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Montag, 20. April 2026
Generation Z

Legen wir die Klischees ab

Über den Rand | Julia Jamy | 23.02.2025 | |  
(© J.Jamy) Ich habe an dieser Stelle bereits mehrfach über die Generation Z und die Vorurteile geschrieben, mit denen sie oft konfrontiert wird – sie seien faul, fordernd und egoistisch. Doch ein Besuch vergangene Woche beim großen Lehrlingsevent im Westfield Donauzentrum hat mir wieder mal gezeigt, wie unberechtigt diese Klischees sind. Dieser Tag hat mich dazu angeregt, noch ein paar Worte zu verlieren.

An insgesamt 17 Stationen konnten die jungen Teilnehmer beim Lehrlingsevent in die Berufswelten der Metalltechnik, Mechatronik und Fahrzeugtechnik eintauchen. Sie bauten, schweißten und löteten, was das Zeug hält. Die Begeisterung und Motivation der Jugendlichen waren spürbar und wirkten beinahe ansteckend. Mir war schnell klar: Diese jungen Menschen wollen ihre Zukunft aktiv gestalten und selbst in die Hand nehmen.

Da stellt sich mir schon die Frage: Wie kann es sein, dass viele Ausbildungsbetriebe verzweifelt nach Lehrlingen suchen, während offensichtlich zahlreiche junge, engagierte Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind? Ich glaube, dass vielleicht die Erwartungen von beiden Seiten manchmal weit auseinander gehen. Viele Ausbildungsbetriebe wollen am liebsten Bewerber mit bereits hoher Qualifikation, während junge Menschen bestimmte Vorstellungen zu ihrer beruflichen Weiterentwicklung haben. Das erschwert möglicherweise den Zugang zu Ausbildungsplätzen für viele, obwohl die Erwerbsbeteiligung junger Menschen inzwischen so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr, wie eine neue Studie zum deutschen Arbeitsmarkt zeigt. So ist die Erwerbsbeteiligung junger Menschen zwischen 20 und 24 so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. „Dass die Generation Z viel fordert, aber wenig arbeitet, ist ein verbreitetes Vorurteil“, sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. „Doch es ist falsch. Die jungen Leute sind fleißig, wie lange nicht mehr.“ Konkret ist seit 2015 in Deutschland die Erwerbsbeteiligung der Jungen um rund sechs Prozentpunkte auf fast 76 Prozent gestiegen.

Ich glaube, all das zeigt eindeutig: Die Generation Z ist weder faul noch desinteressiert an Arbeit. Vielmehr passt sie sich den neuen Herausforderungen des Arbeitsmarktes an. Natürlich haben sich auch die Ansprüche an Arbeit generell verändert. Themen wie Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeiten sind für viele junge Menschen heute bei der Berufswahl entscheidend. Unternehmen, die sich den Erwartungen der jungen Generation nicht anpassen, könnten es in Zukunft schwer haben, talentierte Mitarbeiter zu gewinnen. Es ist meiner Meinung nach falsch, eine ganze Generation als „faul“ oder als „egoistisch“ abzustempeln. Es wird Zeit, dass wir diese alten Klischees nun endgültig ablegen. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass diese Generation in der Zukunft Großes bewirken kann und wird – unabhängig davon, welchen Beruf sie später ergreifen.

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