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Donnerstag, 16. Juli 2026
Hausgerätekommentar E&W 9-25

Vom Fehlermachen

Hausgeräte | Stefanie Bruckbauer | 31.08.2025 | Bilder | |  Meinung
(Bild: pixabay.com) (Bild: pixabay.com) Warum geben wir Menschen nicht einfach zu, wenn uns Fehler passiert sind? Klar, Fehler zuzugeben bedeutet Schwäche, wurde uns früher eingetrichtert, aber das stimmt nicht. Außerdem hat das Zugeben von Fehlern durchaus positive Effekte.

Warum tun sich die meisten Menschen so schwer damit Fehler zuzugeben? Es liegt nahe, den Grund in unserer Gesellschaft bzw. Erziehung zu vermuten. Vor allem der älteren Generation wurde in der Kindheit ja eingetrichtert, dass das Zugeben von Fehlern Schwäche bedeutet und „Schwäche zeigt man nicht“. Bei einigen jungen Menschen beobachte ich interessanterweise das Gegenteil. Da wird das Zugeben von Fehlern inflationär und zum Selbstzweck – ohne, dass eine Entwicklung folgt. Man zieht sich aus der Verantwortung … aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zur Frage: Warum geben wir nicht einfach zu, wenn ein Fehler passiert ist? Natürlich auch, weil es sehr negativ behaftet ist und mit Scheitern gleichgesetzt wird – was aber nicht stimmt! Fehler sind Handlungen bzw. Irrtümer, die Lernerfahrungen ermöglichen, die wiederum zum Erfolg führen können. Scheitern hingegen ist ausbleibender Erfolg bzw. ein Nichterreichen von Zielen.

In den letzten Wochen hatte ich mit zwei Unternehmen zu tun, in denen in letzter Zeit Fehler passiert sind. Das eine Unternehmen gibt diese Tatsache partout nicht zu, glaubt scheinbar die Dinge durch Totschweigen ungeschehen bzw. unerkannt machen zu können. Dabei wissen es alle in der Branche und es würde besagtes Unternehmen in der Außenwahrnehmung so viel sympathischer machen, wenn einfach offen damit umgegangen würde. Und nicht nur das. Wer zu seinen Fehlern steht, wirkt ehrlicher und authentischer. Es schafft Vertrauen in Beziehungen im Arbeitsleben, es zeugt von Lernbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein, und es eröffnet Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln. Dazu kommt: Unternehmen, die offen und positiv mit Fehlern umgehen, fördern ein Umfeld, in dem sich Mitarbeiter trauen Dinge auszuprobieren und kreativ zu sein, was zu mehr Engagement und in der Folge Erfolg führt. Im Gegensatz dazu kann eine Firmenkultur, die Angst vor Fehlern macht, dazu führen, dass Mitarbeiter Probleme verbergen, was langfristig schädlich ist ….

Das zweite (der beiden eingangs erwähnten) Unternehmen geht mit Fehlern ganz anders um als das erste. Das zweite Unternehmen gibt seine Fehler zu, hat kein Problem damit darüber zu sprechen. Es beschönigt sie nicht, entschuldigt sich bei all jenen, die mit den Konsequenzen in Berührung kamen, und versucht nachvollziehbar zu erklären, warum die Dinge kamen wie sie kamen. Das wichtigste jedoch ist, dass das zweite Unternehmen scheinbar bereit ist aus seinen Fehlern zu lernen …

Meine Meinung, nein, meine Überzeugung ist: Fehler sind nicht zwangsläufig etwas Schlechtes. Fehler sind menschlich! Jedem kann ein Fehler passieren – auch mehrere. Solange man das Beste daraus macht und ehrlich damit umgeht, kann meiner Meinung nach kein Vorwurf entstehen. Anstatt Fehler als Schwäche zu deuten, sollten sie als Chance zur Weiterentwicklung akzeptiert werden. Ein offener Umgang mit Fehlern fördert ein Klima des Vertrauens und der Ehrlichkeit – sowohl in Teams als auch zwischen Führung und Mitarbeiter und auch in einer (Business)Partnerschaft. Manch einer muss das aber erst noch erkennen und verstehen …

Übrigens (ein nettes Detail am Rande meiner Überlegungen rund um Fehler): Thomas Edison meinte im Kontext seiner Bemühungen um die Entwicklung einer praktikablen elektrischen Glühbirne, dass er nicht versagt (also keine Fehler gemacht), sondern lediglich 10.000 Wege gefunden habe, wie es nicht funktioniert 😉

Bilder
(Bild: pixabay.com)
(Bild: pixabay.com)
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