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Dienstag, 20. Januar 2026
Aus der E&W 7-8/2025: Vorstellung der neuen Landesgremien

Landesgremium Vorarlberg zeigt Initiative

Hintergrund | Wolfgang Schalko | 06.08.2025 | |  Wissen
In Vorarlberg vertritt weiterhin Reinhard Linder als Obmann die Interessen des Elektro- und Einrichtungsfachhandels. In Vorarlberg vertritt weiterhin Reinhard Linder als Obmann die Interessen des Elektro- und Einrichtungsfachhandels. (© WKV) 467 Mitgliedsbetriebe mit 1.521 Beschäftigten und 106 Lehrlingen zählt die Fachgruppe des Elektro- und Einrichtungsfachhandels im westlichsten Bundesland. Ähnlich stabil wie die Branchenzahlen erweist sich die personelle Vertretung: Wie schon in der vorigen Funktionsperiode stehen Reinhard Linder als Obmann und Michael Hollersbacher als Geschäftsführer an der Spitze des Landesgremiums Vorarlberg.

Stabilität und Kontinuität sind wesentliche Aspekte bei der Arbeit des Landesgremiums Vorarlberg, wie sich im E&W-Gespräch mit Obmann Reinhard Linder und Geschäftsführer Michael Hollersbacher zeigt – kombiniert mit neuen Ideen und frischen Initiativen.

E&W: Zu Beginn der vorigen Funktionsperiode war der Arbeitskräfte- und Lehrlingsmangel ein bestimmendes Thema. Wie hat sich dieser Bereich entwickelt?

Reinhard Linder: Die Lehrlingssuche wird immer schwieriger – nicht nur bei der Anzahl, sondern auch bei der Qualität derjenigen, die sich melden. Nicht zuletzt deshalb beteiligen wir uns an der Imagekampagne der Sparte Handel, die – ebenso wie die dazugehörige Plattform der WK Vorarlberg – gerade im Entstehen ist und die u.a. auch das Thema Lehrlings- bzw. Mitarbeitersuche abdeckt.

Geschäftsführer Michael Hollersbacher hat etliche Projekte im Sinne des lokalen Elektrohandels auf der Agenda. (©WKV)

Michael Hollersbacher: Diese Imagekampagne der Sparte Handel besteht aus mehreren Facetten: Bildung, Digitalisierung, Recht und Kommunikation. Zu diesen Themen wurden vier Fokusgruppen gebildet und Funktionäre der einzelnen Fachgruppen der Sparte Handel entsandt. Diese erarbeiten in den Fokusgruppen die spezifischen Ideen und Konzepte zu den einzelnen Themenbereichen.

Linder: Schlussendlich geht es darum, dass der Handel allgemein ein schlechtes Image hat, sei es in puncto Bezahlung, Arbeitszeiten, etc. Wir möchten damit ins richtige Licht setzen, wie wichtig der Handel eigentlich ist und dass man sehr wohl auch im Handel Karriere machen kann bzw. es heute Optionen wie Lehre mit Matura gibt.

Welchen Zeithorizont hat man sich für diese Kampagne gesetzt?

Hollersbacher: Derzeit erfolgt gerade die Endabstimmung, der Start ist für den Herbst geplant.

Linder: Damit sich das auch in den Köpfen verankert, darf es aber keine Einmalaktivität bleiben, sondern es muss eine laufende Aktion werden. Wir haben die Imagekampagne jetzt einmal für vier Jahre angesetzt.

Welche Themen beschäftigen das Landesgremium sonst noch?

Hollersbacher: Im Bereich Digitalisierung etwa sind als Best Practice jetzt zwei Formate entwickelt worden, um die Händler darin zu unterstützen, wie sie mit Social Media besser zurande kommen. Es gibt dazu eine Roadshow und es gibt sozusagen Hilfe vor Ort, also mit Trainern. Zudem bieten wir Workshops zum Thema KI bzw. wie diese im Handel angewendet werden kann. Und im Lehrlingsbereich sind wir nach wie vor im Elektrohandel sehr aktiv: Wir haben einen ausgezeichneten Kontakt zur Landesberufsschule, wir bieten Lehrlingswebinare in Zusammenarbeit mit dem Bundesgremium an und wir machen nach wie vor unsere Kompetenzchecks.

Linder: Der Kompetenzcheck ist ein enorm wichtiges Instrument, das wir vor mittlerweile fast zehn Jahren gestartet haben und das sich bestens bewährt hat. Dieser Kompetenzcheck findet in der Mitte des zweiten Lehrjahres statt und läuft ungefähr gleich ab wie eine Lehrabschlussprüfung, jedoch in abgeschwächter Form. Somit sehen die Prüfer, wie weit der Lehrling ist bzw. wie gut die Ausbildung erfolgt – und sollten Mängel festgestellt werden, kann man mit dem jeweiligen Lehrbetrieb nach Lösungen suchen. Und der Lehrling selbst hat den Vorteil, in die Situation einer Lehrabschlussprüfung reinzuschnuppern, sodass er ungefähr weiß, was in eineinhalb Jahren auf ihn zukommt. Wir waren unter den Ersten, die das umgesetzt haben, heute ist das in jeder Sparte in Vorarlberg angekommen.

Ein großes Thema war und ist die Abwanderung der Kunden in den Online-Bereich. Wie sieht es hier aus?

Mit einer Imagekampagne beleuchtet die Sparte Handel in Vorarlberg die Bedeutung und die Attraktivität der Branche.

Linder: Der Online-Handel ist da und hat auch seine Berechtigung, aber wenn man sich die GfK-Zahlen anschaut, dann sieht man, dass der kooperierte Fachhandel in den hochpreisigen Produktgruppen wie große Weißware oder TV-Geräte in den letzten zwei, drei Quartalen deutlich dazugewonnen hat. Das heißt, der Kunde schätzt schon noch die Beratung und setzt auf unseren Zusatz-Service, die Geräte-Installation usw. Da mache ich mir weniger Sorgen, während wir bei Mitnahme-Artikel, sprich den Kleingeräten, schon verlieren. Denn die gibt‘s mittlerweile überall im Lebensmittelhandel und der Fachhandel wird von der Industrie auch nicht mit den Preisen bedient, die wir benötigen würden, um mit dem Internet bzw. auch dem Lebensmittelhandel konkurrieren zu können.

Gibt es auch Kooperationen o.Ä.?

Linder: Wir haben nun das dritte Jahr eine Kooperation mit den EVUs, unseren illwerken vkw und ihren Partnern. Dabei wird für jeden Stromkunden pro Jahr ein Gerät mit einer sparsamen Energieklasse in den Bereichen Waschen, Spülen oder Gefrieren mit 100 Euro gefördert. Das ist für den Kunden sehr einfach abzuwickeln und hilft uns ungemein, höherwertige Produkte zu verkaufen.

Wie funktioniert die Kommunikation zwischen Landesgremium und Mitgliedern?

Hollersbacher: Wir verschicken regelmäßig Newsletter zu aktuellen Themen. Es sollte inhaltlich nicht zu viel sein, sonst wird es nicht gelesen – aber wichtige Infos wie zB die neue Verordnung zu Trocknern oder die Rücknahmeverpflichtung müssen einfach raus. Zuletzt beim plötzlichen Aus des Reparaturbonus verzeichneten wir natürlich enorm viele Rückmeldungen.

Linder: Wobei für mich – wie für viele Händlerkollegen – die Befürchtung nicht nachvollziehbar war, dass der Reparaturbonus ausgenutzt werden könnte, wenn man eine Frist bis zum Auslaufen setzt. Es macht ja kein Kunde noch schnell seine Geräte kaputt, nur damit er den Reparaturbonus erhält. Ich hätte allerdings nichts dagegen, wenn die Höhe von 200 auf 100 Euro gekürzt würde, denn da sind schon alte Geräte repariert worden, wo wir sonst ein neues verkauft hätten.

Landesgremium Vorarlberg im Überblick:

Obmann: Reinhard Linder (EP:E-Werke Frastanz)

Stellvertreter: Harald Franz Künzle (reiter design)

Stellvertreter: Josef Anton Willi (Willi Elektrogeräte Handel)

Geschäftsführer: Michael Hollersbacher

Assistentin: Birgit Pfeifer

Telefon: 05522 305 344

Mail: pfeifer.birgit@wkv.at

Web: www.wko.at/vlbg/handel/elektro-einrichtungsfachhandel/start

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