Ohne Rücksicht auf Verluste
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Künstliche Intelligenz entwickelt sich schnell und vielleicht sogar schneller, als wir es vielleicht verstehen. Wie können wir also in Zukunft noch sicherstellen, dass KI ethisch verantwortungsvoll eingesetzt wird?Also ein bisschen gruselig ist die Geschichte schon: Der öffentlich-rechtlich Radiosender „Radio Kraków“ geriet vor Kurzem in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass der Sender ein Interview mit der polnischen Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska ausgestrahlt hatte. Was ist daran jetzt gruselig, fragen Sie sich? Die Nobelpreisträgerin ist bereits im Februar 2012 verstorben. Das Interview wurde durch Künstliche Intelligenz (KI) generiert und war Teil eines KI-Experiments, das der Sender durchgeführt hat, um die Risiken und Möglichkeiten dieser Technologie zu erforschen. Zu diesem Zweck wurden drei virtuelle KI-Moderatoren geschaffen. Diese fiktiven Charaktere, die jeweils erfundene Lebensläufe und Berufe haben, moderierten das Programm zwei Stunden pro Tag und führten eine Musiksendung. Das Interview mit Szymborska selbst sorgte für Empörung und stieß besonders deshalb auf Kritik, weil es Themen behandelte, die sie zu ihren Lebzeiten nie kommentieren konnte. Die Debatte entflammte aber nicht nur wegen des Inhalts des Interviews, sondern auch aufgrund rechtlicher und ethischer Bedenken. Der öffentliche Druck wurde schließlich zu groß und das Experiment wurde nach nur einer Woche vorzeitig beendet.
Wie können wir also in Zukunft noch sicherstellen, dass Künstliche Intelligenz ethisch verantwortungsvoll eingesetzt wird? Denn ich finde, dass KI sehr wohl das Potenzial hat, unsere Gesellschaft auf vielfältige Weise zu verändern – sowohl positiv als auch negativ. Einerseits kann sie dabei helfen, Probleme in verschiedenen Bereichen wie Medizin, Bildung und Verkehr zu lösen. So können beispielsweise medizinische Diagnosen schneller und genauer gemacht, die individuelle Lernleistung in der Bildung verbessert und die Effizienz im Verkehr erhöht werden. Auch für unsere Branche kann KI nützlich sein: Sie kann nämlich unzählige Informationen durchforsten, Konsumenten informieren sowie Kosten und Fehler in Unternehmen reduzieren. Nur darf man meiner Meinung nach die potenziellen Gefahren von Künstlicher Intelligenz nicht unterschätzen. So kann die Verwendung von KI zu Arbeitsplatzverlusten führen und wie im Fall der Nobelpreisträgerin auch für unerwünschte Zwecke eingesetzt werden.
Niemand von uns weiß, wo die Reise hingeht. Zwar sind Weltuntergangsszenarien oder die Machtübernahme der KI meiner Meinung nach übertrieben, dennoch finde ich es wichtig, dass wir einen richtigen Umgang mit diesen neuen Technologien lernen – und das am besten schon in der Schule. Junge Menschen sollten darin geschult werden, KI-Systeme kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll einzusetzen. Denn immerhin wächst die neue Generation mit diesen Technologien auf und für viele Kinder wird Künstliche Intelligenz in Zukunft so selbstverständlich sein wie heutzutage für uns das Radio, der Fernseher oder das Smartphone. Zudem braucht es dringend einen gesetzlichen Rahmen. Gesetze, die in der „realen“ Welt gelten, sollten meiner Meinung nach auch in der digitalen Welt anwendbar sein. Zwar hat die EU-Kommission bereits im April 2021 den ersten Rechtsrahmen für KI vorgeschlagen. Doch passiert ist seitdem leider wenig bis gar nichts. Das sollte schleunigst geändert werden.


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