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Freitag, 6. März 2026
„Es geht aufwärts, aber wir sind nicht über den Berg“

WKW-Gumprecht: Wiener Handel im Aufwärtstrend

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 03.09.2025 | |  
Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien. (Bild: WKW) Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien. (Bild: WKW) Nach zwei Jahren mit Umsatzrückgängen wird nun auch in Wien ein erfreulicher Aufwärtstrend beobachtet: „Der Wiener Handel ist im 1. Halbjahr 2025 wieder gewachsen - und das erstmals seit 2022 auch real“, fasst Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien, die aktuelle Halbjahresbilanz zusammen.

„Im Wiener Handel geht es aufwärts, aber wir sind nicht über den Berg. Die Konjunktur zeigt klare Erholungstendenzen, allerdings belasten steigende Kosten, Inflation und ein schwacher Arbeitsmarkt die Betriebe. Der Ausblick bleibt daher vorsichtig optimistisch: Die Umsätze erholen sich, für eine nachhaltige Stabilität braucht es aber noch mehr Kaufbereitschaft und Zuversicht bei den Konsumenten.“

Reales Wachstum im Wiener Handel von 1,6 Prozent

Der konjunkturelle Aufwärtstrend zeigt sich in allen drei Handelssektoren Einzelhandel, Großhandel und Kfz-Wirtschaft, wie die Analyse des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) zeigt: Die Umsätze des Wiener Handels stiegen im 1. Halbjahr nominell um 3 % (1,4 Milliarden Euro) auf insgesamt rund 61 Milliarden Euro netto. Nach Rückgängen in den Jahren 2023 (-4,9 %) und 2024 (-2,3 %) ergibt sich erstmals wieder ein reales Plus (1,6 %).

Einzelhandel als Konjunkturlokomotive

Der Wiener Einzelhandel konnte seine Umsätze nominell um +3,1 % (rund 260 Millionen Euro) auf 8,8 Milliarden Euro steigern. Preisbereinigt ergibt das ein reales Wachstum von 1,8 %. Auch der Wiener Großhandel zeigt erstmals wieder Erholungstendenzen und verzeichnet nominell +2,3 % mehr Umsatz (rund 48 Milliarden Euro), real entspricht das einem Plus von 1,3 %. Anders die Kfz-Wirtschaft: Zwar stiegen die Umsätze nominell um +0,9 % auf 4,2 Milliarden Euro, real bedeutet dies jedoch einen Rückgang von -1,7 %.

Branchen mit deutlichen Unterschieden

Besonders positiv entwickelte sich im Wiener Einzelhandel der Blumenhandel (3,4 % real). Ebenfalls zulegen konnten Spiel- und Sportartikel (2,7 % real) sowie die Branchengruppe Elektro/Möbel/Heimwerkerbedarf (3,2 % real). Auch der Lebensmitteleinzelhandel verbuchte ein Plus (1,6 % real). Schwächer zeigten sich hingegen Drogerien/Apotheken (-1 % real), Zeitungen/Bücher (-5,8 % real) und der Uhren- und Schmuckhandel (-8 % real).

Ausblick mit vorsichtigem Optimismus

Für das heurige Gesamtjahr zeigt sich die Wiener Handelsobfrau vorsichtig optimistisch: „Wir sehen, dass das Konsumentenvertrauen langsam zurückkehrt. Dennoch sind die Belastungen durch steigende Kosten und den internationalen Wettbewerb hoch“, so Gumprecht und: „Damit aus der aktuellen Erholung ein nachhaltiger Aufschwung wird, brauchen die Händler faire Rahmenbedingungen, etwa weniger Bürokratie und faire Wettbewerbsregeln gegenüber internationalen Online-Plattformen. Der Handel lebt von Stimmungen. Mit Zuversicht, mutigen unternehmerischen Schritten, aber vor allem fairen Spielregeln kann die positive Entwicklung fortsetzt werden.“

 

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