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Samstag, 15. Juni 2024
Sieben Eckpunkte formuliert

Miele und IG Metall verhandelten über Zukunfts- und Sozialtarifvertrag

Hausgeräte | Stefanie Bruckbauer | 10.06.2024 | |  
Dass Miele Arbeitsplätze streichen und Teile der deutschen Produktion nach Polen verlegen muss, ist bekannt. Nun fanden lange und intensive Verhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall über einen Zukunfts- und Sozialtarifvertrag statt, wobei sieben Eckpunkte formuliert wurden.

Nach langen und intensiven Verhandlungen über einen Zukunfts- und Sozialtarifvertrag für die Standorte der Miele & Cie. KG, der Miele Vertriebsgesellschaft Deutschland KG und der Imperial-Werke OHG sind die Beteiligten zu einem Verhandlungsergebnis gekommen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um folgende Eckpunkte, die in den kommenden Tagen final ausformuliert werden sollen:

  • Miele gibt Investitionszusagen in Höhe von 500 Millionen Euro für die deutschen Standorte während der Laufzeit des Tarifvertrages (01.08.2024 – 31.12.2028).
  • Miele sichert den Erhalt aller Standorte in Deutschland während der Laufzeit des Tarifvertrages zu.
  • Für den angekündigten Personalabbau wurde ein freiwilliges Ausstiegsprogramm mit großzügigen Abfindungen und einer sozialen Komponente vereinbart.
  • Zusätzlich wurden attraktive Konditionen für Altersteilzeit- bzw.  Vorruhestandsmodelle vereinbart sowie Aus- und Weiterbildungsprogramme zugesagt.
  • Betriebsbedingte Kündigungen sind grundsätzlich bis 31.12.2027 ausgeschlossen. Für den Fall, dass sich konkretisiert, dass sich die vereinbarten Abbauziele nicht sozialverträglich realisieren lassen, können nach einem abgestimmten Ablauf betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden.
  • Zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen leisten auch die Beschäftigten einen finanziellen Beitrag. Für die Jahre 2025 bis 2027 entfällt das tarifliche T-Geld. Zudem werden tarifvertragliche Entgelterhöhungen, die bis dahin vereinbart werden, zwei Monate später ausgezahlt als in der Fläche.
  • Für alle deutschen Standorte sind gemeinsam Zielbilder zu entwickeln, um die Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der Miele Standorte langfristig zu sichern.

Rebecca Steinhage, Geschäftsführerin Human Resources & Corporate Affairs der Miele Gruppe, sagt: „Mit diesen Vereinbarungen leisten die Parteien dieses Tarifvertrags einen wesentlichen Beitrag zu einer Beschäftigungssicherung in Deutschland und einer erfolgreichen sowie nachhaltigen Transformation bei Miele. Im Zuge dessen werden in Deutschland insgesamt ca. 1.300 Arbeitsplätze entfallen, davon bis zu 700 Arbeitsplätze im Rahmen der angekündigten Verlagerung von Teilen der Waschmaschinenproduktion von Gütersloh nach Ksawerów. Wir schaffen sehr gute Voraussetzungen für das gemeinsame Ziel, die notwendigen Veränderungen ohne betriebsbedingte Beendigungskündigungen in die Tat umsetzen zu können.“

Die Verhandlungen führten auf Arbeitgeberseite das Unternehmen Miele und der Unternehmerverband des Kreises Gütersloh sowie auf Arbeitnehmerseite eine Verhandlungskommission bestehend aus Vertretern der IG Metall und des Miele Gesamtbetriebsrats. Die jetzt getroffenen Vereinbarungen stehen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Mitglieder der IG Metall, sollen aber bis Ende Juni mit den Unterschriften der Tarifparteien finalisiert sein. Für Rebecca Steinhage sind die getroffenen Regelungen ein „gutes Beispiel für gelebte Sozialpartnerschaft in einer für alle Beteiligten herausfordernden Zeit“. Weitere Details zu den beschriebenen Eckpunkten sowie zu den angekündigten Plänen zum Stellenabbau sollen in der kommenden Woche folgen.

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