Wie soll man so arbeiten?
Die im Titel gestellte Frage ist eine, die einem im Berufsleben regelmäßig, zuletzt aber – zumindest gefühlt – mit einer immer unerträglicheren Häufigkeit durch den Kopf geht bzw. leider vielmehr zwangsläufig gehen muss. Jüngster Anlassfall: Der „reparierte” Reparaturbonus…Geräte-Retter-Prämie. Geräte-Retter-Prämie. Geräte-Retter-Prämie. Sagen Sie sich das bitte dreimal hintereinander laut vor, und spätestens dann wissen Sie, warum der zukünftige Name des bereits gut etablierten Reparaturbonus, gelinde gesagt, unglücklich gewählt ist. Wer darauf in welchem geistigem Anflug gekommen ist, konnte bzw. wollte man uns auf unsere Anfrage hin im zuständigen Umweltministerium nicht beantworten. So wie übrigens auch sämtliche weiteren Fragen, mit den wir Ihnen in dieser Ausgabe gerne die Vorbereitung auf den geplanten Start im Dezember (!!) erleichtert hätten. Was mich direkt zum Kern des Problems bringt: Selbst die, die üblicherweise gut informiert sind – in diesem Fall etwa die Kommunikationselektroniker oder das Bundesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandels – wissen nichts. Zumindest nicht wesentlich mehr als der Rest der Branche. Kein Wunder also, wenn man dann als Medienvertreter aus deren Reihen Kommentare wie „Es ist zum Speiben” zu hören bekommt, weil die Branchenvertreter von der Behörde sprichwörtlich dumm sterben gelassen werden, während die Reparaturbetriebe verständlicherweise Informationen von ihren Vertretern einfordern. Wie also soll man tatsächlich so arbeiten?
Es bleiben ohnehin nicht mehr viele Tage bis zum Dezember und in der Vorweihnachtszeit rinnen diese bekanntermaßen erst recht durch die Finger. Darüber nachgedacht, wie in dieser kurzen Zeitspanne eine adäquate und vor allem professionelle Vorbereitung gelingen sollen, hat man im Totschnigschen Ministerium wohl nicht allzu intensiv. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe (d.h. rund vier Wochen vor dem geplanten Start der Geräte-Retter-Prämie) sind weder die wichtigsten Eckdaten noch die dazugehörigen Details bekannt – von offiziellen Informationen (für Händler oder auch interessierte Konsumenten) ganz zu schweigen. Dabei hat schon der urspüngliche Reparaturbonus gezeigt, wie essenziell ein Mindestmaß an Vorarbeit (und idealerweise ein gewisser Praxisbezug) für eine solche Initiative sind. Schließlich müssen die erforderlichen Ersatzteile beschafft, die ausgebildeten Fachkräfte bereitgestellt und – angekündigter Bürokratieabbau hin oder her – natürlich allerhand Formalitäten erledigt werden.
Wie wohl so mancher in der Branche denke ich mir also meinen Teil über die Art und Weise, wie die Regierungsvertreter und ihre Institutionen ihre Tätigkeit an- und auslegen. Dass man hier jederzeit mit Überraschungen rechnen muss, durfte heuer ja unter anderem schon die PV-Branche feststellen. Viel zu reden und nichts zu tun kann natürlich nicht der richtige Weg sein. Irgendetwas tun zu wollen und kein Wort darüber zu verlieren aber auch nicht.



Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz.
Wette, dass die Geräte-Retter-Prämie rettet adrette Geräte. Adrette Geräte werden gerettet mit der Geräte-Retter-Prämie, sind gerettet. Rette sich wer kann . . . . !