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Montag, 8. Dezember 2025
„Verhandlungsspielraum ist sehr eingeschränkt“

Erste Runde der Handels-KV-Verhandlungen endet ohne Ergebnis

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 07.11.2025 | |  
(Bild: Raten-Kauf, pixabay.com) (Bild: Raten-Kauf, pixabay.com) Die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für den Handel endete ohne Ergebnis. Wie der HV sagt, habe die Arbeitgeberseite bereits in der ersten Verhandlungsrunde „eine maßvolle, realistische und faire KV-Erhöhung“ in Aussicht gestellt. Die Arbeitnehmerseite fordert indes eine Erhöhung über der rollierenden Inflation.

Das Angebot der Arbeitgeberseite würde sich auf der absoluten Oberkante bewegen, wie der Handelsverband sagt. Die Arbeitnehmerseite fordert hingegen eine Erhöhung über der rollierenden Inflation von 3 %. „Aus Sicht der gesamten Handelsbranche ist dies schlicht unfinanzierbar, ohne tausende Arbeitsverhältnisse zu gefährden“, sagt HV GF Rainer Will, der auf die Frage nach dem Warum, ergänzt: „Einerseits verzeichnet der österreichische Handel seit mittlerweile fünf Jahren real rückläufige bzw. stagnierende Umsätze. Anderseits ist die Kostenbelastung für die heimischen Händler seit 2022 durch die Decke gegangen.

Arbeitsplatzsicherung muss im Handel oberste Priorität haben. Es geht jetzt nicht um Maximalforderungen, sondern um den Schutz und Erhalt von 450.000 Jobs in allen Regionen Österreichs. Der Verhandlungsspielraum ist daher sehr eingeschränkt.“

Der Realität stellen

„Wir müssen uns der Realität stellen, dass die Kaufkraftzuwächse der Vergangenheit vielfach in die Sparquote sowie in handelsferne Branchen wie Dienstleistungen abgeflossen sind und im Warengeschäft zu einem großen Teil an Fernosthändler. Die Billigstpreis-Diskussion bei gleichzeitig hohen Kosten für die Unternehmen tut ihr Übriges dazu. Ein zu hoher Abschluss wäre ein schwerer Rucksack, der viele Betriebe und Jobs zu Fall bringen würde, sodass deutlich weniger Beschäftigte in dieser kühlen wirtschaftlichen Phase davon profitieren würden“, so Will.

Personalkosten im österreichischen Handel bereits 31% höher als in Deutschland

Der heimische Handel kämpfe nach wie vor mit hohen Beschaffungspreisen, volatilen Weltmärkten, enormen Kostensteigerungen bei Energie, Personal, Logistik, Mieten und Fremdkapital sowie mit der Kaufzurückhaltung der Bevölkerung. „Keine Branche im Land ist stärker von Insolvenzen betroffen als der Handel. Keine Branche muss zurzeit mehr Schließungen verkraften als wir, im Schnitt müssen pro Werktag vier Handelsbetriebe Insolvenz anmelden“, bestätigt HV-Präsident Stephan Mayer-Heinisch.

Gleichzeitig liegen die durchschnittlichen Personalkosten pro Kopf im österreichischen Einzelhandel bereits jetzt um 31% höher als in Deutschland und sogar um 59% über dem EU-Schnitt.

45.000 Arbeitslose im Handel

„Laut jüngsten Daten des AMS war der Handel schon im Oktober 2025 mit mehr als 45.000 Arbeitslosen die Branche mit den höchsten Arbeitslosenzahlen sowie mit +3.633 Personen im Vergleich zum Vorjahr auch die Branche mit dem höchsten Zuwachs an arbeitslose Personen. Das zeigt mehr als deutlich, wie angespannt die Lage in unseren Betrieben ist“, erklärt Will, laut dem sich jede weitere Lohnerhöhung natürlich zusätzlich auch auf die Endkundenpreise im Regal auswirke. Umso wichtiger wäre es, die Lohn-Preis-Spirale zu durchbrechen und Reformen anzugehen.

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