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Samstag, 17. Januar 2026
Großer Andrang, klare Botschaft

Power2Drive: Publikumsmagnet Bidirektionales Laden

Elektromobilität | Julia Jamy | 11.07.2025 | |  
Auf der Power2Drive Europe 2025 zählte die Sonderschau zum bidirektionalen Laden zu den großen Publikumsmagneten der Messe. Auf der Power2Drive Europe 2025 zählte die Sonderschau zum bidirektionalen Laden zu den großen Publikumsmagneten der Messe. (© Power2Drive) Auf der Power2Drive Europe 2025 zählte die Sonderschau zum bidirektionalen Laden zu den großen Publikumsmagneten der Messe. Die Technologie gilt als Schlüssel, um erneuerbare Energien effizient ins Stromnetz zu integrieren und zugleich die Attraktivität der Elektromobilität weiter zu steigern. Während die technischen Voraussetzungen bereits gegeben sind, fehlt es der Branche jedoch weiterhin an klaren politischen Rahmenbedingungen.

Die hohe Besucherfrequenz und das rege Interesse an der Sonderschau machten deutlich: Die Nachfrage nach bidirektionalem Laden ist längst vorhanden. Nicht nur Flottenbetreiber und Branchenexperten suchten das Gespräch, sondern auch zahlreiche Privatpersonen informierten sich gezielt über Einsatzmöglichkeiten im eigenen Zuhause. Im Mittelpunkt standen Fragen zu konkreten Fahrzeugmodellen, Preisen und der aktuellen Verfügbarkeit am Markt. Teilweise wurde sogar direkt auf der Bühne individuelle Kaufberatung durchgeführt. „Bidirektionales Laden ist die Lösung, um allein beim Netzausbau in Europa bis zu 10 Milliarden Euro zu sparen – indem wir Intelligenz und Speicher statt teurem Kupfer verbauen“, so Marco Piffaretti von der Internationalen Energieagentur (TASK 53).

Noch keine einheitlichen Regeln

Besonders intensiv diskutiert wurde zudem die Problematik der Doppelbesteuerung, der schleppende Smart-Meter-Rollout und die uneinheitlichen regulatorischen Bedingungen in Europa. „Technisch sind wir bereits so weit, und Länder wie Frankreich und Großbritannien zeigen uns, dass regulatorische Hindernisse überwindbar sind. Deutschland könnte führend sein – wenn wir endlich regulatorisch aufholen“, hob Herbert Diess, ehemaliger VW-Konzernchef, hervor und er fügte hinzu: „Es gibt eigentlich nur zwei große regulatorische Hürden“, erklärte Diess: „die doppelte Belastung durch Netzentgelte sowie die Verzögerung beim Smart-Meter-Rollout. Diese beiden Themen müssen jetzt politisch entschieden werden, damit wir endlich die vorhandene Technologie nutzen können.“

Ein technischer Höhepunkt der Sonderschau war die Debatte über AC- und DC-Laden. Stefan Hell von Compleo/Kostal erklärte: „Technisch funktioniert beides. AC-Wallboxen werden künftig sogar günstiger und massentauglich sein, mit Preisen deutlich unter 1.500 Euro. Die DC-Lösung ist universeller, aktuell aber noch etwas kostspieliger.“ Die Experten sind sich einig, dass die Preise für bidirektionale Wallboxen bald deutlich fallen werden. Erste Lösungen, die noch vor wenigen Jahren über 10.000 Euro kosteten, liegen heute bereits unter 2.500 Euro. Ähnlich wie bei der Photovoltaik und bei Batteriespeichern erwarten die Experten eine weitere Halbierung der Preise in den nächsten Jahren.

Jetzt liegt es an der Politik

Renault bietet in Frankreich bereits den neuen elektrischen Renault 5 mit bidirektionalem Laden serienmäßig an und zahlt Kunden Vergütungen, wenn diese ihr Fahrzeug ans Netz angeschlossen lassen. „Kunden fahren damit quasi gratis – bis zu 10.000 km pro Jahr, finanziert allein durch intelligentes Laden und Entladen“, so Diess. Die Experten sind sich einig : Die Nachfrage ist enorm, die Bereitschaft bei Endverbrauchern und Unternehmen groß. Jetzt braucht es nur noch klare politische Rahmenbedingungen, um das volle Potenzial des bidirektionalen Ladens endlich zu nutzen.

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