ProSiebenSat.1 hat neuen Eigentümer
Der tschechische Finanzinvestor PPF hat erklärt, seinen Anteil von knapp 15,7 Prozent an die Berlusconi-Gesellschaft Media for Europe (MFE) verkaufen zu wollen. (© ProSiebenSat.1 Media SE)
Lange wurde spekuliert, nun ist es offiziell: Der Medienkonzern der Berlusconi-Familie Media For Europe (MFE) steht kurz vor der Übernahme von ProSiebenSat.1. Am Mittwochabend kündigte der zweitgrößte Investor, die tschechische PPF Group an, seine Anteile an MFE zu verkaufen. [UPDATE 4.9.: Die MFE-Mediengruppe hält nun über 75 Prozent an ProSiebenSat.1. Die Holding der Berlusconi-Familie kann somit komplett auf den Sender zugreifen.]PPF hält 15,68 % von ProSiebenSat.1. Da es nicht gelungen sei, genügend andere Aktionäre für eigene Ziele zu gewinnen, gibt PPF diese Anteile an MFE ab, teilt der Konzern in einer Pressemitteilung mit. Schon jetzt habe MFE mit 43 % der Stimmrechte voraussichtlich eine einfache Mehrheit auf den Hauptversammlungen von ProSiebenSat.1. Daher könne die PPF ihre ursprüngliche Rolle als „strategischer Investor mit dem Anspruch, auf Augenhöhe mit MFE zusammenzuarbeiten“ nicht fortführen, so das Unternehmen weiter. „Gleichzeitig hat PPF als Katalysator für eine wesentliche Verbesserung der Angebotsbedingungen von MFE gewirkt. Diese Anpassungen führten zu einer deutlich höheren Bewertung von ProSiebenSat.1 und damit zu einem spürbaren Mehrwert für alle Aktionäre“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Stellungnahme bleibt noch aus
Damit ist die Übernahme des deutschen Medienkonzerns durch MFE so gut wie sicher. Offiziell läuft die Frist für den Verkauf der Anteile noch bis zum 1. September. Wie stark die Italiener künftig in das operative Geschäft eingreifen und welche Einsparungen sie umsetzen, hängt von der derzeit laufenden zweiwöchigen Nachfrist ab. In dieser Zeit können die Aktionäre von ProSiebenSat.1 ihre Anteile noch an die Berlusconi-Holding übertragen. Das endgültige Ergebnis wird voraussichtlich am 4. September feststehen.
Eines steht bereits fest: MFE wird die 50-Prozent-Marke überschreiten und kann künftig Umsätze und Gewinne von ProSiebenSat.1 vollständig in die eigene Bilanz aufnehmen. Eine Stellungnahme von ProSiebenSat.1 zur Ankündigung der PPF steht bislang noch aus.
[UPDATE 4.9.: Übernahme besiegelt]
MFE hat durch einen umfangreichen Aktienkauf die Kontrolle über ProSiebenSat.1 übernommen. MFE teilte mit, dass die 75-Prozent-Marke bei den Anteilen an der ProSiebenSat.1 Media SE überschritten wurde. Mit einer Mehrheit von mehr als 50 Prozent kann MFE künftig die Umsätze und Gewinne von ProSiebenSat.1 vollständig in die eigene Bilanz einbeziehen. Durch die nun erreichte Dreiviertelmehrheit von 75 Prozent wäre zudem ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag möglich, der dem Konzern Zugriff auf die Finanzmittel von ProSiebenSat.1 gewährt.
Nun hat sich auch Bert Habets, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media SE, erstmals zu Wort gemeldet und spricht von einem „wichtigen Meilenstein für ProSiebenSat.1″. „Gemeinsam decken wir fünf zentrale europäische Märkte mit insgesamt über 210 Millionen Einwohnern ab: ProSiebenSat.1 ist ein führender Anbieter in Deutschland, Österreich und der Schweiz, während MFE in Italien und Spanien führend ist. In den kommenden Wochen werden wir gemeinsam die vielversprechendsten Möglichkeiten für eine tiefergehende Zusammenarbeit identifizieren und unsere Visionen für die Zukunft aufeinander abstimmen. Ich möchte mich außerdem herzlich bei PPF für ihr Engagement und ihre wertvollen strategischen Beiträge als Großaktionär in den letzten drei Jahren bedanken, die dazu beigetragen haben, die Transformation von ProSiebenSat.1 zu beschleunigen.“

Der einzige Vorteil ist ja, dass man all dies nicht konsumieren muss.
Diesen Vorteil haben wir beim ORF leider nicht.