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Donnerstag, 25. Juli 2024
„Digitale Lehrberufe sind Zukunftsberufe“

WK Wien: Interesse an E-Commerce-Lehre wächst

Hintergrund | Julia Jamy | 10.07.2024 | |  
Margarete Gumprecht, Obfrau des Wiener Handels und Midras Redlich (21), der sein drittes Lehrjahr als E-Commerce-Kaufmann bei A1 absolviert. Margarete Gumprecht, Obfrau des Wiener Handels und Midras Redlich (21), der sein drittes Lehrjahr als E-Commerce-Kaufmann bei A1 absolviert. (© Barbara Lachner) Im Mai 2020 wurde die E-Commerce-Lehre als Regellehrberuf eingeführt. Seither wächst die Nachfrage: Das erklärte Ziel der Wirtschaftskammer Wien waren 30 bis 40 Lehranfänger pro Jahr. Aktuell machen 97 Auszubildende in 22 Ausbildungsbetrieben eine E-Commerce-Lehre in Wien-Tendenz steigend.

„Der Handel ist ein wichtiger Lehrlingsausbildner und bietet mit seinen insgesamt 16 Branchen ein gutes Berufsfeld mit hohen Karrierechancen“, so Handelsobfrau Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien. Neben den klassischen Einzelhandelslehren seien insbesondere Ausbildungen mit Bezug zur Digitalisierung, sowohl bei den Lehrlingen als auch bei den Betrieben, gefragt. Mit den dreijährigen Lehrausbildungen im E-Commerce-Kaufmann/frau und Einzelhandelskaufmann/frau mit Schwerpunkt ‚Digitaler Verkauf‘ sollen junge Auszubildende viele Entwicklungsmöglichkeiten haben. „Der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften, die in allen Belangen des Online-Handels weiterhelfen können und mit technischen Innovationen gekonnt umgehen, ist sehr hoch und wird weiter steigen. Digitale Fähigkeiten sind besonders wertvoll in einer Welt, in der digitale Kanäle immer wichtiger werden und der Handel zunehmend von Technologie durchdrungen ist“, unterstreicht Gumprecht und sie fügt hinzu: „Der Lehrberuf bildet die Online-Fachkräfte der Zukunft aus. Absolventen der E-Commerce-Lehre sind gefragt am Arbeitsmarkt.“

Interesse an E-Commerce-Lehre ist groß

Die E-Commerce-Lehre habe das Potential, die steigende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften mit digitalem Know-how zu befriedigen: E-Commerce-Kaufleute erhalten eine kaufmännische Ausbildung, dazu eigenen sie sich Wissen in den Bereichen IT, Logistik, Marketing sowie Werbung und Öffentlichkeitsarbeit an. Die Fachkräfte seien im Anschluss zum Beispiel als Webshop-Manager bzw. –Administrator, E-Business-Manager, E-Commerce-Assistent oder als Webshop-Content-Manager einsetzbar.

Seit Juni 2017 gibt es die Möglichkeit, die Einzelhandelslehre im jeweiligen Fachschwerpunkt mit Zusatzausbildung ‚Digitaler Verkauf‘ zu erlernen. Seitdem wird das Angebot gut angenommen: Im ersten Jahr haben 26 junge Auszubildende die Zusatzausbildung gewählt, 2023 waren es schon drei Mal so viele (88 Lehrlinge). Aktuell gibt es 98 Lehrlinge in Wien, österreichweit sind es 443. „Das ist erfreulich, aber noch nicht genug. Wir möchten die Lehrlinge weiter ermutigen, die Zusatzausbildung ‚Digitaler Verkauf‘ zu wählen, denn digitale Fähigkeiten werden immer wichtiger“, so Gumprecht. Jede Einzelhandelslehre, unabhängig von der Branche, kann mit dem zusätzlichen Schwerpunkt ‚Digitaler Verkauf‘ kombiniert werden (ohne Lehrzeitverlängerung). Die Ausbildung umfasst etwa Verkaufstätigkeiten mit Hilfe mobiler oder stationärer digitaler Endgeräte, z.B. Tablets, aber auch um die Beratung von Kunden im Online-Shop.

„Müssen in unsere Fachkräfte investieren“

„Die Digitalisierung erhöht die Anforderungen an die Mitarbeiter“, sagt Gumprecht. Hier sei der Handel weiter gefordert, seine Mitarbeiter bestmöglich auf die damit einhergehenden beruflichen Anforderungen vorzubereiten. „Die fortschreitende Digitalisierung verändert rasch sämtliche Lebensbereiche, auch den Arbeitsmarkt. Damit verändern sich auch die Anforderungen der Unternehmen an die Beschäftigten. Klar ist, dass wir daher vor allem in die Qualifikationen unserer Fachkräfte investieren müssen, damit diese mit der Digitalisierung auf Du sind“, so die Obfrau abschließend.

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