Besuchen Sie uns auf LinkedIn
Sonntag, 10. Mai 2026
Wie digital wollen es die Österreicher bei ihrem Einkauf?

Studie von Shopfully: „The State of Shopping 2025“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 15.07.2025 | |  Unter der Lupe
Chatbots, Self-Checkout-Kassen, virtuelle Anproben oder Einkaufserlebnisse in immersiven Online-Shops - Digitale Möglichkeiten im Handel sind vielfältig. Aber nutzen die Konsumenten diese Technologien auch wirklich? Eine aktuelle europaweite Studie von Shopfully (vormals Offerista Group) mit dem Titel „The State of Shopping 2025“ zeigt: Nur 20% der Österreicher verwenden beim Einkaufen digitale Tools – etwas weniger als im europäischen Durchschnitt.

„Das Potenzial für digitale Innovation im Einzelhandel ist da – aber viele Konsumenten fühlen sich noch nicht abgeholt“, kommentiert Oliver Olschewski, Geschäftsführer von Shopfully für Österreich, Deutschland & CEE. „Die Herausforderung für den Handel liegt darin, neue Technologien verständlich zu machen und erlebbar zu gestalten – am besten entlang der gesamten Customer-Journey.“

Warum bleiben viele noch offline?

Rund 70% der Österreicher nutzen aktuell keine digitalen Tools im Handel (in Europa sind es 67 Prozent). Die Gründe dafür sind verschieden. Von jenen Österreichern, die keine digitalen Tools nutzen,

  • wissen 40% nicht, wie digitale Tools ihnen beim Einkauf helfen könnten (EU: 31%).
  • misstrauen 31% den Ergebnissen solcher Technologien.
  • haben 15% noch nie davon gehört.
  • wissen 12% nicht, wie sie diese anwenden sollen.

Olschewski sagt: „Die Zahlen zeigen: Es liegt weniger an den technischen Hürden als an fehlender Aufklärung und dem konkreten Nutzen.“

Digitale Vorreiter: Wo Österreich punktet

Unter den Österreichern, die bereits digitale Tools beim Einkaufen nutzen, erfreuen sich Self-Checkout-Kassen besonders großer Beliebtheit: 55% der digital affinen Konsumenten scannen ihre Einkäufe regelmäßig selbst ein. Im europäischen Vergleich ist Österreich hier jedoch Schlusslicht. Denn in Bulgarien (84), Ungarn (76), Frankreich oder Spanien (je 73) werden diese deutlich besser angenommen.

Trotzdem zeigt sich: Österreichische Nutzer digitaler Tools sind in anderen Bereichen offener als andere Europäer. So verwenden 23% KI-gestützte Einkaufsassistenten, die personalisierte Empfehlungen basierend auf dem eigenen Einkaufsverhalten geben (EU: 14%). Ebenso hoch ist die Nutzung von virtuellen Einkaufserlebnissen, etwa immersiven Online-Shops mit interaktiver Umgebung (EU: 15). Darüber hinaus kommen auch KI-generierte Einkaufslisten (20, EU: 25), virtuelle Anproben (16, EU: 14) und Live-Shopping-Formate in sozialen Medien (14, EU: 15) in Österreich zum Einsatz.

Wunsch nach neuen digitalen Erlebnissen

Und was würden jene gerne ausprobieren, die bislang keine digitalen Tools nutzen? Auch in dieser Gruppe zeigt sich Interesse – insbesondere an bewährten Technologien wie den SB-Kassen: 50% dieser Nicht-Nutzer würden sie gerne ausprobieren (EU: 48).

Auf den weiteren Plätzen folgen virtuelle Anproben sowie virtuelle Einkaufserlebnisse (je 31, EU: 30 bzw. 22) und KI-gestützte Einkaufsassistenten (28, EU: 21). Weniger Zuspruch finden hingegen KI-generierte Einkaufslisten (19, EU: 23) und Live-Shopping-Events in sozialen Medien (11, EU: 16).
Die Daten zeigen: „Selbst Konsumenten ohne bisherige digitale Einkaufserfahrung stehen neuen Technologien grundsätzlich offen gegenüber – wenn sie verständlich sind und einen erkennbaren Nutzen bringen“, erklärt Olschewski.

Sparen mit smarter Technologie

Die Studie zeigt auch: Wenn es um Technologie geht, haben die Menschen vor allem eines im Kopf: Schnäppchen. 71% aller Befragten in Europa bzw. 68% in Österreich geben an, dass die nützlichste Shopping-Technologie der Zukunft Apps sind, die helfen, die besten Angebote in Echtzeit zu finden.

„Der Schlüssel zur digitalen Kundenbindung liegt nicht nur in Innovation, sondern vor allem in der Übersetzung. Digitalisierung im Handel muss einen erlebbaren Mehrwert schaffen. Und dieser entsteht nur, wenn Konsumenten mitgenommen werden,“ so Olschewski abschließend.

Diesen Beitrag teilen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

An einen Freund senden