Landesgremium Burgenland: Kommunikation im Fokus
Obmann Philipp Reichart (li.) und GF Christoph Gruber vertreten die Interessen des Elektro- und Einrichtungsfachhandels im Burgenland.
Mit rund 365 aktiven Mitgliedern – davon mehr als die Hälfte Elektrofachhändler – zählt das Landesgremium Burgenland, dessen Geschäfte weiterhin von Christoph Gruber geführt werden, zu zwar den kleineren Interessenvertretungen des heimischen Elektro- und Einrichtungsfachhandels, weiß aber trotzdem Akzente zu setzen. An Grubers Seite, der auch Geschäftsführer der burgenländischen Handelssparte ist, fungiert der Unterwarter Red Zac-Händler Philipp Reichart als neuer Obmann.E&W: In der vorigen Funktionsperiode gehörten die Preissituation inkl. dem „Herüberarbeiten” aus Ungarn sowie die Kommunikation mit den Händlern zu den dringlichsten Themen. Wo liegen die Schwerpunkte heute?
Philipp Reichart: Das Preisthema ist natürlich nicht weg, aber der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt ganz klar darin, die Kommunikation mit den Mitgliedern auszubauen. Je näher man dran ist, desto schneller und effektiver kann man reagieren und agieren.
Christoph Gruber: Und es soll vor allem keine Einbahnstraße sein, wo wir nur in eine Richtung kommunizieren, sondern wir wollen ja wissen, wo den Mitgliedern der Schuh drückt. Hier haben wir im Burgenland den Vorteil, dass man sich untereinander oft kennt, was den Austausch natürlich erleichtert. Zu unseren kommunikativen Hauptaufgaben gehört aber auch, diese Vielzahl an Normen und Vorschriften, die im Moment von der EU und über nationales Recht auf die Händler hereinprasselt, entsprechend „auszudeutschen”, d.h. verständlich zu erklären, was das für den einzelnen Händler in der Praxis bedeutet.
E&W: Gibt es dafür konkrete Beispiele?
Gruber: Die EU-Batterienverordnung, Nachhaltigkeitsberichte oder zuletzt die Umsatzsteuer-Problematik bei PV-Anlagen, wo es konkret darum ging, Verträge sehr schnell anzupassen. Mit der Fülle an Normen und ihrem Geltungsbereich kann sich der einzelne Händler gar nicht mehr persönlich auseinandersetzen.
E&W: Wie stellt man den Informationsfluss zu bzw. auch von den Mitgliedern sicher?
Gruber: Wir setzen auf unseren Newsletter, der – wie die Öffnungsraten zeigen – sehr gut angenommen wird: Wir erreichen auf diesem Weg fast jedes zweite Mitglied. Unsere Kommunikationsstrategie lautet, nicht zu viel und zu oft etwas zu sagen, sondern dann, wenn es wirklich wichtig ist – aber natürlich schon mit einer gewissen Kontinuität. Auf der anderen Seite ist die direkte Kommunikation, zentral, die wir durch unsere Betriebsbesuche forcieren. Wir versuchen hier eine entsprechende Auswahl der Regionen zu treffen.
Reichart: Wir planen für Anfang 2026 auch eine Strategieklausur, wo wir für die Funktionsperiode realistische Ziele und Projekte definieren wollen – und da wird die Mitgliederkommunikation ein zentraler Punkt sein. Uns schweben schon zusätzliche Formen wie z.B. Bezirkstreffen vor.
E&W: Wie sieht es mit Themen wie Onlinehandel oder künstliche Intelligenz aus?
Reichart: Der Onlinehandel ist natürlich ein Riesenthema, wobei die Kernaussage lautet, dass man nicht zwangsläufig einen Webshop braucht, aber man auch als Klein- und Mittelbetrieb digitale Präsenz zeigen muss – allein schon, um überhaupt gefunden zu werden und damit die Kunden auch online ein gutes Gefühl haben.
Gruber: KI wird sicher ein großes Thema und ähnlich wie bei den Normen sehe ich die Aufgabe des Gremiums darin, dem Händler näher zu bringen, was er von diesen Technologien sinnvoll für sein Unternehmen richtig einsetzen kann. Ich glaube, dass jeder Händler in seinem Alltag davon profitieren kann, in welchem Ausmaß muss aber jeder für sich entscheiden.
E&W: Was wurde aus Kampagnen wie Wenn Ihr das Beste „Volt“! oder dem Bonuspunkteprogramm in Kooperation mit der Burgenland Energie?
Gruber: Die Kampagne Wenn Ihr das Beste „Volt“! ist ausgelaufen und wurde abgelöst von zwei sehr erfolgreichen Gewinnspiel-Aktionen, einmal zur Fußball-WM 2022 und einmal zur EM 2024. Diese sind ähnlich abgelaufen wie das Weihnachtsgewinnspiel der WKÖ, mit wöchentlich fünf Ziehungen von Rechnungen und Präsenz im ORF Radio Burgenland. Das „Bonuspunkte“-Programm der Burgenland Energie war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, wurde aber im Zuge der Teuerung auf Eis gelegt.
Reichart: Leider ebenfalls eingestellt wurde die Elektrogeräte-Aktion, kurz EGA, wo die Burgenland Energie den Kunden eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit geboten hat, um höherwertige Elektrogeräte zu erwerben. Beides wollen wir versuchen zu reaktivieren.
E&W: Ein großes Thema ist immer auch die Lehrlingssituation…
Reichart: Unser Verhältnis zur Berufsschule Eisenstadt ist sehr gut – in beide Richtungen. Die Lehrlingssituation selbst ist durchwachsen, aber nicht so schlecht, wie wir auch jedes Jahr beim Lehrlingswettbewerb sehen. Dieser Leistungswettbewerb dient als Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung, damit der Lehrling trainieren kann und Feedback bekommt – und Preise gibt es auch.
Gruber: Wir legen auch großen Wert darauf, dass die Berufsschule am aktuellen Stand ist, und haben z.B. im Vorjahr sehr viele Kleingeräte angeschafft, damit die Lehrlinge mit den Produkten vertraut werden, über die sie reden.
E&W: Gibt es Kooperationen mit anderen Sparten?
Reichart: Wir versuchen übergreifend zu agieren, denn unterm Strich kämpft jeder mit individuellen kleinen, aber den gleichen großen Problemen. Neben anderen Handelsbranchen ist die Elektroinnung hier unser wichtigster Partner. Es gibt eine sehr gute Zusammenarbeit und regen Austausch mit dem Landesinnungsmeister Franz Buchinger. Wir versuchen, Themen gemeinsam zu behandeln und eine einheitliche Kommunikationslinie zu finden – wie z.B. bei PV-Balkonkraftwerken.
Gruber: Diese intensive Zusammenarbeit hat der damalige LIM und jetzige WK-Präsident Andreas Wirth gemeinsam mit dem vorigen Obmann Franz Hess auf den Weg gebracht – sodass es heute praktisch selbstverständlich ist, dass auch die Sitzungen gemeinsam stattfinden. Und Präsident Wirth betont etwas sehr Wichtiges immer wieder: Die Wirtschaftskammer hat einen großen Bauchladen, mit sehr vielen Informationen, die abrufbar sind, und sehr vielen Experten, auf die man zurückgreifen kann. Jedes Mitglied kann das für sich nutzen!
Landesgremium Burgenland im Überblick:
Obmann: Philipp Reichart (Reichart GmbH)
Stellvertreter: Gerald Gurdet (Gurdet GmbH) www.gurdet.at
Stellvertreter: Johannes Schmit (Johannes Schmit, M.A.)
Geschäftsführer: Christoph Gruber
Assistentin: Bianca Tschanitsch
Telefon: 05 90907 3320
Mail: handel@wkbgld.at
Web: www.wko.at/bgld/elektroundeinrichtungsfachhandel


Kommunikation im Fokus, ja das stimmt.
Es bleibt eben bei viel Blabla.