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Donnerstag, 8. Oktober 2026
Um 20 Prozent günstiger

Strompreisstudie: Erneuerbare senken Kosten für Haushalte deutlich

Photovoltaik Energiezukunft | Julia Jamy | 09.09.2025 | | 1  
(© Enervis Austria / Studie zu Auswirkungen von PV, Wind und Kleinwasserkraft auf Strompreise (2025)) Wie eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens “enervis” zeigt, könnten Österreichs Haushalte in den kommenden Jahren kräftig sparen: Eine aktuelle Analyse zeigt, dass der konsequente Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Kleinwasserkraft die Strompreise bis 2030 um rund 20 Prozent senken könnte. Das entspricht einer jährlichen Entlastung von 73 Euro pro Haushalt und stärke zugleich die Unabhängigkeit von teuren Gasimporten.

Die Studie analysierte die Strommarktentwicklung rückblickend mit und ohne der Erzeugung aus PV, Wind und Kleinwasserkraft für die Jahre 2021 bis 2024 und beinhaltet eine Prognose für das Jahr 2030. Das Ergebnis: Ohne Windkraft, PV und Kleinwasserkraft wären die Strompreise in den letzten vier Jahren im Schnitt um 6 Prozent höher gewesen. Für 2030 wird ohne diese Erneuerbaren-Erzeugung eine Preiserhöhung von rund 20 Prozent erwartet (ein Plus von 18 Euro pro MWh). „Gerade zu Zeiten hoher Gaspreise – wie zuletzt im Jahr 2022 – ist der preissenkende Effekt der Erneuerbaren besonders deutlich“, so Studienautor Thomas Rosenzopf. „Ohne Erneuerbare wäre der Preisausschlag nach oben zu Zeiten der Energiekrise klar höher gewesen.”

„Echte Standortpolitik umsetzen!“

Die Analyse führt den preisdämpfenden Effekt auf die niedrigen variablen Kosten der Erneuerbaren zurück. Mit jeder zusätzlichen Anlage erhöht sich das Stromangebot und verschiebt die Angebotskurve in Richtung niedrigerer Preis. Dadurch treten fossile Kraftwerke, insbesondere solche auf Basis importierten Gases, seltener zum Zug. Laut Berechnungen wäre der österreichische Gasimportbedarf im Jahr 2030 ohne Erneuerbare um 1,8 Milliarden Kubikmeter höher – das entspricht nahezu dem heutigen Gesamtverbrauch aller Haushalte. Zum Vergleich: In der Industrie wäre das etwa das Dreifache des jährlichen Gasverbrauchs der Voest. Dieser zusätzliche Bedarf würde außerdem rund einem Viertel der heimischen Gasspeicherkapazität entsprechen. Der Geschäftsführer der Kleinwasserkraft Paul Ablinger sagt: „Die Studie zeigt, was wir seit jeher sagen: Heimische Erzeugung ist ein Standort-Asset, das war früher so und gilt noch viel mehr in Zukunft! Die Politik muss sich entscheiden: Weiterhin Importe stützen und Erneuerbare behindern oder endlich echte Standortpolitik umsetzen!”

Ökonomische Vorteile

Die Analyse zeigt noch weitere ökonomische Vorteile auf: Ohne die Erneuerbaren Windkraft, PV und Kleinwasserkraft hätte ein einzelner privater Haushalt in den letzten Jahren Mehrkosten von rund 34 Euro pro Jahr getragen. Bis 2030 würde sich die Stromrechnung ohne diese Erneuerbaren für einen Haushalt um 73 Euro jährlich erhöhen. Ein vergleichbares Preis-Plus gab es zuletzt 2022 zu Zeiten der Energiekrise. Industriebetriebe mit 10 GWh Jahresverbrauch hätten rückblickend betrachtet jährlich 182.000 € an zusätzlichen Kosten gehabt. „Die Studie zeigt Schwarz auf Weiß, dass die wirksamste Methode gegen hohe Stromkosten der konsequente Ausbau der Erneuerbaren ist. Wird dieser erschwert, hilft all das Jammern über hohe Strompreise oder das Verteilen von Subventionen nicht – über neue Belastungen für Erzeuger sollte bei diesen Zahlen nicht zu denken sein”, so PV Austria-Geschäftsführerin Vera Immitzer.

IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer warnt:„Dieses Szenario – günstigere Haushaltsstrompreise und immenser volkswirtschaftlicher Nutzen – wird von der Bundesregierung derzeit täglich geopfert, weil dem Erneuerbaren-Ausbau mehr und mehr Hürden in den Weg gelegt werden.” Der volkswirtschaftliche Nutzen der Erneuerbaren allein durch den preisdämpfenden Effekt im Stromgroßhandelsmarkt lag im Jahr 2022 bei rund 1,4 Milliarden Euro. Im Jahr 2030 ergibt sich mit PV, Wind und Kleinwasserkraft hier durch den geringeren Strompreis ein Nutzen von bis zu 1,6 Milliarden Euro jährlich. Zählt man die entgangenen Erlöse aus Exporten hinzu, kommt man auf 3,1 Milliarden Euro an Gesamtnutzen.

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