginn der Pandemie noch die Lieferengpässe, die der Unterhaltungsbranche das Geschäft schwer machten, ist es jetzt die sinkende Kauflaune. Der zusätzliche Fachkräftemangel macht die Sache nicht einfacher. 

Das Problem beginnt aber bereits in der Ausbildung, wie ich kürzlich festgestellt habe. Bei meinem Besuch in der Berufsschule für Einzelhandel und EDV Kaufleute erzählte mir Direktorin Eva Maria-Redl: „Alle Unternehmen halten den Mitarbeiterstab aus Kostengründen gering, d.h. es gibt kaum Puffer zur Abfederung von Spitzen, sei es Krankheit, Grippewelle oder Urlaub. Hier muss man aus meiner Sicht eine Werbeoffensive oder Marketingstrategie entwickeln, die genau auf dieses Problemfeld hindeutet. Es wird viel zu wenig auf die Serviceleistungen des Handels hingewiesen. Das fängt mit der Beratung an und hört mit der Lieferung und Montage auf.“ In dieselbe Kerbe schlug auch Berufsschullehrerin Hronicek: „Der Handel müsste meiner Meinung nach umdenken und sich fragen: Macht das Sinn, so viel in den Online-Handel zu stecken? Stattdessen wäre es sinnvoller, auf die Expertise zu setzen, die man hat, gerade bei Produkten, wo man als Konsument auch viel falsch machen kann, wenn man sich nicht beraten lässt.“  

Und genau das ist der springende Punkt: Der Handel sollte auf das setzen, was er am besten kann: Beratung. Dann klappt das auch mit dem Sommerloch.

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