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Montag, 16. März 2026
Herber Schlag für den Rosenheimer Traditionsbetrieb

Kathrein SE in Turbulenzen: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet

Multimedia Elektromobilität | Wolfgang Schalko | 12.08.2025 | |  Unternehmen, Wissen
(© Rufus46) Das Amtsgericht Rosenheim hat „zur Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Veränderungen” über die Kathrein SE die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Von den Schwierigkeiten der Dachgesellschaft ist auch der Produktionszweig, die Kathrein Sachsen GmbH, direkt betroffen. Auf das operative Geschäft im Antennen-, Empfangs- und RFID-Bereich (und damit auch die Tätigkeiten der österreichischen Vertriebsgesellschaft) soll diese Maßnahme keinen wesentlichen Einfluss haben.

Die Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung erfolgte bereits vergangene Woche durch das Amtsgericht Rosenheim. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Michael Verken bestellt.

Was dieses Verfahren für die Firmengruppe in der Praxis bedeutet, muss aufgrund der unterschiedlichen Verflechtungen der einzelnen Kathrein Gesellschaften gesondert betrachtet werden:

  • Zur Kathrein SE gehören seit 2019 (nach dem Verkauf der Mobilfunk- und Automotive-Sparten) die vier operative Gesellschaften Kathrein Digital Systems GmbH, Kathrein Solutions GmbH, Kathrein Broadcast GmbH und Kathrein Sachsen GmbH. 2023 wurde die Restrukturierung abgeschlossen, 2024 übernahm mit Anton Kathrein der Enkel des Firmengründers die Position des CEO.
  • Die Kathrein Sachsen GmbH, ist durch die finanzielle Abhängigkeit von der Kathrein SE ebenfalls von der Insolvenzverwaltung umfasst. Ersten Informationen zufolge soll – nach Absprache zwischen Geschäftsführung und Insolvenzverwaltung – die Fortführung des Betriebs aber gesichert sein.
  • Die Kathrein Digital Systems GmbH, die für digitale Satellitenempfangstechnik, Indoor Mobilfunk, Netzwerktechnik, DAB+, Kabel-TV & Co. bekannt ist, soll durch ihre finanzielle Eigenständigkeit ihre Geschäfte im Wesentlichen unbeeinflusst weiterführen können. Das gilt auch für die Österreich-Tochter Kathrein Digital Systems Vertriebs GmbH.
  • Die Kathrein Solutions GmbH, spezialisiert auf RFID-Lösungen, ist steht finanziell ebenfalls auf eigenen Beinen und soll somit unbeeinflusst von der Insolvenzverwaltung weiter agieren können.
  • Die Kathrein Broadcast GmbH, mit Fokus auf Antennen- und Verteilerlösungen, ist von den Entwicklungen bei der Kathrein SE ebenfalls nicht (mehr) betroffen. Grund dafür ist die vielleicht bemerkenswerteste Randnotiz des Ganzen: Über die Kathrein Broadcast GmbH wurde bereits im März dieses Jahres ein Insolvenzverfahren eröffnet, dessen positiver Abschluss erst letzte Woche verkündet worden war. Mit Lenbach Capital konnte ein Investor gefunden werden, der sämtliche Anteile übernimmt – und die Gesellschaft somit vollständig aus der Kathrein SE herauslöst.

Kathrein Österreich-Geschäftsführer Matthias Zwifl beschreibt die aktuelle Situation bis zu einem gewissen Grad zwar als „neuerliches Agieren im Krisenmodus”, den Kopf will er aber nicht hängen lassen. Auch nicht, obwohl es rund um die Zukunft der aufstrebenden eMobility-Sparte, die ebenfalls zur Kathrein Digital Systems GmbH gehört, noch einige Unsicherheiten gibt: Ob diese fortgeführt wird, werde sich in den nächsten Tagen bzw. Wochen entscheiden – „Dahinter steht aus jetziger Sicht ein Fragezeichen. Das müssen wir einfach abwarten”, so Zwifl abschließend.

[UPDATE]

Wie bekannt wurde, zieht das Insolvenzverfahren der Kathrein SE doch etwas weitere Kreise als ursprünglich angenommen und betrifft auch operative Teile neben der Kathrein Sachsen GmbH. Zur Sanierung der Kathrein Gruppe wird nun ein Käufer oder Investor gesucht.
Die Frist der vorläufigen Insolvenzverwaltung reicht bis Anfang November – bis dahin soll auch die Geschäftstätigkeit ohne Einschränkungen weiterlaufen (das gilt auch für die österreichische Vertriebsgesellschaft).

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