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Samstag, 11. April 2026
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HAKA Küche ist insolvent

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 18.08.2025 | |  Unternehmen
Der österreichische Küchenproduzent HAKA Küche ist insolvent. Aktiva in Höhe von rund 2,16 Millionen Euro stehen Passiva in Höhe von ca. 11,4 Millionen Euro gegenüber. 158 Dienstnehmer sind betroffen. Das Unternehmen soll weitergeführt werden.

Wie der KSV 1870 informiert, ist das Traditionsunternehmen HAKA Küche mit Sitz in Traun insolvent. Passiva von 11,4 Millionen Euro stehen Aktiva von 2,16 Millionen Euro gegenüber – damit handle es sich um die drittgrößte Insolvenz des Jahres 2025.158 Dienstnehmer (an den Standorten Traun, Mondsee und Wien) sowie 120 Gläubiger sind betroffen.

Die Gründe

Eine der Hauptursachen sei die Übernahme eines Mondseer Badmöbelherstellers. Konkret gibt die Schuldnerin an, dass man im September 2023 den Betrieb „Badmöbelwerk“ samt 80 Dienstnehmern am Standort 5310 Mondsee, Guggenbergstraße 2 von der Villeroy & Boch Austria GmbH übernommen habe. Damit verbunden war eine Weiterbelieferung der Verkäuferin mit Badmöbeln. In der Folge habe sich gezeigt, dass die weitere Geschäftsbeziehung mit der Verkäuferin nur Verluste bringt, so die Schuldnerin. Verschärfend kam hinzu, dass sämtliche Dienstnehmeransprüche (insbesondere alte Abfertigungen) übernommen werden mussten. Dies habe die Ergebnisse massiv verschlechtert. Die Verpflichtung, für Villeroy & Boch, weiterhin Produktions- und Lagerkapazitäten bereitzustellen führte auch dazu, dass Eigenprodukte der Antragstellerin aus Platzgründen teilweise von Mondsee nach Traun gebracht werden mussten. Insbesondere nach der Corona-Pandemie war darüber hinaus auch das Konsumverhalten der Kunden von Zurückhaltung geprägt und ging die Nachfrage nach Küchen und Möbeln zurück.

Über HAKA

Die Wurzeln dieses oberösterreichischen Familienunternehmens in dritter Generation reichen bis ins Jahr 1930 zurück. Das Unternehmen wurde von Rudolf Hackl (dem Großvaters des aktuellen Chefs) als kleine Tischlerei gegründet, mit dem Fokus auf handgefertigte Möbel und Küchenkästen. Ab 1968 erfolgte ein Übergang zur industriellen Fertigung von Küchen. HAKA spezialisierte sich früh auf maßgefertigte Einbauküchen und entwickelte sich zu einem der führenden Küchenhersteller Österreichs. Produziert wird in den Werken Traun und Mondsee. 2016 wurde die Zentrale in Traun erweitert. Es entstand ein Gewerbepark mit neuer Produktionshalle und einem Bürogebäude. 2023 wurde der Produktionsstandort mit rund 80 Mitarbeitern von Villeroy & Boch in Mondsee übernommen.

Das Unternehmen soll weitergeführt werden, ein Liquiditätsplan wurde bereits erstellt, den betroffenen Gläubigern wird eine Quote von 20%, zahlbar binnen zwei Jahren, angeboten.

Österreichweit wurden im Jahr 2025 laut Aufzeichnungen des KSV1870 bis dato Insolvenzverfahren über 24 Möbelhersteller eröffnet.

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