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Donnerstag, 25. Juli 2024
Nutzungsrate bei 32 %. Aber auch Skepsis nimmt zu.

HV-Studie: Künstliche Intelligenz setzt sich im Alltag durch

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 17.05.2024 | |  
Leicht zugängliche KI-Tools haben in den letzten zwei Jahren einen wahren Siegeszug hingelegt - ob ChatGPT, MidJourney, Bard, Bing, Gemini oder Firefly und beinahe täglich werden neue Innovationen vorgestellt. Während sich die einen über den digitalen Fortschritt freuen, fürchten andere eine Gefährdung im Privat- und Arbeitsleben durch das „Computergehirn“. Wie die österreichischen Konsumenten dazu stehen, haben der Handelsverband und Mindtake Research in einer Umfrage erhoben.

„Die Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Jeder Dritte hat KI-Tools bereits genutzt. Das zeigt, dass wir uns mitten in einer technologischen Revolution befinden. Auch für den Handel eröffnen sich durch KI-Lösungen eine Menge neuer Chancen. Trotz aller Potenziale müssen wir aber auch die Risiken ernst nehmen. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung treten für Verbote von KI-Anwendungen in bestimmten Bereichen ein“, fasst Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will die wichtigsten Ergebnisse der neuen Studie zusammen.

Kenntnisse über KI-Programme weit verbreitet, Nutzungsrate verdoppelt

Die Nutzungsrate der gängigen KI-Programme (z.B. ChatGPT, MidJourney, Bard) hat sich innerhalb des letzten Jahres mehr als verdoppelt: Sagten vor einem Jahr erst 15 % der Österreicher, dass sie eines dieser Programme bereits genutzt haben, sind es heute schon 32 %. Weitere 47 % kennen die KI-Tools immerhin dem Namen nach. Die Zahl jener, die laut eigenen Angaben keinerlei Wissen zum Thema haben, hat sich hingegen von 39 % im Vorjahr auf 21 % nahezu halbiert.

Wenig verändert haben sich dabei die Erwartungen der Befragten zur Künstlichen Intelligenz: Ein gutes Drittel (37 %; VJ: 36 %) hat sehr oder eher positive Erwartungen rund um das Thema, jeder Zweite (52 %; VJ: 47 %) denkt kritisch darüber. Die verbleibenden 12 % (VJ: 17 %) können oder wollen das Potenzial der Technologie nicht beurteilen.

Die fünf größten Vorteile Künstlicher Intelligenz sind laut den Befragten:

  1. KI kann mein Leben erleichtern (26 %)
  2. KI kann mir Rat und Expertise bereitstellen (24 %)
  3. KI kann mich bei beruflichen Tätigkeiten unterstützen (24 %)
  4. KI kann mir neue Services bieten (24 %)
  5. KI kann mir meinen Einkauf vereinfachen (14 %)

Soll KI in bestimmten Bereichen verboten werden? 68 % sagen Ja!

So klar die zahlreichen Vorteile von KI-Anwendungen bei der Bevölkerung angekommen sind, so klar ist auch die Unterstützung für rechtliche Regulierungen: Laut der Umfrage treten 68 % der Befragten dafür ein, dass KI-Anwendungen in bestimmten Anwendungsbereichen verboten werden sollten. Vor einem Jahr waren erst 44 % dieser Meinung. Gegen gesetzliche Verbote sprechen sich nur noch 14 % (VJ: 26 %) aus, weitere 19 % (VJ: 30 %) sind unentschieden.

Neue Chancen für den Handel

Ein großes Pro-Argument zum Einsatz Künstlicher Intelligenz stellt die erwartete Stärkung der Wirtschaft und damit des Wohlstands in unserem Land dar: Ein gutes Drittel der Bevölkerung (37 %) ist überzeugt davon, dass KI die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft stärken wird.

„Auch immer mehr heimische Händler erkennen das Potenzial von Künstlicher Intelligenz“, berichtet Rainer Will. „Die Anwendungsgebiete sind nahezu unendlich und reichen von der Optimierung und Beschleunigung des Kerngeschäfts über die Entlastung von Routine- und Kontrollaufgaben oder die Unterstützung bei Entscheidungen bis hin zur Schaffung innovativer Geschäftsmodelle und damit neuer Marktchancen. Für die Kunden bedeutet das zum Beispiel, dass sie künftig ein personalisiertes und ultraflexibles Einkaufserlebnis erwarten dürfen.“

Im Webshop werden die Produktempfehlungen noch relevanter, im Marketing können die Angebote besser an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Im stationären Handel ermöglichen KI-Lösungen Innovationen wie den intelligenten Einkaufswagen oder eine automatische Artikelerkennung beim Bezahlen an der Self-Checkout-Kasse. Durch Optimierung der Sortimentsgestaltung und des Bestandsmanagements wird auch das Produktangebot in den Geschäften noch attraktiver.

Gleichzeitig dürfen die Unsicherheiten und Sorgen der Kunden und Mitarbeitern nicht außer Acht gelassen werden, etwa hinsichtlich Arbeitsplatzsicherheit oder Datenschutz. „Unternehmen sollten deshalb alle Aktivitäten rund um KI transparent gestalten und offen kommunizieren“, empfiehlt Will. „Die Herausforderung besteht darin, eine produktive Symbiose zwischen den Fähigkeiten von KI und den Kompetenzen der Menschen zu entwickeln – wobei Menschen die entscheidende Kontrollinstanz bleiben sollten.“

 

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