Drei Elternumfrage: Wunsch nach mehr Unterstützung
Christian Orgler, CEO von Ohana, Psychotherapeutin Julia Dier und Drei CCO Günter Lischka bei der heutigen Pressekonferenz: Sie sprachen darüber wie man Eltern und Kinder beim Einstieg in die digitale Welt bestmöglich unterstütze und welche Rolle dabei technische Lösungen spielen können. (© Schebach)
Spätestens mit dem jüngsten Handyverbot in Österreichs Schulen ist das Thema in der öffentlichen Debatte angekommen. Die Frage, wie man Kinder und Jugendliche vor unangebrachten Inhalten, Mobbing oder auch Handysucht schützt und andererseits die Erreichbarkeit der Kinder ermöglicht, beschäftigt viele Eltern. Netzbetreiber Drei hat dazu kürzlich die Initiative Safe! gestartet. Mit einer Studie zur Smartphone-Nutzung von Kindern und Jugendlichen hat der Betreiber heute Freitag nochmals nachgelegt.Hauptgrund für das erste Handy ist laut marketmind Eltern-Umfrage die Sicherheit und Erreichbarkeit der Kinder, speziell auf dem Schulweg. Gleichzeitig sind Eltern besorgt, dass die Kids ihr Smartphone exzessiv nutzen oder in sozialen Netzwerken frühzeitig mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden. Allerdings trifft erst etwa die Hälfte der Eltern trifft Vorkehrungen, um die Kinder am Smartphone vor übermäßiger Nutzung und problematischen Inhalten zu bewahren und die Privatsphäre zu schützen.
Die Eltern befinden sich in deswegen in dieser Frage auch in einem Zwiespalt, wie Drei CCO Günter Lischka heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz in Wien betont hat: „Die sichere und verantwortungsvolle Smartphone-Nutzung muss so früh wie möglich beginnen, und zwar mit dem ersten Handy. Während Eltern eine wesentliche Vorbildwirkung für die Jüngsten in unserer Gesellschaft haben, kommen auch wir unserer Verantwortung als Telekom-Komplettanbieter nach. Wir nehmen die Anliegen der österreichischen Eltern ernst und bieten im Rahmen unserer „Safe“-Initiative eine Reihe von Lösungen für den sicheren Einstieg in die digitale Welt.“
Mit der heute nochmals vorgestellten Initiative Safe bietet Drei neben einem Gratistarif im Familienverband ab sofort in 75 Shops Unterstützung bei den erforderlichen Handy-Einstellungen für Kunden aller Betreiber an. Die Shop-Mitarbeiter unterstützen bei wichtigen Einstellungen, wie dem Einrichten von Kinder-Accounts (iCloud oder Gmail), dem Festlegen von Bildschirmzeiten für Apps, der Aktivierung von Inhaltsblockierungen, der Weiterleitung von Kaufanfragen an Erziehungsberechtigte und auf Wunsch auch bei der Einrichtung der Standortabfrage.
Zusätzlich bietet Drei eine praxiserprobte, digitale Sicherheitslösung in Form einer exklusiven Kooperation mit der österreichischen Kindersicherheits-App Ohana an. „Gemeinsam mit Drei können wir noch mehr österreichische Familien dabei unterstützen, ihre Kinder sicher in der digitalen Welt zu begleiten,“ so Christian Orgler, CEO von Ohana. „Kinder brauchen schrittweise mehr Autonomie. Gleichzeitig haben die Kinder ein Recht auf Privatssphäre.“
Psychotherapeutin Julia Dier von der Therapie- und Beratungsstelle für Mediensucht der Universitätsambulanz an der Sigmund Freud Privatuniversität rät zudem zu persönlichen Abmachungen zwischen Eltern und Kind und laufenden Gesprächen.
Die Studie zum Für und Wider
Die Hauptargumente für Eltern, ihren Kindern ein Smartphone zu kaufen, sind laut Marketind-Studie die Sicherheit und Erreichbarkeit ihrer Kinder (67 %).

Viele Eltern (62 %) nutzen zudem Ortungsdienste, um den Standort ihrer Kinder im Blick zu behalten, insbesondere auf dem Schulweg (57 %). Auch die Notwendigkeit für soziale Kontakte mit Freunden und Familie (45 %) spielt für Eltern eine wichtige Rolle.
Die größte Sorge ist hingegen die Suchtgefahr und dass die Kinder zu viel Zeit am Handy verbringen. 77 % halten diese Gefahr für groß oder sehr groß, wohl auch aus eigener Erfahrung: „Auch wenn wirkliche Handysucht kein Massenphänomen darstellt, finden wir eine problematische Smartphone-Nutzung in allen Altersgruppen. Für die Kinder und Jugendlichen hat das Verhalten der Eltern dabei eine wichtige Vorbildwirkung“, betont Suchtexpertin Dier.
Gefahren für die Kinder sehen viele Eltern auch im Zugang zu ungeeigneten Inhalten wie Gewaltszenen, Pornographie oder extremistischen bzw. manipulativen Inhalten und Fake News im Internet oder sozialen Netzwerken (73 %), in Mobbing und dem Missbrauch der Privatsphäre (jeweils 65 %) sowie bei Abo- und In-App-Käufen und ähnlichen Zusatzkosten (55 %).

Überfordert
Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass sich viele Eltern mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen überfordert fühlen. Insofern sei das Smartphone Fluch und
Segen zugleich. Wie man mit dieser Situation umgehen kann, das hat Psychotherapeutin Julia Dier dargelegt. An vorderster Stelle stehen laut Psychologin das Gespräch der Eltern und Kinder über ein sicheres Verhalten im Internet und über mögliche Gefahren. Drei von vier Eltern führen mit ihren Kindern solche Gespräche. Knapp die Hälfte trifft dabei auch konkrete Vereinbarungen über die Dauer der Handy-Nutzung und über die Nutzung von Apps.
Schwieriger ist es mit technischen Schutzvorkehrungen: Etwa die Hälfte der Eltern schränkt Bildschirmzeiten oder App-Nutzungen technisch ein (51 %), 43 %

passen die Einstellungen zum Schutz persönlicher Daten an oder kontrollieren Browserverläufe und Chats (27 %). Gleichzeitig sind rund 70 % der Ansicht, dass ungeeignete Inhalte und nicht freigegebene Käufe über technische Schutzeinrichtungen blockiert werden sollten. Ein erweitertes Angebot an Beratung und Unterstützung wird positiv bewertet, 4 von 10 Befragten sehen Kinder- und Jugendschutz-Services in Shops als hilfreich an.

