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Freitag, 11. September 2026
Elektrohandel besonders betroffen

RegioData: Verkaufsflächenrückgang beschleunigt sich

Hintergrund | Dominik Schebach | 04.10.2024 | |  
Der Rückgang an Verkaufsflächen hat sich zuletzt beschleunigt. Der Rückgang an Verkaufsflächen hat sich zuletzt beschleunigt. Seit zehn Jahren beobachtet das Marktforschungsunternehmen RegioData einen kontinuierlichen Rückgang der Verkaufsflächen im Einzelhandel. Der Trend hat sich nach der Corona-Pandemie nochmals verschärft. Betroffen waren vor allem die Branchen Schuhe, Elektro, Möbel und Bekleidung.

Das letzte Jahr mit einem Zuwachs an Verkaufsflächen liegt laut RegioData bereits über ein Jahrzehnt zurück: 2013 verzeichneten der Lebensmittelhandel, der Möbelhandel und die Drogeriemärkte noch ein starkes Wachstum. Doch durch Ereignisse wie den Niedergang von Schlecker und die plötzliche Schließung von nahezu 1.000 Standorten hat sich die Bilanz ins Negative gewendet. Seither schrumpft die Verkaufsfläche in Österreich kontinuierlich. Unternehmen expandieren weniger und verkleinern teilweise ihre Flächen. Zusätzlich führen die in letzter Zeit vermehrt aufgetretenen Insolvenzen im Einzelhandel zur Schließung von weiteren Geschäften.

Eine aufschiebende Wirkung beim Rückgang der Handelsflächen hatte ausgerechnet die Corona-Pandemie. Lag davor der durchschnittliche Rückgang an Verkaufsflächen im Handel bei etwa 1,5% im Jahr, so sank dieser Wert während der Pandemie auf weniger als 1%. Nach Ansicht von RegioData sei dies vor allem auf die teils umfangreichen Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen. Nun ist allerdings auch ein Nachholeffekt zu beobachten: Die Rückgänge bei den Verkaufsflächen nehmen wieder zu, und dieser Trend dürfte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

Verändertes Konsumverhalten

Begünstigt wurde dieser Trend in den letzten beiden Jahren durch das geänderte Kaufverhalten zunehmend größerer Kundengruppen: Der Trend zum Online-Shopping sowie die Verlagerung der Ausgaben auf Gastronomie, Urlaub und Freizeit spielen dabei eine zentrale Rolle. In den letzten 10 Jahren ist die Verkaufsfläche um etwa 18 % geschrumpft, während der Online-Anteil im gleichen Maß zugenommen hat. Der stationäre Einzelhandel stagniert weitgehend, wohingegen sich die Ausgaben in der Gastronomie nahezu verdoppelt haben.

Flächenzuwächse konnten im Beobachtungszeitraum vor allem jene Handelsbranchen verzeichnen, die vorwiegend kurzfristige Konsumgüter anbieten: der Lebensmittelhandel (+12 %), Drogerien (+21 %) und der Heimtierbedarf (+11 %). Allerdings hat sich auch in diesen Bereichen das Wachstum verlangsamt. So ist die Verkaufsfläche im Lebensmittelhandel seit drei Jahren stabil. Den oft kommunizierten Neueröffnungen steht eine ähnlich hohe Zahl an Schließungen gegenüber.

Die mit Abstand größten Zuwachsraten entfielen jedoch laut den Marktforschern auf die Non-Food-Diskonter wie Action, Tedi, Kik und NKD, mit einem Anstieg von 237 %. Ihre Verkaufsfläche überschreitet inzwischen deutlich die Marke von einer halben Million Quadratmetern. Diese Expansion wird zusätzlich durch freiwerdende Flächen aus anderen Branchen und ein gesunkenes Mietniveau begünstigt.

Die größten Verlierer

Den stärksten Flächenrückgang musste der Elektrohandel verzeichnen, mit einem Minus von 30 %. Dies liegt neben der Schließung einzelner größerer Flächen auch daran, dass viele kleinere Elektro-Nahversorger ihren Betrieb eingestellt haben. Im Schuhhandel, der mit einem Rückgang von 20 % ebenfalls zu den Verlierern zählt, sind vor allem die Schwierigkeiten oder Insolvenzen von Filialisten wie CCC, Stiefelkönig/Delka und Reno ausschlaggebend. Mit Rückgängen von jeweils 7 bis 8 % fällt der Verlust im Bekleidungs-, Möbel- und Sportartikelhandel moderat aus.

Nicht im Detail erhoben wurden die sonstigen Einzelhandelsbranchen wie etwa Spielwaren, Uhren/Schmuck, Lederwaren, Accessoires, Geschirr, Hausrat, Geschenke, etc. In Summe gesehen sind diese Branchen jedoch besonders stark vom veränderten Verbraucherverhalten betroffen. Die Verkaufsflächenverluste können mit mehr als 40 % angenommen werden, und ein weiterer Schrumpfungsprozess ist zu erwarten. Die zahlreichen, jedoch meist kleinen, eigentümergeführten Geschäfte haben eingeschränkte Möglichkeiten zur Anpassung, und oft fehlen die notwendigen Finanzreserven.

Ausblick

Die Marktforscher von RegioData sehen derzeit keine Anzeichen, die auf eine Umkehrung des Trends hindeuten würden. Stattdessen erwarten sie, ausgehende von der Umsatz- und Ertragsentwicklung in den einzelnen Branchen und dem anzunehmenden künftigen Kundenverhalten, in den kommenden Jahren einen jährlichen Flächenrückgängen von etwa 2,5 bis 3,0 %.

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